Izmir Kulinarische Spezialitaten

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Eine Synthese aus der tausendjährigen kulturellen Verschmelzung, dem regionalen Klima und den geographischen Gegebenheiten wartet für den Besucher İzmirs mit einer der reichhaltigsten Küche Anatoliens auf. Die facettenreiche Kultur und die Toleranz der Ägäis spiegeln sich in der Vielfalt der Speisen wider, die – um nur einige zu nennen – von der albanischen, bosnischen, levantinischen und jüdischen Küche geprägt ist.

Die Küche von İzmir bietet eine ganz andere, eine kulinarische Reise. Als die Türken einst aus den Steppen Zentralasiens nach Anatolien kamen, lernten sie Speisen kennen, die mit Olivenöl zubereitet wurden.

Der Olivenbaum, eine der ältesten Pflanzen der östlichen Mittelmeerregion, spielte auch in der Ägäis eine wichtige Rolle. Die Olive – sie ist ein wichtiges Element des gemeinsamen Erbes der verschiedenen Mittelmeerzivilisationen – hat als Nahrungsmittel eine lange Geschichte. Das als Quell der Schönheit und Grundlage einer gesunden Ernährung geltende Olivenöl ist eine der wichtigsten Zutaten der mit heilsamen Kräutern aus İzmir und Umgebung zubereiteten Speisen. Dazu gehören gefüllte Weinblätter, Saubohnen, Okraschoten, Augenbohnen, gefüllte Paprika, Artischocken, Spinat, Zucchini, Kürbisblüte und Weisskohl.

In den Sommermonaten wird das Olivenöl mehrheitlich für die Zubereitung von Auberginen, Paprika und Zucchini verwendet, in den Wintermonaten eher für Mohrrüben und Blumenkohl.

Kräuter und Pflanzen, wie Fenchel, wilder Chicorée, Brennnesseln, Löwenzahn, Rucola und Portulak, sind die beliebtesten Zutaten

zu den Speisen, Salaten und Backwaren der Region. Zur vielfältigen Entwicklung der Kräuterkultur in İzmir trugen die von den ägäischen Inseln

stammenden Einwohner wesentlich bei.

Als bekannteste Gerichte der Küche İzmirs können genannt werden: Hackfleischbällchen mit Tomatensauce nach İzmir Art, Hackfleischbällchen nach Ayvalık, Bergama, Ödemiş oder Tire Art, die mit verschiedenen Garnituren und Saucen serviert werden. Ihren Ursprung haben diese Gerichte zum Teil bereits in seldschukischer und osmanischer Zeit. Weitere typische Gerichte der Region sind Leber auf Albanisch, Leberstülp, Lamm am Holzspiesschen, Elbasan-Pfanne, Lammfleisch mit Fenchel und Şevket-i Bostan.

Eine Reise durch die Küche İzmirs führt zwangsläufig zu einer weiteren wichtigen Station – den Meeresfrüchten. Fischgerichte, wie in Weinblättern gedünstete Sardellen, Seezungenfilet, Schnauzenbrassenpfanne, gebratene Sprotten, Fisch in Milch, gesalzener Fisch und „Mese“ genannte Vorspeisen wie Oktopus, Klammmuscheln, Garnelen, Miesmuscheln, gefüllte Miesmuscheln, Tintenfisch und Krabben sind die Zierde einer jeden Tafel.

Ohne die Früchte und Süssspeisen dieser Region zu erwähnen, ist diese Reise nicht vollkommen: Feigen sind seit Jahrhunderten die Krönung aller Obstsorten. Eine besondere Feigensorte, die sogenannten „Bardacık“, gedeiht nur auf den immer weniger werdenden Bäumen der Region İzmir und Çeşme. Feigen – sie werden auch gerne zum Frühstück verzehrt – werden zusammen mit Walnüssen gebacken und so zu einer erlesenen Süssspeise verarbeitet. Zusammen mit Mandeln, Pflaumen, Zitronen, schwarzen und weissen Maulbeeren, Mandarinen und Orangen schmecken die Feigen der Region besonders gut.

„Lokma“ genannte, frittierte Teigbällchen, Süssspeisen aus Ziegenkäsebruch, ägäischer Obstsalat, gebackener Milchreis, Tulumba (in frittiertes süsse Spritzgebäck), Kalburabastı (gebackene und mit Zuckerwasser getränkte Teigspeise), Reismehlpudding mit Mastixharz und weitere Süssspeisen mit so klangvollen Namen wie Kazandibi, Revani, Şambalı oder Zerde sind Anlass genug, die kulinarische Reise durch İzmir ein weiteres Mal anzutreten.

Hätten Sie’s gewusst? Das in Homers Epos „Ilias“ erwähnte, sagenumwobene Troja liegt in der Türkei. Der bekannte Philosoph Aristoteles, welcher der Lehrmeister Alexander des Gros- sen war, unterrichtete drei Jahre lang im nördlich von İzmir gelegenen Assos.