Kappadokien Kirchenkomplex

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Wegen der komplexen Architektur, der reichhaltigen Fresken und ihrer Eigenschaft als älteste Felsenkirche der Region ist die Tokalı Kirche bei den Besuchern des Freilichtmuseums besonders beliebt. Die einschiffi ge, aus vier Abschnitten bestehende Hauptkirche bietet den Besuchern zusammen mit der neuen Kirche, der unterhalb der alten Kirche befi ndlichen Grabkapelle und der Nebenkapelle unvergessliche Eindrücke.

Die Fresken lassen die Kirche ebenso ästhetisch wie monumental erscheinen. Neben Darstellungen verschiedener Heiliger zeigen sie biblische Motive wie „Verkündigung der frohen Botschaft“, „Christi Geburt“, „Darbringung Jesu im Tempel“, „Taufe im Jordan“, „Kreuzigung Jesu“, „Abnahme vom Kreuz“, „Grablegung“, „Frauen am off enen Grab Jesu“ und „Christi Himmelfahrt“. Die neue Tokalı Kirche verfügt über einen rechteckigen Grundriss, wobei der Eingang von der Seite erfolgte.

An ihrer Ostwand befi ndet sich eine Säulenvierung, gleich dahinter ein erhöhter Korridor, an dessen Ende man zu einer Hauptapsis und Kızılçukur-Tal: Dieser sich von Göreme bis zum Dorf Çavuşin erstreckende felsige Abschnitt wirkt wie eine verzauberte Märchenlandschaft. Der durch das Dorf Çavuşin führende Trampelweg führt Sie zu den beiden Naturdenkmälern Güllüdere und Kızılçukur. Wenn Sie den unbefestigten Weg nehmen, der neben der Moschee in Çavuşin abzweigt, können Sie diese Etappe in einer halben Stunde bewältigen. Man kann übrigens auch ein Stück weit mit dem Auto in die Täler hineinfahren. Für die Wanderung empfehlen wir die kühleren Abendstunden zu wählen.

Der Fluss, in dessen ausgetrocknetem Bett Sie hier wandern, heisst Güllüdere. In die Höhlen, die hier in den Felsen zu erkennen sind, haben sich einst die Prediger zurückgezogen, um in sich zu kehren. Auch heute ist dieser Ort ideal zum Meditieren und Nachdenken. Das einzige Geräusch, das hier die Stille durchbricht, ist das Gezwitscher der Vögel. In den unterschiedlich gearteten Felsformationen von Güllüdere und Kızılçukur wurden insgesamt zwölf Kirchen errichtet.

Angeordnet sind diese Kirchen rund um die Kirche des Johannes des Täufers in Çavuşin, weshalb man davon ausgeht, dass die Christen sich zuerst hier niedergelassen haben. Kızılçukur bietet seinen Besuchern insbesondere in den Abendstunden, kurz vor Sonnenuntergang, einen besonders beeindruckenden Anblick. Dann werden die steilen und zerklüfteten Hänge von der roten Abendsonne angestrahlt. Angesichts dieses Anblicks gerät man leicht ins Schwelgen und fühlt sich eins mit der Umgebung.

Das von Minute zu Minute wechselnde Farbenspiel verzaubert seine Betrachter. Nach diesem Schauspiel warten die Feenkamine von Paşabağları und das Dervent-Tal auf unseren Besuch.

Die Ruinenstätten Paşabağları und Zelve

Von der Ruinenstätte Paşabağları aus sind die einen Kilometer entfernten Feenkamine am besten zu sehen. Hier befi nden sich eine dem Heiligen Simeon geweihte Kapelle sowie zahlreiche in die Felsen gehauene Behausungen. Etwas weiter entfernt liegt Zelve, eine weitere, drei Täler umfassende Ruinenstätte. Sie erreichen sie, indem Sie der Strasse von Göreme nach Avanos zwei Kilometer weit folgen. Hier befi nden sich besonders viele Feenkamine. Im 4. und im 13. Jahrhundert war dieser Ort jeweils eine wichtige christliche Siedlungsstätte und gleichzeitig ein religiöses Zentrum.

Die wichtigsten hier gelegenen Kirchen sind die Fischkirche (Balıklı), die Weinkirche (Üzümlü) und die Hirschkirche (Geyikli), die nach den bei ihrer Dekoration verwendeten Motiven benannt werden und aus der Zeit vor dem Ikonoklasmus stammen. In diesem Tal, in dem bis 1952 noch Menschen lebten, gibt es ausser weiteren Kirchen noch Klöster, Behausungen, Tunnel, Mühlen und Moscheen.

Çavuşin Kirche

Die Çavuşin Kirche wurde in den Jahren 964– 965 erbaut und befi ndet sich 2,5 Kilometer von Göreme entfernt. Sie ist einschiffi g und verfügt über ein Tonnengewölbe und drei Apsiden. Die Fresken der Kirche stellen Szenen aus der Passion Christi dar. Wir setzen unsere Reise mit einem Besuch von Kaymaklı und Derinkuyu, den grössten und interessantesten unterirdischen Städte Kappadokiens, fort.

Gleich nach diesen beiden Städten wird unsere nächste Station das Flüsschen Soğanlı sein. Auf dem Rückweg werden wir dann einen Blick auf aktuelle Ausgrabungen bei Sobesos im Dorf Şahinefendi werfen und die Ortschaft Sinasos besuchen. Danach setzen wir unsere Tour nach Ortahisar fort. In Kappadokien gibt es zahlreiche unterirdische Städte, die mehrere Stockwerke tief in den weichen Tuff geschlagen wurden. Die wichtigsten dieser Städte sind Kaymaklı, Derinkuyu, Özkonak, Mucur, Örentepe, Gümüşkent und Tatlarin.

Die nächste Station auf Ihrer aufregenden Reise durch die atemberaubende Natur und die Zeugen der Vergangenheit ist das Dorf Çavuşin.