Kappadokien Die Uchisar Festung

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Die Festung Uçhisar liegt 10 Kilometer vom Stadtzentrum Nevşehir entfernt und erscheint schon aufgrund ihrer Lage wie eine natürliche Trutzburg. Diese Festung, von der man ganz Kappadokien überblicken kann, konnte sich dank ihrer geschützten Lage zur Zeit des oströmischen Reiches mit Leichtigkeit gegen den Ansturm der Araber behaupten. Im Inneren der Festung gibt es eine alte, von Menschenhand in den Fels getriebene Höhle. Sie verfügt über drei Zugänge, die alle in einer weitläufi gen Halle zusammenlaufen. Einer dieser Zugänge ist mit einer Tür aus Stein und einer dahinter gelegenen Wachkammer versehen.

Auch ausserhalb des Freilichtmuseums von Göreme gibt es zahlreiche historische Hinterlassenschaften, die Sie besuchen können. So befi ndet sich beispielsweise im Zentrum des Ortes die Orta Mahalle Kirche. Eine weitere historische Kirche, die Yusuf Koç Kirche, befi ndet sich ca. 200 Meter nördlich des Rastplatzes am Ortsausgang von Göreme in Richtung Uçhisar, allerdings auf einem privaten Gelände. Auf dem Weg dorthin können Sie ausserdem die Karşı Bucak Kapelle und die Durmuş Kadir Kirche sehen.

Der Weg vom Dorf Avcılar zum Freilichtmuseum führt zwischen den Feenkaminen hindurch auf eine Lichtung, von wo aus Sie nach links in das im Sommer trockene Flussbett abbiegen. Wenn Sie an dieser Stelle nach rechts abbiegen, können Sie im Görkün-Tal die Hinkelstein-ähnlichen Felsen in grösserer Anzahl dicht beieinander bewundern.

Auf diesem Weg kommen Sie auch durch das El-Nazar- Tal zur gleichnamigen Kirche. Zwischen der El Nazar Kirche und Göreme liegt ausserdem die Saklı Kirche. Bevor Sie das Freilichtmuseum Göreme betreten, können Sie die Marienkirche gleich neben dem Museumseingang besichtigen. Im Museum selber sind zahlreiche grössere und kleinere Kirchen (Saklı Kirche, Kılıçlar Kirche, Sankt Basil Kapelle, Santa Barbara Kapelle, Sankt Onuphrius Kirche genannt „Schlangenkirche“, Kapelle der Heiligen Katharina, Çarıklı Kirche), Speisesäle von Mönchen, Katakomben, Vorratskeller und Speisekammern zu sehen.

Anhand der hier gelegenen Klöster können Sie die Entwicklung der Kirchenarchitektur vom 7. bis zum 12. Jahrhundert anschaulich nachvollziehen. Die Fresken der verschiedenen Kirchen mit fl acher Decke oder Gewölbebögen, die zum Teil über einen kreuzförmigen Grundriss und über bis zu drei Apsiden verfügen, zeigen Darstellungen mit den für die regionalen Sakralbauten typischen Motiven.

El Nazar Kirche

Diese Kirche wurde im 10. Jahrhundert unter Wahrung der natürlichen Ästhetik des Felsens, in den sie geschlagen wurde, erbaut. Sie beeindruckt ihre Besucher mit ihren aufwendigen Fresken. Hier sehen Sie zahlreiche Szenen aus der Bibel: „Verkündigung der frohen Botschaft“, „Heimsuchung“, „Christi Geburt“, „Darbringung im Tempel“, „Taufe im Jordan“, „Auferweckung des Lazarus’“, „Einzug nach Jerusalem“, „Kreuzigung Christi“ und „Christi Himmelfahrt“.

Darüber hinaus sind auch Heiligen- Darstellungen in Medaillonform zusehen. Die Lebendigkeit der Farben und die Kunstfertigkeit der Maler ruft heute noch Begeisterung hervor. Die Kirche verfügt über einen T-förmigen Grundriss, in den beiden Flügeln ist die Decke als Gewölbebogen ausgearbeitet.

