Izmir Celsius Bibliothek

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Vedius Gymnasion

Das im 2. Jahrhundert durch den reichen Bürger Publis Vedius Antonius gespendete Gymnasion ist mit seinem Innenhof im Ostflügel, dem zentral gelegenen Zeremoniensaal, dem Umkleideraum und den römischen Dampfbädern ein prächtiges und exemplarisches Beispiel für die sportliche und kulturelle Erziehung jener Zeit.

Stadion

Dieses südlich des Vedius Gymnasions gelegene Bauwerk war Schauplatz sportlicher Wettkämpfe, olympischer Spiele und Gladiatorenkämpfe und somit gesellschaftlicher Treffpunkt für die Bürger der Stadt.

Zwillingskirche (Marienkirche)

Die den Dampfbädern aus byzantinischer Zeit gegenüber gelegene Zwillingskirche ist für das Christentum von besonderer Bedeutung. Das im 2. Jahrhundert in der römischen Zeit als Basilika errichtete Gebäude wurde der Mutter Maria geweiht. Hier versammelte sich im Jahr 431 n. Chr. das 3. ökumenische Konzil, anlässlich dessen der als „Dogma von Ephesus“ bezeichnete Beschluss gefasst wurde, Jesus sei als Sohn der Maria und gleichzeitig als Sohn Gottes anzuerkennen.

Im 7. Jahrhundert wurde eine zweite Kirche errichtet; sie war von der Apsis der ersten Kirche her über eine Tür zu erreichen – diese Anordnung führte zum Name Zwillingskirche. Wegen ihrer Eigenschaft, die erste der Mutter Maria geweihte Kirche zu sein, wurde sie 1967 durch Papst Paul VI. besucht und gesegnet.

Prachtstrasse „Arkadiane“

Diese von Säulen gesäumte Strasse war Kaiser Arkadianus gewidmet. Sie begann direkt vor dem Amphitheater und führte bis zum Hafen von Ephesus, auf beiden Seiten gibt es heute Galerien. Der Überlieferung zufolge war sie bereits im 5. Jahrhundert beleuchtet; sie war ein Ort von Paraden und Prozessionen.

Es wird erzählt, schon die ägyptische Herrscherin Cleopatra sei zusammen mit dem römischen General Marc Anton über diese Prachtstrasse gewandelt. Die Säulen auf beiden Seiten sind trotz der Jahrhunderte nach wie vor unversehrt.

Grosses Amphitheater

Das Amphitheater, das zu den schönsten Ruinen von Ephesus zählt, bietet Platz für 24 000 Besucher. Erstmalig wurde es in hellenischer Zeit errichtet, zur Zeit des römischen Kaisers Claudius wurde mit einem Neubau begonnen, der unter Kaiser Trianus (98-117) vollendet wurde. Dieses grösste erhaltene Bauwerk von Ephesus war zu römischer Zeit Schauplatz von Gladiatorenkämpfen. Der Apostel Paulus soll um die Erlaubnis gebeten haben, hier zur Verbreitung seiner Botschaft Efes, Kureten-Strasse predigen zu dürfen, was aber von den Anhängern der Artemis von Ephesus verhindert wurde.

Marmorstrasse

Diese 400 Meter lange, mit Marmorsteinen gepflasterte Strasse führt von der Celsius- Bibliothek in nördliche Richtung. Die im 5. Jahrhundert gebaute Strasse war einst der heilige Weg, der zum Tempel der Artemis führte. Unter dem Marmor befindet sich ein für die damalige Zeit äusserst fortschrittliches Kanalisationssystem.

Celsius-Bibliothek

Die neben der Agora, dem antiken Marktplatz, gelegene Celsius-Bibliothek wurde vom Prokonsul der Provinz Asien, Julius Aguila, im Jahre 115 zum Andenken an seinen Vater Celsius erbaut. Vorbild für den Bau waren die Bibliotheken von Alexandria in Ägypten und von Bergama in Anatolien, die weltweit drittgrösste Bibliothek der klassischen Epoche. Über eine Tür im hinteren Teil des Gebäudes gelangt man zum Grab des Celsius; die hier gefundene Celsius-Statue wird heute im Archäologischen Museum von Istanbul ausgestellt.

Die Verzierungen an der vorderen Fassade des Gebäudes, welche

die architektonischen Merkmale römischer Baukunst zeigen, zählen zu den schönsten Beispielen jener Zeit. Die vier Frauenskulpturen, die sich zwischen den Säulen an der Front befinden, symbolisieren die Celsius zugeschriebenen Tugenden: Weisheit (Sophia), Charakterstärke (Arete), Entscheidungskraft (Ennoia) und Erfahrung (Episteme).

