Izmir Bibliothek Von Pergamon

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Nach der Bibliothek von Alexandria war die Bibliothek von Pergamon der zweitwichtigste Hort der antiken Wissenschaft. Sie befand sich nördlich des der Athene geweihten Bereichs. Einst gab es in der Bibliothek, die über einen Eingang im zweiten Stock, oberhalb der Galerie zu erreichen war, einen grossen Lesesaal aus der Zeit Eumenes II. Die Athenestatue, die sich einst in der mit Holzregalen ausgestatteten Bibliothek befand, ist heute im Pergamon-Museum von Berlin zu sehen.

Die Bibliothek, die zur Zeit Eumenes II. ihre reichhaltigste Sammlung aufwies, stand im direkten Wettstreit mit der legendären Bibliothek von Alexandria und war dementsprechend berühmt. Sie wurde von Attalos II., dem König von Bergama, errichtet und beherbergte neben der Statue der Schutzgöttin Athene Büsten wichtiger Persönlichkeiten: des Dichters Homer, des Geschichtsschreibers Herodot von Halikarnassos, der Dichterin Sappho von Lesbos, des Gelehrten Appolonius, der Erfinder des Pergamentpapiers (Krates und Irodikos) sowie des Musikers und Lyrikers Timotheos von Milet.

Der Überlieferung zufolge war die Pracht der Bibliothek von Pergamon dem in Ägypten herrschenden König Ptolemaios ein Dorn im Auge, weshalb er den Papyrusexport nach Pergamon verbot, um die weitere Entwicklung der Pergamonbibliothek, die im Wettbewerb mit der Bibliothek im ägyptischen Alexandria stand, zu unterbinden.

Die Lösung des Problems fand dann der Künstler Krates von Sardes: Erfolgreich stellte er aus Ziegenleder ein später als Pergamentpapier (Charta Pergamena) bekannt gewordenes Material her. Mit der Erfindung des Pergamentpapiers konnte sich in Pergamon ein Schatz literarischer und wissenschaftlicher Schriften ansammeln. Als die Stadt im Jahre 133 v. Chr. dann in römische Herrschaft fiel, waren die römischen Gelehrten zwar äusserst interessiert an den in der Pergamonbibliothek gelagerten Werken, allerdings schickte Marcus Anton die Schriftrollen als Geschenk an die ägyptische Herrscherin Cleopatra nach Alexandria.

Schlösser

Auf der östlichen Seite der den Athene-Tempel umgebenden Peristyle und der Bibliothek befinden sich die Ruinen der Schlösser der Könige von Pergamon.

Arsenale

Die als Arsenale bekannten Lager für die militärische Ausrüstung befanden sich am nördlichen Zipfel der Akropolis, jenseits des Trajan- Tempels. Sie bestanden aus fünf länglichen, parallelen zueinander gelegenen Bauten.

Trajan-Tempel

Auf der am höchsten gelegenen Plattform der Akropolis befand sich ein zu Ehren des vergötterten römischen Kaisers Trajan errichteter Tempel. An drei Seiten des mit den Ausmassen von 68 x 58 Metern auf einer Terrasse errichteten Tempels war dieser mit Peristasen umgeben. Im Inneren des Tempels wurden die Köpfe monumentaler Statuen Trajans und Hadrians gefunden. Der Tempel wurde 1990 restauriert.

Theater

Das an einem steilen Hang errichtete Amphitheater von Pergamon hat ausreichend Platz für bis zu 10 000 Besuchern, zählt zu den steilsten Theatern Kleinasiens und ist eines der schönsten Beispiele der damaligen Architektur. Das aus Holz bestehende mobile Bühnengebäude war etwas ganz Besonderes: Es wurde nur zu Aufführungen aufgebaut und danach wieder entfernt.

