Izmir Zentrum

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Konak ist das Zentrum dieser geschichtsträchtigen Hafenstadt. Im Zuge einer Neugestaltung dieses Platzes wurden weitläufige Erholungsflächen geschaffen, daher treffen Sie hier stets ein lebendiges Treiben an.

Auf dem Platz ist eine Skulptur Hasan Tahsins zu sehen, der im Befreiungskrieg den ersten Schuss auf die Besatzungsmächte abgegeben haben soll. Ausserdem finden Sie hier die reich mit Fayencen aus Kütahya verzierte kleine Yalı Moschee, den Uhrenturm sowie die Stadtverwaltung und das Landratsamt.

Das Landratsamt (Hükümet Konağı)

Dieses Gebäude wurde in den Jahren 1868-1872 errichtet. Als hier am 9. September 1922 anlässlich des Einmarsches der türkischen Befreiungsarmee die türkische Flagge gehisst wurde, erlangte es Symbolcharakter für die Befreiung der Stadt. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung.

Der Uhrenturm

Das Wahrzeichen der Stadt

Der Uhrenturm auf dem Konak-Platz, das Wahrzeichen der Stadt, ist heute ein beliebter Treffpunkt für die Einheimischen. Er wurde 1901 vom levantinischen Architekten Raymond Charles Péré zum 25. Jubiläum der Thronbesteigung des Sultans Abdulhamid II. erbaut.

Durch die Verwendung von Eisen und Blei beim Bau des Hauptkorpus wurde der Turm erdbebensicher.

Die Uhr des Uhrenturms ist ein Geschenk des deutschen Kaisers Wilhelm II. an den osmanischen Sultan, und zwar als Zeichen der türkisch- deutschen Freundschaft und der persönlichen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern.

In den vier Ecken im grossen Raum unter dem Turm befinden sich Wasserhahnen; der Uhrenturm erhält dadurch gleichzeitig die Funktion eines „Schadirwans” (eines Moscheebrunnens). Zu den Besonderheiten des Turms gehört auch, dass er ursprünglich mit einer speziellen Leuchtgasanlage zur Erhellung seiner Umgebung ausgestattet wurde.

Die ersten Siedlungsgebiete İzmirs

Archäologische Ausgrabungen, welche die Archäologische Fakultät der Ägäis Universität von İzmir seit dem Jahr 2000 im Stadtteil Bornova durchführt, haben neue Erkenntnisse über die Geschichte der Stadt zu Tage gebracht. Für die Geschichte von İzmir wichtige Funde sind insbesondere die im Siedlungshügel von Yeşilova gefundenen, auf das Neolithikum datierten Tierreliefs sowie kleinen Skulpturen, Pfeilspitzen aus Feuersteinsplittern, kurzstielige Löffel aus gebranntem Ton und Siegel mit Labyrinthmotiven. Mit diesen Funden ist nun erwiesen, dass die Stadt seit 8500 Jahren ununterbrochen menschliches Siedlungsgebiet war.

Die zweitälteste bekannte Siedlung im Stadtgebiet von İzmir befindet sich im heutigen Stadtteil Bayraklı, in der Umgebung von Tepekule, und wird auf ca. 3000 v. Chr. datiert. Das in der Antike vom Meer umgebene Bayraklı wurde auf einer in die Bucht von İzmir hineinragenden Halbinsel gegründet. Das Bayraklı jener Zeit weist Gemeinsamkeiten mit den zeitgleichen Troja I und II auf. In der Siedlung, in der protogeometrische Keramik gefunden wurde, entdeckte man in rechteckiger Anordnung erbaute Megaron-Häuser, die auf das 10. bis 7. Jahrhundert v. Chr. datiert werden. Sie weisen Eigenschaften aus der archaischen Epoche auf.

Kadifekale

Die erste Krone İzmirs

Der in der Antike „Pagos“ genannte Berg Kadifekale, dem in der Gründungslegende der Stadt eine wichtige Bedeutung zukommt, ist mit 186 Metern Höhe die höchste Erhebung im Stadtgebiet. Von hier aus hat man den besten Blick auf die Stadt und die Bucht – die Anhöhe war daher für den Standort der Akropolis der Stadt geradezu prädestiniert. Die Überreste der Stadtmauer im Westen und im Süden werden in die Zeit des Lysimakhos, eines Generals von Alexander dem Grossen, datiert.