Efes, Marmorstraße (Freudenhaus)

Agora - Marktplatz und das gesellschaftliche Zentrum der Stadt

Dieser Handelsplatz wurde in der hellenischen Epoche gegründet. Er ist an allen vier Seiten mit Säulen umrahmt und umfasst eine Fläche von 110 x 110 Metern. Zur Zeit der römischen Kaiser Augustus, Nero und Caracalla wurde er jeweils vergrössert und um neue Bereiche erweitert. Ein kleines, „Horologion“ genanntes Denkmal, an dem eine Sonnen- und eine Wasseruhr zu finden sind, stand genau im Zentrum des Marktplatzes.

Freudenhaus

Wenn man die Marmorstrasse hinaufgeht, findet man an der Kreuzung mit der Kuretenstrasse ein antikes Freudenhaus. Dieses auf das 1. Jahrhundert datierte, interessante Bauwerk besteht aus einem Hauptsaal und zahlreichen angrenzenden kleinen Räumen.

Es wird angenommen, dass die Mosaiken im Freudenhaus mit Darstellungen von jungen Frauen die im Haus arbeitenden Mädchen zeigen. Im Haus gibt es ausserdem einen Weinkeller, ein Schwimmbecken, ein Esszimmer und Schlafzimmer.

Dieses Dampfbad, von dem überliefert ist, dass es von einer reichen Römerin namens Skolastika restauriert wurde, gilt gemeinhin als Erweiterung des Freudenhauses. Im Eingang befindet sich eine kopflose Skulptur der Skolastika. Das Gebäude wurde im 1. Jahrhundert erbaut und verfügte über drei Etagen. Im Gebäude, dessen Boden und Wände mit Marmor verkleidet waren, gab es Ruhezimmer, Lesesäle und Vergnügungsräume.

Hadrian-Tempel

Eines der schönsten Bauwerke an der Kuretenstrasse war der Hadrian- Tempel. Von diesem Gebäude sind heute nur noch der Eingangsbereich, der Ziergiebel und die Sakralkammer erhalten. Die interessanteste der in den Friesen des Tempels dargestellten mythologischen Szenen ist die Tötung eines Wildschweins durch den Stadtgründer, König Androklos. Der Tempel wurde durch P. Quintilius erbaut und dem Kaiser Hadrian (117- 138) gewidmet.

Trajan-Brunnen

Der Trajan-Brunnen befindet sich in der Nähe des Hadrian-Tempels an der Kuretenstrasse. Die Skulpturen, die einst die verschiedenen Ebenen des Brunnens zierten, sind heute im Ephesusmuseum zu bewundern. Das zweistöckige Bauwerk mit den Abmessungen 5,2 x 11,9 Metern, dem ein Wasserbecken vorgelagert war, schmückte eine grosse Statue des Kaisers Trajan; unter der Statue floss das Wasser in das Becken.

Hanghäuser

Wenn man von der Celsius-Bibliothek in die Kuretenstrasse kommt, sieht man auf der rechten Seite an den Hängen des antiken Berges Preon (heute Bülbüldağ) Häuser, in denen einst die reichen Einwohner von Ephesus lebten. Die vor kurzem restaurierten Häuser konnten über steile, quer zur Strasse verlaufende Treppen erreicht werden. An ihren mit Marmor verkleideten Wänden fanden sich Fresken und aufwendige Mosaiken. Seit 2006 steht die überdachte Anlage den Besuchern offen.

Domitian-Tempel

Bei diesem Bauwerk handelt es sich um den ersten einem Kaiser geweihten Tempel in Ephesus. Er befand sich direkt gegenüber der Agora, am zentralsten Platz der Stadt. Von der riesigen Kultstatue des Domitian-Tempels sind heute nur noch der Kopf und ein Arm sowie der Altar erhalten geblieben. Diese Werke werden im Ephesusmuseum ausgestellt.

Hätten Sie’s gewusst? Das Sterbehaus der heiligen Mutter Maria in Selçuk wurde im Jahre 1961 durch den Vatikan zum Wallfahrtsort der Christenheit erklärt. Bereits drei Päpste haben diesen Ort besucht: Paul VI. (1967), Johannes Paul II. (1979) und Benedikt XVI. (2006).