Dionysos-Tempel

Mit Absicht errichteten die Bewohner Pergamons diesen bemerkenswerten Dionysos-Tempel am Ende des 250 Meter langen Theaterplateaus – er sollte die gesamte Anlage dominieren. Das prächtige Profil des mitsamt Altar sehr gut erhaltenen Tempels wird von einem Peristyl geschaffen, das in ionischer Bauweise auf einem Podium errichtet wurde. Wegen seiner Lage am Ende einer langen Strasse und wegen seiner Bauart, die alle Blicke auf sich zieht, hat dieses Bauwerk zusammen mit dem römischen Kunstverständnis auch die europäische Architektur im Barock geprägt.

Zeusaltar (Pergamonaltar)

Im Gedenken an die siegreiche Schlacht des Attalos I. gegen die Galater liess König Eumenes II. (197-159 v. Chr.) den Zeus geweihten Altar errichten. Zu diesem prachtvollen Bauwerk berichtet der römische Geschichtsschreiber Lucius Ampelius in seiner Aufzählung der „Sieben Weltwunder“: „In Pergamon gibt es einen vierzig Fuss hohen, mit prächtigen Reliefs geschmückten Tempel. Diese zeigen den Kampf der Götter mit den Giganten.“ Wegen seiner architektonischen Beschaffenheit, der plastischen Reliefs, der in den Darstellungen behandelten mythologischen Motive und seines monumentalen Grundrisses war der Altar ein äusserst beeindruckendes Bauwerk.

Agora

Südlich des Zeusaltars befindet sich die obere Agora. Diese dem Gott der Händler geweihte Stätte des Handels und des öffentlichen Lebens war im dorischen Stil erbaut. Am westlichen Ende des Platzes sind die Grundmauern des einstigen Demeter-Tempels zu erkennen.

Gymnasien

Die Stadt Pergamon verfügte über drei prunkvolle Gymnasien (Sport- und Bildungsstätten), die sich über drei Terrassen erstreckten. Aus Überlieferungen weiss man, dass die untere Terrasse den Kindern, die mittlere Terrasse den Jugendlichen und die obere Terrasse den Erwachsenen vorbehalten war.

Asklepion

Der Sage zufolge zeugt der Gott Apollon mit Koronis, der Tochter des thessalischen Königs, ein Kind. Noch während ihrer Schwangerschaft wird sie ihm untreu. Der darüber erzürnte Apollon bestraft Koronis, indem er sie verbrennen lässt. Nur das ungeborene Kind Asklepios verschont er und gibt es in die Obhut des Zentauren Cheiron. Cheiron, der sich von Heilquellen und heilsamen Kräutern ernährt, gibt sein Wissen über die Heilkunst an Asklepios weiter und zieht ihn gross. Nachdem Asklepios’ Kenntnisse der Medizin so weit gediehen sind, dass er sogar Tote wieder zum Leben erweckt, wird der Göttervater Zeus darüber ungehalten und tötet Asklepios mit Blitzen, die er vom Himmel herab schleudert. Daraufhin verfällt Apollon in grosse Trauer und richtet seinem Sohn Asklepios einen Platz zwischen den Sternenbildern ein.

Die heute als Zeichen der Heilkunst verwendete, um den sogenannten Äskulapstab geschlungene Schlange ist eines der Symbole des Asklepios. Dargestellt wird er gemeinhin mit Bart, seinem von einer Schlange umwundenen Stab und mit Sandalen an den Füssen.

Die historischen Bauten des Asklepion von Pergamon, das unter den im Namen des Gottes der Heilkunst errichteten Stätten das bekannteste Zentrum der Medizin der Antike war, verzaubern noch heute seine Besucher.

