Izmir Westen

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Station des Weingottes Dionysos

Der Überlieferung zufolge gründete Tsaferinos, ein General Alexanders des Grossen, die Stadt; auf ihn geht auch der Name zurück.

Fünf Kilometer von der Kreisstadt entfernt befindet sich der Jacht- und Fischerhafen Sığacık. Einen Kilometer südlich des Hafens liegen die Ruinen der antiken Stadt Teos, die einer weiteren Überlieferung zufolge bereits um das Jahr 1000 v. Chr. als eine ionische Kolonie gegründet wurde. Ein Glaube besagt, der Ort sei von Athames, dem Sohn des Dionysos, gegründet worden. Teos wurde später von den Lydern und dann von den Persern regiert.

Das einst architektonisch und wirtschaftlich bedeutende Teos weist heute noch Überreste aus der Zeit Alexanders des Grossen und seiner Generäle sowie aus römischer Zeit auf. Das wichtigste in Teos entdeckte Bauwerk ist der für Besucher offene Dionysos- Tempel. Weitere wichtige Ruinen sind die Agora, das Gymnasion, das Amphitheater, das Odeon, die Stadtmauer und der Hafen.

Seine Geschichte und sein natürlicher Reichtum machen Teos, das eine typisch ionische Stadt war, wertvoll. Zu jener Zeit lebte die Bevölkerung vom Seehandel. Der berühmte Dichter Anakreon, dessen Gedichte auf den Wein und die Liebe bekannt sind, wurde hier geboren (6. Jahrhundert v. Chr.). Im Ort Sığacık, durch den man auf dem Weg nach Teos unweigerlich kommt, gibt es ausserdem eine osmanische Burg aus dem 16. Jahrhundert.

Bemerkenswert sind im Weiteren die unvergleichlichen Sonnenuntergänge in der Bucht von Sığacık, die einem natürlichen Hafen gleicht. Vor einigen Jahren wurde hier ein Jachthafen eingerichtet.

Urla

Die älteste Produktionsstätte von Olivenöl weltweit Urla, eine typisch ägäische Ortschaft, liegt ca. 38 Kilometer westlich von İzmir mitten auf der gleichnamigen Halbinsel. Die kleinen Plätze und Cafés unter Weinbaldachinen, die authentischen Fischer und der Dorfmarkt bilden ein Spiegelbild der ägäischen Seele.

Die Halbinsel Urla verfügt über eine 40 Kilometer lange Küste mit unberührten Buchten und 12 dazugehörigen kleinen Inseln. Insbesondere die im Süden der Halbinsel, 7 Kilometer von Urla entfernten Dörfer Demircili, Yağcılar und Zeytineli sind für ihre unübertroffenen Buchten und das saubere Meer bekannt. Ein im Dorf Yağcılar zu findendes Bauernhaus ist ein authentisches Beispiel für die Synthese regionaler Ursprünglichkeit und moderner Architektur. Dieser kulturell stets bedeutende Ort war (Wahl-) Heimat von Persönlichkeiten wie dem Autor Necati Cumalı, dem Komponisten und Sänger Tanju Okan und dem Dichter Yorgo Seferis.

Von den 12 Inseln in der Umgebung von Urla werden die Inseln Uzunada und Hekimadası militärisch genutzt, während die Insel Yassıada mit ihren wunderschönen Stränden den Touristen offensteht. Auf der Insel Karantina hingegen befindet sich ein staatliches Krankenhaus. Urla wurde in den letzten 30 Jahren besonders wegen seines historischen Hafenbereichs mit der vorgeschichtlichen Siedlung Limantepe und der später gegründeten Stadt Klazomenai bekannt. Diese Stadt war in der Antike als Stadt mit dem besten und ältesten Hafen bekannt. Bei Ausgrabungen in Klazomenai gefundene Artefakte sind unter anderem im Louvre in Paris, im Griechischen Nationalmuseum in Athen und im Archäologischen Museum in İzmir ausgestellt.

Die Insel Karantina wurde durch ein Quarantänehospital bekannt, das die Franzosen 1865 im Auftrag der Osmanen errichteten; von diesem Hospital stammt auch der Name der Insel.

Das Dorf Güvendik befindet sich 6 Kilometer nordwestlich vom Hafen von Urla – an einer Stelle, welche die Bucht von Urla überragt. Es ist für seine ursprünglichen Dorfhäuser berühmt. Hier kann man unter fast tausendjährigen Olivenbäumen die Region Çeşmealtı aus der Vogelperspektive betrachten.

Die Geschichte Urlas beginnt in der Siedlung Limantepe.

Diese ist ein der Insel Karantina gegenüberliegender, ins Meer uslaufender grüner Hügel. Dort befindet sich heute die Anlegestelle von Urla. Auf dieser Halbinsel wurde eine als „prähistorisches Klazomenai“ bekannt gewordene Siedlung aus der Zeit von 6000 v. Chr. ausgegraben. Man weiss heute, dass die einheimische Bevölkerung bereits 4000 v. Chr. Produktionsstätten für Olivenöl betrieb und für ihre Wein-, Parfüm- und Stoffherstellung bekannt war. Auch auf dem Gebiet des Bergbaus erreichte sie ein bemerkenswertes Niveau. Es ist überdies bekannt, dass es in Anatolien bereits seit 10 000 Jahren Olivenbäume gibt. Anhand der in Urla gefundenen, weltweit ältesten Produktionsstätte für Olivenöl kann der Aufbau der Olivenmühle und der beeindruckende damalige Kenntnisstand über hydraulische Grundlagen bewundert werden.

