Izmir Suden

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Torbalı

Metropolis

Das an der Strasse von İzmir nach Ephesus gelegene Torbalı befindet sich auf einem die Tiefebene überragenden Hügel zwischen den Dörfern Yeniköy und Özbey. In diesem Gebiet, das zwischen den antiken Städten Selçuk (Ephesus), İzmir (Smyrna), Değirmendere (Kolophon) und Ahmetbeyli (Notion) liegt, wurde nach der prähistorischen Epoche erstmals im 3. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit des Königreichs der Seleukiden eine Stadt gegründet, die den Namen Metropolis erhielt, was soviel wie „Stadt der Muttergöttin“ bedeutet.

Ihre Blütezeit erreichte die Stadt Metropolis in der hellenischen Epoche. Unter der römischen Herrschaft wurden hier Altare zu Ehren des Kaisers Augustus errichtet. Später war die Stadt byzantinischer Bischofssitz. Bei Ausgrabungen brachte man auch bedeutende Funde aus der Zeit vor der städtischen Siedlung zu Tage. Unter byzantinischen und hellenistischen Ruinen wurden, neben Fundstücken aus der archaischen Zeit, fünftausend Jahre alte – also aus der frühen Bronzezeit stammende – Tonscherben, Steinäxte und Stücke aus Obsidian (einer Art Naturglas) gefunden.

Auf der Akropolis der Stadt finden Sie die Ruinen eines dem Kriegsgott Ares geweihten Tempels, an deren Hängen die Überreste eines Theaters sowie öffentlicher Gebäude, etwa ein Peristyl. Bei Ausgrabungen fand man das Bühnenhaus des Theaters,die Orchestergrube, einige Sitzreihen sowie für Edelleute bestimmte Sitzplätze und Altare. Heute weiss man, dass das Peristyl in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. mithilfe von Spenden wohltätiger Bürger gebaut wurde.

Die Mauern, welche die Akropolis der Stadt umgeben, umfassen ein Areal von ungefähr 16 000 Quadratmetern und gelten als die besten Beispiele damaliger Architektur. Dass die Stadt nicht nur von der Landwirtschaft, der Tierzucht und dem Marmorabbau, sondern auch von der Handwerkskunst lebte, zeigen die Glasmanufaktur und die Überreste der Glaswaren, die hier hergestellt und entdeckt wurden.

Die Umgebung der antiken Stadt Metropolis ist übersät von antiken, römischen und byzantinischen Ruinen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Dazu zählen die Siedlungshügel Araplıtepe, Aslanlar, Sinektepe und Tepeköy. Bei den Ausgrabungen hier wurden zahlreiche Gegenstände aus Bronze, Glas, Keramik und Ton gefunden, beispielsweise Amphoren und Münzen.

Die Untersuchung einer der Muttergöttin geweihten Kulthöhle, der die Stadt ihren Namen verdankt, sowie die hiesigen Ausgrabungen dauern immer noch an. Die in der Höhle entdeckten Funde, etwa Listen mit Prophezeiungen, zeugen davon, dass die Höhle der Muttergöttin als Orakelstätte diente.

Menderes

Die Kreisstadt Menderes liegt 20 Kilometer von İzmir entfernt. Im Westen des Landkreises Menderes befinden sich die Ruinen der antiken Stadt Lebedos. Diese bilden mit den Überresten der antiken Städte Kolophon, Klaros und Notion, die alle eng beieinander zwischen Menderes und Selçuk liegen, die wichtigsten archäologischen Zeugen jener Zeit in dieser Region.

Das ebenfalls hier gelegene Gümüldür ist die Heimat der weltweit bekannten Mandarinenart „Satsuma“. Özdere ist wegen des klaren Wassers und der sauberen Strände bei Urlaubern und wegen der reichen Fischvorkommen auch bei Freizeitanglern sehr beliebt. Die bunten Glastalismane gegen den bösen Blick, die man in der Türkei „Nazar Boncuğu” nennt und die die Bewohner des Dorfes Görece in Heimarbeit herstellen, sind bei einheimischen wie ausländischen Touristen gleichermassen beliebt.

Das heutige Değirmendere verdankt seinen antiken Namen dem westlich der Stadt gelegenen Berg Kolophon. Kolophon ist die einzige ionische Stadt, die nicht am Meer gegründet wurde.

Gemeinsam mit dem Hafen von Notion und der Tempelstadt Claros bildete Kolophon eine starke Einheit. Trotz ihrer Vergangenheit in den lydischen, persischen und seleukidischen Reichen sowie im Königreich Bergama wurden hier nur wenige antike Überreste gefunden. Im Zuge der grossen ionischen Völkerwanderungen stand die Stadt unter dem Einfluss der Kreter und Mykener.

Ausgrabungen bei den Ruinen der Stadt, die bereits im Jahre 1886 entdeckt wurden, führt man erst seit 1922 durch. Der untere Stadtbereich befand sich im Süden der Akropolis, er ist von Mauern umgeben, die aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammen. Die erste Siedlung liegt südöstlich des Akropolis-Hügels.

An dessen Nordhang sind noch Spuren von Bauten zu sehen: Erhalten geblieben ist nur das auf das 4. Jahrhundert v. Chr. datierte Peristyl. Bekannt ist, dass der berühmte Philosoph und Dichter Xenophanes im 6. Jahrhundert v. Chr. in Kolophon lebte.

Ahmetbeyli

Claros, die Stadt des Orakels

Es wird vermutet, dass die Gründung dieser Stadt ursprünglich auf einen dem Gott Apollo geweihten Tempel zurückgeht, den die Einwohner von Kolophon im 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr. errichteten. Dieser im dorischen Stil erbaute Tempel war wegen seiner Wahrsager, denen mysteriöse Kräfte zugesprochen wurden, äusserst weit herum bekannt. Überreste aus ionischer, römischer und byzantinischer Zeit sind hier zu finden. Claros, das keine eigenständige Stadt war, entwickelte sich in Abhängigkeit zu Kolophon. Im Propylon der Stadt, von dem man annimmt, dass es im 2. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde, fand man Inschriften, die von den Besuchern des Orakels stammen. Vom Propylon aus führte ein beidseitig mit Säulen und Statuen gesäumter Weg zum Apollo-Tempel.

Die Apollostatue im heiligen Saal hatte eine Höhe von 7,5 Meter; vor dem Tempel stand in 2,5 Meter Entfernung ein monumentaler Altar. Die Ruinenstätte, an der die Ausgrabungsarbeiten der Ägäis Universität bis heute andauern, ist für Besucher zugänglich.

Hafenstadt Notion

Notion, die Hafenstadt von Kolophon, liegt 2 Kilometer von Claros entfernt. Obwohl die Bauten nicht bis in die heutige Zeit erhalten blieben, sind die 4 Kilometer langen Stadtmauern aus hellenischer Zeit erwähnenswert. Aufgrund seiner Nähe zu Kolophon und Claros und der Aussicht auf die Insel Samos sowie auf Kuşadası und Ephesus ist der Ort einen Besuch wert. Im südlich von Ahmetbeyli gelegenen Notion befanden sich einst, von Stadtmauern umgeben, ein Athene-Tempel, ein Bouleuterion und ein Amphitheater.

Hätten Sie’s gewusst? Sieben bedeutende ökumenische Konzile der Christenheit wurden in Anatolien abgehalten. Homer, der bekannte Verfasser der „Ilias“, wurde im westtürkischen İzmir geboren.