Kappadokien Unterirdische Stadt

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Die Unterirdische Stadt Kaymakli

Diese verborgene Stadt befi ndet sich in der Ortschaft Kaymaklı in Nevşehir. Sie erstreckt sich über acht Ebenen, deren erste die typischen Merkmale der frühen Siedlungsgeschichte aufweisen. In römischer und byzantinischer Zeit wurde sie um die weiteren Ebenen erweitert, von denen heute vier für die Erkundung durch Besucher freigegeben sind.

Diese in den Tuff geschlagene Stadt verfügte über alles, was eine Gemeinde – abgeschnitten von der Aussenwelt – für ein vorübergehendes Überleben benötigte: durch enge Korridore miteinander verbundene Kammern und Hallen, Weinkeller, Trinkwasserdepots, Küchen, Speisekammern, Belüftungsschächte, Wasserbrunnen und Kirchen. Um von aussen drohende Gefahren abzuwehren, konnten die Zugänge mit grossen Steinriegeln versperrt werden, die nur von innen zu öff nen waren.

Unterirdische Stadt Derinkuyu

Diese Felsenstadt befi ndet sich in unmittelbarer Nähe der Strasse von Nevşehir nach Niğde, 30 Kilometer von Niğde entfernt (Landkreis Derinkuyu). Wie auch Kaymaklı war diese Stadt bestens gerüstet, um einer längeren Belagerung standzuhalten. Auf den insgesamt acht Ebenen gab es im Unterschied zu Kaymaklı ausserdem noch eine Missionarsschule, eine Beichtkammer, ein Taufbecken und einen besonders interessanten Brunnen. Diese Form von unterirdischen Städten kann man weltweit nur in der kappadokischen Tuffl andschaft antreff en.

Soğanlı

Soğanlı ist eine Art Freilichtmuseum, wo Felsenkirchen und Höhlenbehausungen zusammen mit modernen Bauwerken ein buntes Gesamtbild ergeben. Aufgrund seiner architektonischen Struktur stellt dieser Ort seit dem 4. Jahrhundert eines der wichtigsten Siedlungszentren des Christentums dar. Hier gibt es an die 50 Kirchen und Höhlen. Die wichtigsten Kirchen in Soğanlı sind die Grosse (Büyük) Kirche, die Sankt Johannes Kirche, die Schlangenkirche (Yılanlı), die Himmelskirche (Gök), die Fischkirche (Balıklı), die Karabaş Kirche, die Tokalı Kirche und die Hirschkirche (Geyikli).

Antike Stadt Sobesos

Die Stadt Sobesos, die 30 Kilometer von Ürgüp entfernt in Richtung Soğanlı beim Dorf Şahinefendi liegt, ist eine antike Stadt, in der bei kürzlichen Ausgrabungen der Ratssaal der Stadt und ein Badekomplex vollständig ausgegraben wurden. Das ca. 400 Quadratmeter grosse Ratsgebäude besteht aus zwei kleineren Räumen und einem grossen Saal. Der eine kleine Raum ist mit Mosaiken geschmückt, der andere wurde als Grabraum verwendet. Der Saal ist an den Wänden ebenfalls mit Mosaiken verziert, er wird überdies mit Säulen abgestützt. Das Gebäude wurde in der Mitte des 4. oder im 5. Jahrhundert erbaut.

Mustafapaşa (Sinasos)

Im sechs Kilometer südlich von Ürgüp gelegenen Mustafapaşa haben bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Griechen und Türken Seite an Seite gelebt. Aus historischer Sicht sind die alten, reich mit Steinmetzarbeiten verzierten Häuser griechischer Bauart aus dem ausklingenden 19. bzw. dem beginnenden 20. Jahrhundert unbedingt sehenswert. Das westlich von Mustafapaşa gelegene Gomede-Tal erscheint wie eine kleinere Ausgabe des Ihlara-Tals. Auch dieses Tal hat mit seinen Felsenkirchen und Klöstern, seinen Bergbehausungen und dem Flüsschen, das sich durch den Wadi schlängelt, aus historischer Sicht einiges zu bieten. Die wichtigsten Kirchen und Klöster in Mustafapaşa sind: die Haghios Vasilios Kirche, die Sinasoskirche, die Alakara Kirche, das Haghios Nikolos Kloster, die Konstantin-Helenen Kirche, die Klostertalkirchen und die Kirche des heiligen Basil. Ausserdem befi ndet sich hier eine zur osmanischen Zeit errichtete Medresse mit schönen Beispielen der weit gediehenen Steinmetz- und Schnitzkunst dieser Epoche.

Pancarlı Kirche

Südlich der Ortschaft Ortahisar befi ndet sich im Pancarlık-Tal die nach ihm benannte Pancarlı Kirche. Diese einschiffi ge Kirche mit einer Apsis und einer fl achen Decke wurde in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts errichtet. Die gut erhaltenen und überwiegend in Grüntönen gemalten Fresken zeigen verschiedene biblische Szenen.

Nach einem langen Weg erreichen wir schliesslich Ihlara. Hier beginnt die Ihlara-Schlucht. Wanderer, die das Tal entlang des Flüsschens Melendiz durchwandern, werden von schattenspendenden Pappeln und Weidenbäumen begleitet. Die zahlreichen Felsenkirchen entlang dieses Weges, die biblische Atmosphäre und die authentische Natur versetzen die Besucher in eine andere Welt.

Das wegen seiner durch die Erosion geprägten geologischen Entstehungsgeschichte vorwiegend trockene Kappadokien zeigt sich in dieser Schlucht wegen ihres Flüsschens von einer ganz anderen, grünen Seite. Unseren Rückweg schliessen wir mit dem Besuch einer Kathedrale im Dorf Selime und einigen Bauten in Ağzıkarahan ab.