Izmir Kirche

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Die älteste, heute noch genutzte Kirche İzmirs wurde im Jahre 1625 mit Erlaubnis des Sultans Süleyman dem Prächtigen errichtet. Die berühmten, aufwendigen Fresken und Wandverzierungen der Kirche stellen die Ermordung des Stadtpatrons von İzmir dar – des heiligen Polycarp, der von den Römern im antiken Stadion auf dem Berg Pagos (heute Kadifekale) getötet wurde. Der aus İzmir stammende Architekt Raymond Charles Péré, der sie im 19. Jahrhundert restaurierte, verewigte sich selber, indem er sich der Darstellung hinzufügte – mit verbundenen Händen, zum verzweifelten und hilflosen Betrachten des Geschehens verdammt. Bei dem auf einer Seitenwand im nördlichen Kirchenschiff dargestellten Motiv „Heilige Anna und die kindliche Maria” ist ausserdem Pérés Tochter als junge Maria zu sehen.

Sankt Johannes Kirche

Mit dem Bau dieser Kirche wurde im Jahre 1862 begonnen, 1874 wurde sie geweiht. Der Hauptaltar ist eine Schenkung des Papstes Pius IX.

Es ist bekannt, dass der Sultan Abdulaziz im Jahre 1863 eine grosse Menge Gold zum Bau dieser Kirche beitrug. Die Kirche wird heute noch von protestantischen und von katholischen amerikanischen Gemeinden genutzt.

Sankt Helenenkirche

Die im Stadtteil Karşıyaka gelegene Sankt Helenenkirche, welche die Handschrift des Architekten Raymond Charles Péré trägt, ist das monumentalste Beispiel gotischer Renaissance in İzmir. Die Kirche wurde mit der Erlaubnis des Sultans Abdulhamid auf einem von der levantinischen Familie Aliotti gestifteten Grundstück errichtet.

Synagogen

Die Synagogen von İzmir konzentrieren sich hauptsächlich auf die an das Viertel Namazgâh angrenzenden Bezirke. Hier liegt auch das

traditionelle Siedlungsgebiet der jüdischen Einwohner İzmirs. Die mit Beginn der spanischen Inquisition ab 1492 von der iberischen Halbinsel geflüchteten Juden, die sich in İzmir niederliessen, schlossen sich – wie in anderen Städten auch – entsprechend ihren Herkunftsgebieten wieder zu Gemeinden zusammen. Jede Gemeinde errichtete nach und nach

ihr eigenes Gotteshaus. Wegen der vielen Synagogen in diesem Gebiet wird die in den Karten als 927. Strasse eingetragene Strasse im Viertel Mezarlıkbaşı von den Einheimischen heute noch „Synagogengasse“ („Havra Sokağı“) genannt.

Beth Israel Synagoge

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts liess sich die jüdische Bevölkerung von İzmir vermehrt in den Stadtteilen Göztepe, Karantina und Karataş

nieder. Daher gab der Sultan Abdulhamid II. am 15. März 1905 den Befehl zum Bau dieser grössten Synagoge İzmirs. Sie befindet sich im Stadtteil Karataş, in der Mithatpaşa Strasse, und wurde 1907 eingeweiht. Der Innenausbau der Synagoge ging allerdings noch etliche Jahre weiter,

so dass sie erst seit 1950 den heutigen Zustand hat. Die aus massivem Mahagoni hergestellten Holzverzierungen wurden von den berühmtesten Meistern ihrer Zeit angefertigt. Die zweistöckige Synagoge bietet ausreichend Platz für insgesamt 600 Gläubige, wobei das Erdgeschoss den Männern und das obere Stockwerk den Frauen vorbehalten war.

Heute wird das Gotteshaus insbesondere für Hochzeiten und religiöse Anlässe wie die Bar Mitzwa genutzt.

Hätten Sie’s gewusst? Sieben bedeutende ökumenische Konzile der Christenheit wurden in Anatolien abgehalten. Homer, der bekannte Verfasser der „Ilias“, wurde im westtürkischen İzmir geboren.