Mit dem Einmarsch Alexander des Grossen in Anatolien im Jahre 334 v. Chr. wurde das Siedlungszentrum von İzmir von Bayraklı nach Kadifekale verlegt. Der antike Geograph Strabon berichtet, in İzmir, der schönsten unter den 12 Städten des religiösen und politischen Ionischen Bundes, habe es eine sich vom Berg Kadifekale bis zum Hafen erstreckende städtische Infrastruktur gegeben, mit aus gleichmässigen Steinen gepflasterten Strassen, einem der Göttin Aphrodite und Homer geweihten Tempel, einem Amphitheater, einer Agora, einem Stadion, Getreidelagern sowie einer Zisterne und Aquädukten.

Agora

Zentrum der Kunst, des Handels und der Philosophie

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Agora ist „Marktplatz, Ortszentrum, Handelszentrum“. Tatsächlich übernahm die Agora einer Stadt wichtige Funktionen für den Handel, die Rechtsprechung und die Politik; sie war ein Ort, an dem den schönen Künsten gehuldigt und grundlegende philosophische Thesen aufgestellt wurden. Dort befanden sich ausladende Peristyle, Denkmäler, Altare und Skulpturen.

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Die Agora der Stadt İzmir, die sich heute im Viertel Namazgâh befindet, stammt aus der römischen Epoche (2. Jahrhundert n. Chr.) und wurde in der Nähe des Zentrums nach dem Vorbild des griechischen Baumeisters Hippodamos von Milet in Rasterform auf drei Stockwerken errichtet. Diese Agora ist die grösste und am besten erhaltene Agora aus römischer Zeit.

Heute weiss man, dass sich in der Mitte der rechteckig ausgebildeten Agora von İzmir ein weitläufiger Innenhof befand, um den herum es ein auf Säulen und Bögen gestütztes, dreistöckiges und mit einer vorgebauten Treppe verbundenes Gebäude gab.

Das am nördlichen Tor der Agora zu sehende Relief mit einer Darstellung der Göttin Vesta ist nur ein Teil eines grossen Reliefs, das sich einst auf dem bei Grabungen entdeckten Zeus-Tempel befand. Bei diesen Grabungen entdeckte man ausserdem Statuen der Götter Hermes, Dionysos, Eros und Herakles sowie zahlreiche Reliefs, Skulpturen und Figuren von Männern, Frauen und Tieren sowie Kunstgegenstände aus Marmor, Knochen, Glas, Metall und Ton. Erst vor kurzem entdeckte Inschriften berichten über die grosszügigen Spender, die nach einem Erdbeben im Jahre 178 der Stadt beim Wiederaufbau halfen.

Kemeraltı

Historischer Basar

Kemeraltı ist ein historischer Basar, der sich über das Gebiet zwischen dem Viertel Mezarlıkbaşı und dem Konak-Platz erstreckt. Die Anafartalar-Strasse, welche die heutige Hauptstrasse dieses

Basars darstellt, bildet einen weiten Bogen, der davon zeugt, dass diese Strasse sich vor Jahrhunderten um den Binnenhafen der Stadt erstreckte.

Früher wie heute ist der Kemeraltı-Basar das wichtigste Einkaufszentrum von İzmir. Auf dem teils überdachten, teils offenen Basar finden Sie traditionelle türkische Handwerkskunst, Töpferwaren Holzprodukte, Messingwaren, Teppiche und Kelims, Lederwaren und das gesamte Spektrum der traditionellen ägäischen Küche.

Konak Pier

Modernes Einkaufszentrum

Der Konak Pier, der sich nur einen Fussmarsch von den Geschäftsvierteln Alsancak und Konak entfernt befindet, wurde in den Büros von Gustave Eiffel in Frankreich geplant und 1875-1890 in der osmanischen Zeit erbaut. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Gebäude als Zollhaus genutzt. Dieses wegen seiner Stahlkonstruktion berühmte Bauwerk wurde erst kürzlich von Grund auf restauriert und in ein modernes Einkaufs- und Vergnügungszentrum umgewandelt. Das unter dem Namen Konak Pier wiedereröffnete Zentrum bietet auf einer Fläche von 20 000 Quadratmetern Platz für bis zu 50 Läden und Geschäften. Darüber hinaus finden Sie hier auch Restaurants, Cafés und ein Kino.