Die Hauptapsis der Kirche befi ndet sich am zentralen Schnittpunkt der Flügel mit dem Hauptschiff . Die dargestellten Szenen folgen chronologisch den biblischen Erzählungen. Die Kirche eröff net ihren Besuchern die Geschichte des späten 10. Jahrhunderts.

Nonnen- und Mönchskloster

Als interessanteste Bauwerke der Region machen das Nonnen- und das Mönchskloster insbesondere mit ihrer Architektur auf sich aufmerksam. Das am Ende des Eingangsbereichs des Museums befi ndliche Nonnenkloster ist ein in den Fels gehauenes, sechs- bis siebenstöckiges Gebäude. Die einzelnen Stockwerke sind durch Tunnel miteinander verbunden, die im Falle einer Gefahr mit Steinriegeln versperrt werden konnten. Hier gibt es eine Küche, einen Speisesaal und zahlreiche Kammern. Im 2. Stockwerk befi ndet sich eine Kapelle, und im 3. Stockwerk können Sie eine Kreuzkuppelkirche mit einer Säulenvierung und drei Apsiden bewundern.

Am meisten beeindruckt in der Nonnenkirche allerdings ein direkt auf den Fels gemaltes Fresko mit einer Jesus-Darstellung und mit roten Verzierungen. Dem Mönchskloster hat die Zeit mehr zugesetzt als den anderen hier erhaltenen Klöstern. Dieses historische Bauwerk wurde durch die Erosion stark beschädigt, wodurch die Übergänge zwischen den einzelnen Stockwerken nicht mehr zu erkennen sind. Dafür sind hier im Erdgeschoss einige Kammern rekonstruiert worden, sie führen den Besucher in die geheimnisvolle Welt der Vergangenheit.

Elmalı Kirche

Die für ihre Fresken bekannte und wegen ihrer Architektur aussergewöhnliche Elmalı Kirche wird in die Mitte des 11. bzw. den Anfang des 12. Jahrhunderts datiert. Die Kirche verfügt über neun Kuppeln, einen geschlossenen Kreuzgrundriss sowie drei Apsiden. Der Haupteingang der Kirche liegt auf der Südseite, ein weiterer Zugang führt durch einen Tunnel von Norden her in die Kirche. Die ursprünglichen Verzierungen der Elmalı Kirche waren schlichte geometrische, in Rottönen direkt auf den Fels gemalte Motive. Die faszinierenden Fresken zeigen biblische Szenen, wie „Jesu Geburt”, „Taufe im Jordan”, „Auferweckung des Lazarus’“, „Verklärung Christi”, “Einzug nach Jerusalem“ und „Letztes Abendmahl”.

Karanlık (Dunkle) Kirche

Wegen der atemberaubenden und farblich lebendigen Fresken ist diese Kirche besonders interessant. Sie wurde vermutlich gegen Ende des 11. oder zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut und verfügt über einen Kreuzgrundriss mit drei Apsiden, dessen Kreuzarme mit einem Kreuzgewölbe überspannt sind; die zentrale Kuppel wird von einer Säulenvierung getragen.

Da nur über ein kleines Fenster im „Narthex“ genannten Vorraum Sonnenlicht in die Kirche eintritt, ist der Innenraum relativ dunkel – darauf ist der Name der Kirche zurückzuführen. Dieser Umstand hat aber auch zur aussergewöhnlich guten Konservierung der Fresken geführt, die Szenen wie die Deësis, die Verkündung der frohen Botschaft, die Taufe im Jordan und das letzte Abendmahl zeigen.

Unsere nächste Station ist das Freilichtmuseum von Göreme. Dieses Gebiet hat bei der Verbreitung des Christentums eine bedeutende Rolle gespielt und wurde daher in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.