Die von einem Bürger Pergamons im 4. Jahrhundert v. Chr. errichtete Heilstätte, dessen Name als Arkias, Sohn von Aristohminos, bekannt ist, wird in den historischen Quellen als ein Ort, „von dem der Tod verbannt ist und Testamente ungeöffnet bleiben“, beschrieben. In dieser Anlage, die über eine von Säulen eingerahmte Strasse zu erreichen war, wurden erstmalig heute noch verwendete Heilverfahren angewendet: Wasserkuren, Schlammbehandlungen, Körperertüchtigung, Theatertherapie sowie Psychotherapie. Im gleich links vom Therapiezentrum gelegenen Asklepion-Tempel, der um das Jahr 150 v. Chr. mithilfe von Spenden errichtet wurde, vertraute man der heilenden Wirkung des Gebets und der beruhigenden Eigenschaft des Geräusches von plätscherndem Wasser.

Es wird berichtet, dass der erste Tempel der Asklepion-Anlage im Gebiet um Ayvazali auf einem felsigen Gebiet neben einer heiligen Quelle stand. Im Weiteren ist bekannt, dass das Asklepion zur Zeit des Königreichs Pergamon (280-133 v. Chr.) einen erheblichen Aufschwung erlebte. Zu jener Zeit wurden in der Stadt auch grosse Gebäude aus Marmor errichtet.

In der Folgezeit erlebte das Zentrum zahlreiche Kriege und Zerstörungen; in den Jahren 183- 173 v. Chr. wurde es zusammen mit Pergamon immer wieder aufgebaut und erweitert. Zu jener Zeit erhoben sich Tempel im ionischen Stil mit Säulen aus Marmor auf dem Felsplateau, und an der heiligen Quelle wurden ein Brunnen und ein Becken aus Stein errichtet. Der König von Bithynien liess 156 v. Chr. das Asklepion jedoch plündern; alle wertvollen Gegenstände, einschliesslich der Asklepionstatue und aller Kunstgegenstände, liess er in seine Heimat bringen.

Den historischen Quellen zufolge wurde das Asklepion von Pergamon zur Zeit von König Attalaios III. zur „Heiligen Stätte des Königs“ ernannt. Das bedeutete, dass die Statue des Königs der Gottesstatue hinzugefügt und Opfer zu Ehren beider dargebracht wurden. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhundert v. Chr. erlangte das Asklepion seine einstige Bedeutung zurück. In den Jahren 138-161 wurden ein Korridor, ein Schwimmbecken sowie Therapiebereiche geschaffen.

Der Rhetoriker Aristides, der im 2. Jahrhundert nach Pergamon kam und dessen Aufzeichnungen zu den wichtigsten Quellen für die Historiker zählen, bedachte Asklepios mit folgenden Sätzen: „Meine ganze Gesundheit, Asklepios, schulde ich dir; der Liebe zu dir bin ich auf mysteriöse

Weise verfallen“. Bei einem grossen Erdbeben im 3. Jahrhundert wurden die damaligen Bauten allerdings zerstört. Mit der Verbreitung des Christentums wurde der Asklepios-Tempel dann in eine Kirche umgewandelt.

Serapis-Tempel

Das grösste Gebäude des antiken Pergamon war der von der Bevölkerung als „Roter Hof“ bezeichnete Tempel, der aus roten Backsteinen erbaut und ägyptischen Gottheiten geweiht wurde. Die Überreste dieses Tempels befinden sich heute innerhalb der Grenzen der Stadt Bergama.

Grosse Moschee (Ulu Camii)

Am Ende der Strasse zur Tekke- Brücke befindet sich auf der linken Seite des Flüsschens Bergama die Moschee Ulu Camii, die in den Jahren 1398-1399 errichtet wurde. Die Moschee verfügt über einen rechteckigen Grundriss.

Hätten Sie’s gewusst? Zahlreiche Menschen, die im Zweiten Weltkrieg aus ihren Ländern flüchten mussten, fanden in der Türkei eine sichere neue Heimat. Die Phokaäer, die Gründer der Stadt Foça im westlichen Anatolien, waren die Begründer zahlreicher Mittelmeerkolonien, etwa der italienischen Stadt Veila, der spanischen Stadt Ampurias und des französischen Marseille