Alsancak Uferpromenade

Inspiration von Gedichten und Liedertexten

Wie Perlen an einer Kette sind sie an der Uferpromenade aufgereiht: die Bars, Cafés, Fischrestaurants und Designerläden. Mit seinen romantischen Sonnenuntergängen, den kühlen Abendwinden, den Flanier- und Radfahrwegen sowie den hier veranstalteten Paraden ist dieser Ort Inspiration für zahlreiche Gedichte und Lieder. Die als Kordon bezeichnete Uferpromenade (1.Kordon) ist für die Einheimischen Treffpunkt und Ort der Erholung und des Vergnügens zugleich.

Dönertaş-Brunnen

Der im Viertel Basmane-Dönertaş gelegene Dönertaş-Brunnen verdankt seinen Namen einer drehbaren Säule (döner taş = sich drehender Stein), die sich an einer Ecke des Brunnen befindet; das Gebiet um den Brunnen trägt ebenfalls dessen Namen. Dieser im frühen 19. Jahrhundert erbaute quadratische Brunnen verfügt über eine Kuppel und ist eines der schönsten Beispiele der türkischen Barockarchitektur.

Die aus dem Marmor heraus- gearbeiteten Kompositionen aus Blumenvasen und Obst-schalenmotiven sind bezeichnend für die als Tulpen-Epoche bezeichnete Zeit. Weitere Ornamente zeigen Tulpen, Rosen, Kleeblätter, Blätter, Äste und ähnliche Pflanzenmotive. Dieses Bauwerk ist eines der schönsten Brunnenbauten İzmirs.

Das Asansör (Ascenseur) Viertel

Im Jahre 1907 spendete ein jüdischer Geschäftsmann namens Nesim Levi den Bewohnern dieses Viertels einen Fahrstuhl (türk.: Asansör), um den Zugang zu den höher gelegenen Wohngebieten oberhalb der Mithatpaşa-Strasse zu erleichtern. Heute hat sich dieser Fahrstuhl zu einer touristischen Attraktion der Stadt entwickelt. Dieses Bauwerk, bei dem besonderer Wert auf Ästhetik gelegt wurde, gilt als Paradebeispiel für das soziale Zusammenleben der Stadt.

Kızlarağası Hanı – Das Gästehaus des Obereunuchen

Ein Spiegelbild der osmanischen Zeit

Zur seldschukischen und osmanischen Zeit waren als Karawanserei oder Han bezeichnete Gästehäuser für den Handel von besonderer Bedeutung. Hier konnten sich Händler entlang der Karawanenrouten oder am Ziel ihrer Reise, wo Sie ihre Waren verkaufen und andere kaufen wollten, mitsamt ihren Gütern, ihrem Lastvieh und ihrem Gefolge einquartieren.

Das Kızlarağası Gästehaus wurde im Jahre 1744 durch den Obereunuchen Hacı Beşir Ağa erbaut und eröffnet. Dieses seltene Beispiel osmanischer Baukunst in İzmir, das bis heute erhalten blieb, verfügt wie die meisten osmanischen Gästehäuser über einen Händlerbereich und einen breiten Innenhof. Es hat einen rechteckigen Grundriss und ist mit seinen zwei Geschäftsebenen und seinem Innenhof ein beeindruckendes Gebäude.

Nach einigen Restaurationen in den letzten Jahren wird es heute als Einkaufszentrum von authentischem Charakter und sozialer Bedeutung genutzt.

Çakaloğlu Gästehaus

Dieses Gästehaus befindet sich direkt gegenüber dem Kızlarağası Gästehaus; es stammt aus dem 19. Jahrhundert. Mit seiner eigenwilligen Architektur hebt es sich von den Gästehäusern in der Umgebung ab.

In İzmir befindet sich der Tempel der Artemis, der zu den Sieben Weltwundern der Antike gehört.