Die Stadt Klazomenai, die im 10. und 9. Jahrhundert v. Chr. als eine der 12 ionischen Städte gegründet wurde, entwickelte sich zu einem wichtigen Handelszentrum. Nach den Perserstürmen im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. wurden die Keramikwerkstätten verlassen und stattdessen Produktionsstätten für Olivenöl errichtet. Das Gebiet, das in byzantinischer Zeit an Bedeutung verlor, geriet 1330 in den Bereich des Beyliks Aydın und wurde in 4 Kilometer Entfernung zur Küste als eine türkische Stadt unter dem Namen Urla neu gegründet. Im 15. Jahrhundert wurde die Ortschaft dann osmanisches Reichsgebiet.

Die älteste und monumentalste Moschee von Urla ist die Fatih İbrahim Bey Moschee, die aus dieser Epoche stammt.

Buchtenidyll in Türkis und Blau

Karaburun befindet sich auf der gleichnamigen Halbinsel, nördlich einer Linie zwischen den Buchten von Balıklıova und Gerence. Die Kreisstadt Karaburun ist 100 Kilometer von İzmir entfernt und der Landkreis erstreckt sich über eine Fläche von 415 Quadratkilometer. Die höchste Stelle von Karaburun ist der 1212 Meter hohe Berg Akdağ.

Der älteste bekannte Name der Stadt ist Mimas. Später wurde die Siedlung Stela oder Stylarius genannt. Nachdem das Gebiet im Jahre 1415 osmanisches Reichsgebiet wurde, wechselte der Name erneut – diesmal in Ahırlı (Ahurlu). 1910 wurde das Gebiet verwaltungstechnisch von Çeşme unabhängig und Karaburun zur eigenen Kreisstadt erklärt. Man vermutet, dass der Name, der „schwarze Landzunge“ bedeutet, auf die dunkle Färbung der Erde zurückgeht. Das Wort „kara“ wird im Volksmund aber auch für „Norden“ verwendet, so dass sich der Name auch auf die geographische Lage beziehen könnte.

Zum Landkreis gehören insgesamt 13 Dörfer: Ambarseki, Bozköy, Eğlenhoca, Haseki, İnecik, Kösedere, Küçükbahçe, Tepeboz, Saip, Salman, Sapıncık, Parlak und Yayla; ausserdem ist die hier gelegene Ortschaft Mordoğan sehenswert. In diesem Gebiet gibt es zahlreiche alte Steinhäuser, die bis heute dem Zahn der Zeit getrotzt haben. Auch das komplett verlassene Dorf Sazak mit seinen alten Häusern ist äusserst interessant.

Um die Buchten zu erreichen, müssen Sie die Hauptstrassen verlassen und die Nebenstrassen einschlagen. Am Ende eines jeden Weges befinden sich mitten im Nirgendwo wunderschöne Buchten mit glasklarem Wasser. Insgesamt gibt es in Karaburun 21 Buchten: Sıcağıbükü, Kumburnu, Çatalkaya- Bucht, Mordoğan-Anlegestelle, Ardıç, Kaynarpınar, Boğabağı, Akbük, Esendere, Olcabük, Bodrum, Karaburun-Anlegestelle, Yeniliman, Kumbükü, Bafembükü, Denizgiran, Eğriliman, Dikencik, Karareis, Kocadere und Gerence.

Wenn Sie mit Ihrem eigenen Fahrzeug nach Karaburun reisen möchten, nehmen Sie zunächst die Autobahn İzmir-Çeşme. Nach der Ausfahrt Karaburun sind dann noch etwa 55 Kilometer zu bewältigen. Die Strecke führt durch zahlreiche Fischerdörfer. Um hierher zu kommen, können Sie auch die von İzmir (Stadtteil Üçkuyular) abfahrenden Busse benützen. Die Busse fahren in den Wintermonaten alle eineinviertel Stunden und in den Sommermonaten zu jeder halben Stunde nach Karaburun. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden und 10 Minuten. Ausserdem können Sie von Üçkuyular aus mit der Fähre oder einem Boot nach Karaburun aufbrechen.

In dem sehr bergigen Gebiet gibt es nur wenige für die Landwirtschaft geeignete Flächen. Auf diesen raren Flächen werden insbesondere Oliven, Artischocken, Weintrauben, Narzissen und Hyazinthen angebaut. Insbesondere die Narzissen sind eine wichtige Einnahmequelle der Region. Es ist bekannt, dass die bereits in der Antike angebauten Narzissen von hieraus über die Ägäis- und Mittelmeerregion ihren Weg in die Welt fanden.

Die Fischer von Karaburun fangen meistens Meeräschen und Seebarsche. Diese Gewässer sind ausserdem die Heimat der vom Aussterben bedrohten Mittelmeer- Mönchsrobben (Monachus Monachus).

Die bekanntesten regionalen Gaumenfreuden sind Keşkek (eine Art Getreide-Fleischbrei), Dede Sarığı, Mais-Börek, Can-Börek, Tas Eintopf und die Süssspeise Kıvırma. Ziegenkopfkäse, scharfer Kopanistkäse, Karaburunmeeräsche und schwarzer Traubensirup aus dem Dorf Sapıncık sowie der Blütenhonig von Küçükbahçe sind ebenfalls bekannte Produkte bzw. Speisen der Region.

Hätten Sie’s gewusst? Sieben bedeutende ökumenische Konzile der Christenheit wurden in Anatolien abgehalten. Homer, der bekannte Verfasser der „Ilias“, wurde im westtürkischen İzmir geboren.