Izmir Aliaga Dikili Bergama

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Aliağa

Das 60 Kilometer nördlich von İzmir gelegene Aliağa trägt die Spuren der Zivilisationen der Aioler und des Königreichs Bergama. Sechs der einst wichtigsten aiolischen Städte an der ägäischen Küste liegen im heutigen Verwaltungsbezirk Aliağa: Pitane (Çandarlı), Larissa (Buruncuk), Aigaia, Kyme (Nemrutkale), Myrina und Gryneion (Çıfıtkale). Myrina liegt westlich von Aliağa, an der Mündung des Flusses Kocaçay.

Hier wurden Überreste unterschiedlicher Epochen gefunden; insgesamt wurden ca. 5000 Gräber geöffnet. Irdene Statuen, die 1881 auf der Nekropole gefunden wurden, zählen zu den bedeutendsten Funden dieser antiken Ruinenstätte.

Die nördlich von Aliağa, im Gebiet Çıfıtkale gelegene antike Stadt Kyme (Nemrut) war einst die grösste unter den aiolischen Städten. Zur Zeit Alexander des Grossen und seiner Generäle war die Stadt ein wichtiger Hafen und eine bedeutende Handelsstadt, zur christlichen Zeit war

sie Bischofssitz.

Die Ausgrabungen an dieser Ruinenstätte sind noch nicht abgeschlossen. Einige bei den Ausgrabungen in Kyme und Myrina entdeckten Funde werden im Archäologischen Museum von Istanbul und im Louvre in Paris ausgestellt.

Darüber hinaus zählt der 7 Kilometer vom Dorf Karakuzu entfernte Aliağa- Wasserfall zu den Naturschönheiten des Landkreises.

Dikili

Station des Philosophen Aristoteles

Dikili liegt 120 Kilometer nördlich von İzmir. Dabei handelt es sich um einen sympathischen Ort, der in- und ausländische Gäste gleichermassen anzieht. Çandarlı, das sowohl historisch als auch wegen seiner Schönheit von touristischer Bedeutung ist, gehört ebenfalls zum Landkreis Dikili.

Zu den Naturschönheiten zählen der Kratersee im Dorf Merdivenli und die Tannenwälder und historischen Höhlen in den Dörfern Demirtaş und Deliktaş. Dikili ist auch für seine Heilquellen berühmt, diese finden Sie auch in den Dörfern Nebiler, Bademli und Kocaoba. Der internationale Hafen von Dikili ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region.

In Dikili werden Tabak, Baumwolle und Oliven angebaut und Gewächshauslandwirtschaft betrieben. Seine sauberen Strände und der Reichtum an Thermalquellen verleihen diesem Ort für den nationalen wie internationalen Tourismus Bedeutung.

In diesem Landkreis durchgeführte archäologische Forschungen haben ergeben, dass die Siedlungsgeschichte von Dikili bis 5000-4000 v.

Chr. zurückgeht. Die Orte Ağıl Kale und Kale Tepe waren die ersten Siedlungsgebiete dieser Region. Den archäologischen Funden zufolge lebten hier einst die Achaier und der Ort trug den Namen Aternagus. Im Altertum stand die Region der Reihe nach unter der Herrschaft der Lyder, Perser, Phrygier, Myser, Römer und Bergamaer; im Mittelalter herrschten die Byzantiner, Genuesen, Seldschuken und Osmanen über das Gebiet um Dikili. Hier, wo zahlreiche Zivilisationen aufeinander trafen, verbrachten auch Berühmtheiten, wie Aristoteles und Alexander der Grosse, einen Teil ihres Lebens.

Unter dem Beylik der Karaosmanen wurden Ländereien angelegt und Setzlinge gezüchtet. Vom türkischen Wort für Setzlinge (Dikmelik) wurde der heutige Name des Ortes abgeleitet.

Çandarlı

Bei Çandarlı handelt es sich um eines der ältesten Siedlungsgebiete der türkischen Ägäisregion. Man vermutet, dass der Ort einst eine Dikili angegliederte hethitische Siedlung war. Hier wurden viertausend Jahre alte Funde gemacht. Darunter befinden sich bedeutende Keramiken aus trojanisch-yortanischer Siedlungszeit. Im Weiteren wurden Vasen und Skulpturen im ionischen und orientalischen Stil sowie Steinäxte und Tonscherben aus dem Altertum gefunden. Nur wenige Überreste sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Çandarlı Halil Paşa, der umtriebige Grosswesir des Sultans Murad II., baute im 13.-14. Jahrhundert die von den Genuesern stammende Festung wieder auf. Damit trug er erheblich zu ihrer Erhaltung bei.

Pergamon (Bergama)

Das antike Pergamon, prunkvoller Hort der Heilkunst, der aufgezeichneten Wissenschaft und Kultstätte des Zeus, liegt ca. 100 Kilometer nördlich von İzmir, im Landkreis Bergama. Im Altertum war Pergamon eine der wichtigsten Städte Mysiens. In den Jahren 282-133 v. Chr. war es Hauptstadt des Königreichs Pergamon. Ihren Namen verdankt sie einer Überlieferung zufolge dem Feldherr Pergamos, der nach dem Tode des Königs von Teuthrania die Stadt einnahm und ihr diesen Namen verlieh. Eine andere Überlieferung besagt, dass Grynos, der König von Teuthrania, in einer Schlacht Pergamos um Hilfe bat und nach dem erfolgreichen Ausgang der Schlacht zwei Städte gründete, von denen er der einen den Namen Pergamon, der anderen den Namen Gryneion gab.

