Istanbul Von Karakoy Nach Ortakoy

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Eine Stadtwanderung von Karaköy nach Ortaköy wird ständig von der Aussicht auf den Boğaz begleitet und bildet so eine der schönsten Ausflugsrouten İstanbuls. Nachdem Sie die Anlegestelle der Boğazfähren in Karaköy verlassen haben, gelangen Sie über die Meclisi Mebusan Strasse zum bekannten Viertel Tophane.

Der Name (er bedeutet soviel wie „Kanonenhaus“) stammt von der Kanonenkugelgiesserei, die hier in der Zeit Sultan Mehmed II. errichtet wurde. Neben dieser Werkstatt befanden sich auch militärische Gebäude. Das direkt am Boğazufer gelegene İstanbuler Museum für Moderne Kunst ist das erste seiner Art in der Türkei und häufiger Veranstaltungsort von Sonderausstellungen.

Das Café des Museums gewährt seinen Besuchern einen wunderschönen Ausblick auf den Boğaz und auf die Blaue Moschee. Hier können Sie Werke türkischer und internationaler Künstler bewundern und sich mit Sicht auf den Boğaz für die weiteren Etappen dieser Wanderung stärken.

Die Moscheen auf dieser Route liegen meistens direkt am Ufer und wurden in geringen Abständen zueinander erbaut. Das interessanteste dieser Gotteshäuser ist die Bezmialem Valide Sultan Moschee (auch Dolmabahçe Moschee genannt) – Sie erreichen sie, nachdem Sie die Anlegestelle von Kabataş hinter sich gelassen haben. Sowohl bei ihrer Architektur als auch beim Uhrenturm kann man bei dieser 1853 erbauten Moschee, die den Namen der Mutter des Sultans Abdulmecid trägt, deutliche europäische Einflüsse erkennen.

Die Mosche wird auch nach dem Palast benannt, der sich ebenfalls hier befindet. Der Dolmabahçe Palast ist der erste der in unterschiedlichen Epochen erbauten Paläste, die hier am Ufer des Boğaz-Brücke aneinandergereiht sind. Nachdem die osmanischen Sultane den Topkapıpalast aufgegeben hatten, kehrten sie nie mehr dorthin zurück, sondern zogen es vor, ihr Leben in diesen Palästen zu verbringen, die deutliche Spuren europäischer Einflüsse erkennen lassen. Der Gründer der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, starb im Dolmabahçe Palast.

Ein Rundgang durch diesen prächtigen Palast, in den die osmanischen Sultane nach 400 Jahren im Topkapıpalast umzogen, macht es einem leicht, sich das Palastleben jener Zeit lebhaft vorzustellen. Das Seefahrtsmuseum in Beşiktaş wurde an einem äusserst bedeutungsvollen Platz errichtet. Es steht nämlich gleich neben dem Grabmal des berühmtesten aller osmanischen Admirale, Barbaros Hayreddin Pascha.

Im Museum sind zahlreiche Dokumente und Objekte der osmanischen Seefahrtsgeschichte, Modelle von osmanischen Galeeren und Booten und Flaggen ausgestellt, die aus bedeutenden Seeschlachten stammen. Die wichtigste dieser Flaggen ist wohl eine aus der Seeschlacht von Prevesa, aus der die Osmanen siegreich hervorgingen. Der im benachbarten Grabmal beerdigte Barbaros Hayreddin Pascha war eine der weltweit wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte der Seefahrt und der erste Kaptan-ı Derya (Admiral) des Osmanischen Reiches.

Er bekämpfte die Freibeuter im Mittelmeer und trug in einer der grössten Seeschlachten der Geschichte einen grossartigen Sieg davon. Dass ein Mann, dessen Name derart mit dem Meer und der Seefahrt verbunden ist, seine letzte Ruhestätte in einem hörbaren Abstand zur Brandung fand, ist besonders bedeutungsvoll. Dass die osmanischen Seeleute dem Grabmal von Barbaros Hayreddin Pascha einen Besuch abstatteten, bevor sie in See stachen, wurde zum festen Ritual.

Das Grabmal stammt wie so viele bedeutende Bauten İstanbuls aus der Feder des Baumeisters Sinan. Wenn Sie es besuchen möchten, müssen Sie sich entweder am 4. April oder am 1. Juli hier einfinden; für den Rest des Jahres ist es geschlossen.

Nachdem die Sultane dem Topkapıpalast den Rücken gekehrt hatten, wurden die neuen Sultanspaläste stets direkt am Ufer des Boğaz errichtet. Nur der in erhabener Lage auf einem Hügel über İstanbul errichtete Yıldız-Palast bricht mit dieser Regel. Der Yıldız Park, in dem sich der dieser Palast befindet, ist heute die grüne Lunge İstanbuls.

Das grösste Gebäude in diesem Park ist der zur Zeit Sultan Abdulaziz‘ errichtete Mabeyn-Pavillon. Eine Besonderheit dieses Pavillons sind die Treppengeländer, die aus dreitausend einzelnen Kristallen bestehen, die bei einer Berührung Geräusche hervorrufen, die Klaviertönen ähneln.

Wenn Sie von Beşiktaş aus der beidseitig mit altehrwürdigen Bäumen umsäumten Çırağan-Allee folgen, gelangen Sie zu einem weiteren Palastbau, dem Çırağan-Palast. Der osmanische Sultan Abdulaziz liess ihn im Jahre 1871 errichten, heute wird er als Fünf-Sterne- Hotel genutzt. Nachdem Sie den Palast hinter sich gelassen haben, sehen Sie der Reihe nach die Gebäude der Galatasaray-Universität und des Knabengymnasiums Kabataş, die beide einst zum Çırağan-Palastkomplex gehörten.

Diese als Feriye-Paläste bezeichneten Gebäude wurden einst von den Prinzen und den Hofbediensteten bewohnt. Im weiteren Verlauf dieser Strasse, die zu beschreiten besonders viel Spass bereiten dürfte, gelangt man nach Ortaköy, wo sich İstanbuls grösste Vergnügungstempel befinden. Die mittlerweile zum Wahrzeichen Ortaköys gewordene Ortaköy Moschee stammt aus einer architektonischen Epoche, in der die osmanische Baukunst unter starkem europäischem Einfluss stand. Sultan Abdulmecid liess sie im Jahre 1853 an einer der schönsten Stellen İstanbuls, einer leicht in den Boğaz hineinragenden Landspitze, erbauen.

Es ist bekannt, dass ihr Erbauer und sein Nachfolger Sultan Abdulhamid hier das Freitagsgebet verrichteten und danach mit Booten auf die gegenüberliegende Seite zum Beylerbeyi-Palast übersetzten.

Wenn Sie sich von Ihrem Ausflug nach Ortaköy etwas ausruhen möchten, können Sie hier in einem der zahlreichen direkt neben der Ortaköy Moschee gelegenen Teegärten mit ihrem wunderschönen Ausblick auf den Boğaz und auf die ihn überspannende Brücke den Tag ausklingen lassen. Eine Kostprobe der hier feilgebotenen gefüllten Ofenkartoffeln bietet sich ebenfalls an.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.