Kemer Die Antike Stadt Phaselis

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Die Ausflugsboote und Jachten, die von Kemer aus zu den Buchten und antiken Stätten in der Umgebung aufbrechen, gehen meistens als Erstes bei den Ruinen der antiken Stadt Phaselis vor Anker. Ein Bad am Strand von Phaselis inmitten von Überbleibseln vergangener antiker Pracht stellt ein ganz besonderes Erlebnis dar.

Sie können sich dabei vorstellen, wie sich die einstigen Bewohner der Stadt hier an heissen Sommertagen erfrischt haben mögen. Die Ruinenstadt Phaselis liegt auf einer von Wald umgebenen Halbinsel.

Die von Kemer aus leicht zu erreichende Stätte befindet sich am Fuss des Berges Tahtalı, dessen Hänge einst mit Rosengärten geschmückt waren. Die damaligen Bewohner der Stadt Phaselis betrieben einen regen Handel mit dem Öl der hier angebauten Rosen. Aus der Sicht der Seefahrt und des Handels der Antike besass die Stadt wegen ihrer vorteilhaften Lage direkt an den Handelsrouten des Mittelmeeres und wegen ihrer drei geschützten Häfen einen besonderen Stellenwert. Gegründet wurde sie im 7. Jahrhundert v. Chr. von den Doriern, die von der Insel Rhodos stammten. Nach Jahren des wirtschaftlichen Wohlstands gelangte der Ort im 6. Jahrhundert unter die Herrschaft der Perser; erst 333 v. Chr. verloren die Perser die Stadt an Alexander den Grossen.

Ein weiteres Zeichen für die besondere Bedeutung der Stadt Phaselis als Umschlagsplatz an den Handelsrouten des Mittelmeeres ist die Tatsache, dass sie nach Alexanders Tod mehr als hundert Jahre lang von den Ägyptern regiert wurde, denn Phaselis war eine wichtige Station auf den Handelsrouten nach Ägypten. Danach gelangte die Stadt bis zur Übernahme durch die Römer im Jahre 160 v. Chr. erneut unter die Herrschaft der Siedler von Rhodos. Mit der römischen Herrschaft wurde Phaselis Teil des lykischen Bundes.

Wegen der Anziehungskraft ihrer Häfen und der besonderen Lage war die Stadt regelmässig Angriffen von Seeräubern ausgesetzt, die sie einige Zeit lang sogar beherrschten. Schliesslich wurde Phaselis von den Römern erneut befreit. In der byzantinischen Zeit wurde Phaselis zur Diözese erhoben und verlor nach erneuten Angriffen von Seeräubern im 3. Jahrhundert n. Chr. allmählich an Macht. Unter der seldschukischen Herrschaft über Anatolien gelangten die Häfen von Antalya und Alanya immer mehr ins Zentrum des Interesses; die Stadt Phaselis verlor endgültig ihre Bedeutung.

Die drei Häfen von Phaselis werden Nordhafen, Militärhafen und Südhafen genannt. Die Ruinen links und rechts der Strasse, die den neben dem Nordhafen gelegenen Militärhafen mit dem Südhafen verbindet, sind für die Besucher dieser Stätte von besonderem Interesse. Die Strasse, von der aus man beidseitig über jeweils drei Stufen auf einen Bürgersteig gelangt, verfügte bereits über ein unterirdisches Kanalisationsund Drainagesystem und ist ein Beleg für die fortgeschrittene Städtebaukunst der lykischen Zivilisation.

Auf der westlichen Seite der Strasse und auf dem Platz in ihrer Mitte befinden sich zahlreiche Ruinen: ehemalige Geschäfte, ein Badehaus, dessen Boden und Wände mit Marmor verkleidet sind, ein mit Mosaiken geschmücktes Gymnasion, eine einst von Statuen, Geschäften und einer Kolonnade umgebene Agora, die wegen des Datums ihrer Errichtung nach Kaiser Hadrian benannt wurde, sowie − direkt an die Agora angegliedert − eine rechteckige Basilika und eine alte Zisterne.

Zum weiträumigen Platz gelangen Sie durch ein Tor mit Inschriften zu Ehren von Kaiser Domitian (81-96 n. Chr.), dann zu einer weiteren Agora, die daher auch Domitian-Agora genannt wird. Von hier erreichen Sie den Südhafen. Am Ende der Strasse steht heute noch stolz das zu Ehren des gleichnamigen römischen Kaisers errichtete Hadrian-Tor, es eröffnet einen wunderschönen Blick auf das Panorama des Südhafens.

Unter den Ruinen im östlichen Verlauf der Strasse scheint das auf einem Hügel mit Blick auf den Ort und das Meer errichtete Amphitheater den Glanz der einstigen künstlerischen Darbietungen mit einem atemberaubenden Ausblick wieder herstellen zu wollen.

Archäologische Funde lassen darauf schliessen, dass das Theater schon bedeutend älter ist, es aber in der römischen und byzantinischen Zeit in grossem Umfang verändert wurde. Oberhalb des Theaters Stadtmauern erwähnenswert, die einst dem Schutz der Stadt gegen Angriffe durch Seeräuber dienten. Einst war die Stadt nicht nur von diesen Stadtmauern, sondern auch von einem Aquädukt umgeben. Die prächtigen Überreste dieses oberirdischen Wasserlaufs begrüssen heute noch stolz am Eingang der Stadt die Besucher.

Neben den Überresten von Phaselis auf dem Festland sind auch die Ruinen unter Wasser, die Sie auf dem Meeresboden leicht erkennen können, unbedingt sehenswert. Darunter befinden sich Teile der einstigen Hafenbefestigung, aber auch einige Sarkophage. Der ins Meer auslaufende Teil der Stadtmauer war gleichzeitig die Mole des Militärhafens. Die gleich neben dem Nordhafen zu findenden Überreste der Nekropole der Stadt weisen unterschiedliche Gräbertypen auf.

Was Sie unbedingt tun sollten Bevor Sie nicht …
• die von ihrer ruhmreichen Vergangenheit flüsternden Ruinen der antiken Städte von Phaselis und Olympos besucht haben,
• die Tahtalı-Seilbahn bestiegen und die fantastische Aussicht auf das Mittelmeer und die wunderschönen Buchten genossen haben,
• den Feuerfelsen besucht und den Geist der Mythologie um diesen besonders nachts so romantisch wirkenden Ort erlebt haben,
• begleitet von bezaubernden Eindrücken der Natur in den Hochebenen von Kemer und im Canyon von Göynük eine Trekking-Tour unternommen haben,
• im Dorf Ulupınar fangfrische Forellen aus den reissenden, eiskalten Wildbächen genossen haben,
• auf den mit Kopfsteinpflaster versehenen Strassen von Kemer spaziert sind und in den zahlreichen Geschäften, die authentische Teppiche, Kelime, Schmuck und Dekorationsgegenstände feilbieten, Geschenke und Andenken erstanden haben,
...sollten Sie Kemer auf keinen Fall den Rücken kehren.