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt Pergamon stammt aus dem frühen 4. Jahrhundert v. Chr. Zu ihrer Zeit als Reichshauptstadt wurden hier Bauten wie ein Schloss, Tempel und Amphitheater errichtet; die Stadt wurde mit einer Mauer und Türmen umgeben. Auch nach der Angliederung des Königreichs an Rom konnte die Stadt ihren Stellenwert als bedeutende Stadt Kleinasiens bewahren.

Die Stadt Pergamon, die im Jahre 283 zur Hauptstadt des gleichnamigen Königreichs ernannt wurde, war in der Folge ein wichtiges Zentrum der Geschichte, der Kultur und des Handels.

Wegen des in der Festung von Pergamon verborgenen Schatzes von Alexander dem Grossen war Pergamon stets ein begehrtes Ziel von Belagerungen und Eroberungen durch verschiedene Königreiche.

Bei Eisenbahnbauarbeiten in Anatolien in den 1870er Jahren entdeckte der deutsche Ingenieur Carl Humann die Überreste der antiken Stadt. Kurze Zeit später, bereits 1878, begann man mit den ersten Forschungen und Grabungen. Die Ausgrabungen und Restaurationsarbeiten dauern bis heute an.

Wichtige Bestandteile des historischen Erbes dieser Region sind das südöstlich von Pergamon gelegene Asklepion, einst bedeutendes Zentrum der Heilkunst in der Antike, die Akropolis auf einem steilen, 300 Meter hohen Hügel, die als erstes Siedlungsgebiet gilt, sowie der in das 2.

Jahrhundert v. Chr. datierte Serapis-Tempel (Kızıl Avlu).

Der berühmte, einst auf der Akropolis stehende Zeusaltar von Pergamon wurde 1897 nach Deutschland gebracht und wird seither im Pergamon- Museum in Berlin ausgestellt.

Der über eine Fährverbindung mit Ayvalık verbundene Landkreis Bergama ist berühmt für seine heilsamen Quellen, die Kozak-Ebene, seine Strände, das hochentwickelte Webhandwerk und die Kelimherstellung.

Neben ihrer Eigenschaft als Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches und als Metropole des Altertums mit prächtigen Denkmälern und Bauten war Pergamon auch im Mittelalter von besonderer strategischer Bedeutung und Zentrum der Karesier. Auch im Osmanischen Reich war sie eine bedeutende Stadt.

Akropolis

Die Akropolis der Stadt, deren griechische Bezeichnung so viel wie

„Oberstadt“ bedeutet, wurde auf einem steilen Hügel errichtet. Dieser ca. 300 Meter hohe Hügel war über einen geschlungenen Pfad zu erreichen. Die Besonderheit der Stadtanlage war die besondere Anordnung von religiösen, militärischen, administrativen, sozialen und wirtschaftlichen Bauten. Auf dieser Fläche, die seit dem Altertum Siedlungsgebiet war, befanden sich einst das Königsschloss von Pergamon, fünf Zisternen und ein Arsenal.

Unterhalb dieser Gebäude befand sich der Athene-Tempel. Ausserdem stand hier noch die Bibliothek und ein dem Gottkaiser Trajan geweihter Tempel. Auf dem darunter liegenden Plateau war ein aufwendiger Zeusaltar errichtet. Hier befand sich eines der am steilsten angelegten Amphitheater. Ganz unten befand sich das Gymnasion (Sportstätte) und der Demeter-Tempel.

Tempel der Göttin Athene

Der Athene-Tempel mit einer dorischen Säulenordnung wurde auf dem Plateau oberhalb des Theaters in einer Grösse von 6 x 10 Meter erbaut. Von diesem Tempel sind nur einige Bruchstücke des Fundaments erhalten, während der Westflügel der Zeit zum Teil bis auf eine Höhe von 1,20 Meter getrotzt hat. Teile der Säulen und Ziergiebel des Tempels befinden sich heute im Berliner Pergamonmuseum. Wie man aus Smyrna (İzmir), Milet, Erythraia, Phokaia (Foça) und Assos weiss, war es im westlichen Kleinasien eine weit verbreitete Tradition, den wichtigsten Tempel der Stadt der Göttin Athene zu weihen.

Der Athene-Tempel in Pergamon ist einer der ältesten Haupttempel, welcher der Göttin der Kunst und der Wissenschaft, und gleichzeitig Schutzpatronin der Stadt, geweiht war. Auf einem hier gefundenen Säulensegment wurde folgende Inschrift gefunden: „Dieser Tempel wurde Dir zu Ehren durch den Sohn von Artemos erbaut, oh du dem Triton entsprungene Göttin.“ In der byzantinischen Zeit (im 4. Jahrhundert n. Chr.) wurde auf dem Tempel eine Kirche errichtet.

Hätten Sie’s gewusst? Das Pergamentpapier, das in Europa das Papyrus ersetzte, wurde von den Einwohnern von Pergamon, dem heutigen Bergama, erfunden.