Izmir Ephesus

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Ephesus

Von Artemis zur Mutter Maria...

Die antike Stadt Ephesus, ein Hort der Zivilisationen, war zur Zeit des Römischen Reiches Sitz des Statthalters (Prokonsul) der Provinz Asia; in den Jahren 100-200 n. Chr. war sie mit ca. 200 000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt Kleinasiens. Hierher hat der Apostel Paulus den Brief an die Epheser geschickt, hier hat die ägyptische Herrscherin Cleopatra den römischen Kaiser Marc Anton getroffen und hier haben die Mutter Maria und der Apostel Johannes die letzten Tage ihres Lebens verbracht. Ephesus ist heute mit ca. 1,5 Millionen Besuchern im Jahr eines der wichtigsten historischen Erbe in der Türkei.

Diese antike Stadt, deren Ruinen heute in Selçuk zu finden sind, hat im Laufe ihrer Geschichte aus historischer und kultureller Sicht stets eine wichtige Rolle gespielt und kann auf eine Siedlungsgeschichte zurückblicken, die bis ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurückgeht.

Der Sage zufolge wurde Ephesus durch Androklos, den Sohn des Königs Kadros, gegründet. Allerdings ist heute bekannt, dass die eigentliche Gründung viel weiter zurück liegt, da hethitische Texte die Stadt unter dem Namen Apasa als Hauptstadt des Königreichs Arzawa erwähnen.

Um das Jahr 1000 v. Chr. liessen sich hier Bewohner der ägäischen Inseln nieder, die hier ihre Kolonien gründeten.

In der Tradition der Göttin Kybele, der Muttergöttin Anatoliens in der

Antike, wurde der grösste Tempel der Artemis in Ephesus errichtet. Dieser Tempel wurde als eines der sieben Weltwunder betrachtet. Nachdem sich ab 1050 v. Chr. Einwanderer von den ägäischen Inseln in der Hafenstadt Ephesus niederliessen, wurde das Stadtzentrum 560 v. Chr. in die Gegend um den Artemis- Tempel verlegt.

Das Ephesus, das Sie heute besichtigen können, wurde ca. 300 v. Chr. durch Lysimakhos, einen General Alexanders des Grossen, gegründet. Diese Stadt, die zu jener Zeit und später im Römischen Reich ihre Blütezeit erlebte,

konnte später aufgrund der Verschlammung des betriebsamen Hafens nicht mehr genutzt werden. Deshalb wurde sie zur Zeit des byzantinischen Kaisers Justinian (527-565) in das Gebiet um die Johannesbasilika verlegt, die dieser auf dem Hügel von Ayasuluk hatte errichten lassen. Die 1330 durch die Türken eroberte und dann zur Hauptstadt des Beyliks Aydın erklärte Stadt Ayasuluk verlor ab dem 16. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung. 1923 wurde ihr Name in Selçuk geändert.

In der antiken Ruinenstätte Ephesus, in der das Ephesus-Museum und das Österreichische Archäologische Institut seit 1895 Ausgrabungen durchführen, können heute Touristen und Besucher auf der Hafenstrasse promenieren, im grossen Amphitheater die eindrucksvollsten Darbietungen des Jahres betrachten oder die atemberaubende Pracht der berühmten Celsius-Bibliothek bewundern. Christen wie Muslime pilgern zur Grabeskirche der Heiligen Mutter Maria, und im Archäologischen Museum von Selçuk bestaunen Besucher tausende von Artefakten aus mykenischer, archaischer, klassischer, hellenischer, römischer, byzantinischer, seldschukischer und osmanischer Zeit.

Da der Glaube besteht, hier hätten die Mutter Maria sowie der Apostel Johannes ihre letzten Lebensjahre verbracht, hat der Ort eine besondere religiöse Bedeutung.

Hätten Sie’s gewusst? Zwei der sieben Weltwunder der Antike befanden sich innerhalb der Grenzen der heutigen Türkei: der Artemistempel in Ephesus und das Mausoleum von Halikarnassos in Bodrum