Istanbul Von Emi̇nonu Zur Suleymani̇ye Moschee

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Das bedeutendste Gebäude im Stadtteil Sirkeci ist der Bahnhof İstanbul Sirkeci. Dieses Bauwerk ist nur eines von den Gebäuden, die in der Endzeit des Osmanischen Reiches in immer grösserer Zahl von ausländischen Architekten erbaut wurden.

Jahrlang war dieser Bahnhof das osmanische Tor nach Europa und gleichermassen der erste Ankunftspunkt für ausländische Besucher auf Ihrer Reise nach Asien, welche die geheimnisvolle Hauptstadt des Osmanischen Reiches und den mystischen Orient kennenlernen wollten. Beim Bau des 1890 eröffneten Bahnhofs wurde Wert darauf gelegt, dass es sich harmonisch in seine Umgebung einfügte; angesichts der Lage İstanbuls als Brücke zwischen den Kontinenten wurden in diesem Gebäude Elemente orientalischer und westlicher Architektur erfolgreich miteinander kombiniert.

Im bahnhofseigenen Museum sind Exponate zur Osmanischen Eisenbahngesellschaft und zum Bahnhof İstanbul Sirkeci ausgestellt. Im Stadtteil Eminönü ist es die ständig von Tauben bevölkerte Neue Moschee (Yeni Cami), die den Besucher zu begrüssen scheint. Mit einer Bauzeit von 66 Jahren (1597 – 1663) trägt sie den glanzlosen Titel der Moschee mit der längsten Bauzeit in der Geschichte des Osmanischen Reiches. Insbesondere das „Mahfil“ genannte Muezzin-Podest mit seinen reichhaltigen Verzierungen aus Fayencen und Perlmutt ist hier sehenswert. Die zur Neuen Moschee gehörende Külliye, ein Komplex aus verschiedenen Nutzbauten (Schulen, Krankenhäusern etc.), ist insbesondere deswegen von Bedeutung, weil der berühmte Ägyptische Basar zu diesem Komplex gehört.

Auch heute noch bietet dieser Basar seinen Besuchern ein reichhaltiges Sortiment an Gewürzen und Waren aller Art. Einst war er für alle möglichen Waren aus Ägypten der Umschlagplatz in einer der bedeutendsten Städte der Welt, die Schiffe aus Ägypten konnten hier direkt anlegen. Heute ist er ein Muss für jeden Besucher İstanbuls, wie schon vor Jahrhunderten ist diese bedeutende touristische Attraktion auch heute ein Treffpunkt von Menschen aus unterschiedlichsten Wenn Sie die aus der Feder des Baumeisters Sinan stammende Rüstem Pascha Moschee, eine der schönsten Moscheen İstanbuls, besuchen wollen, müssen Sie das Goldene Horn verlassen und in die engen Gassen abtauchen. Da diese Moschee auf einem erhöhten Plateau errichtet wurde, ist sie fester Bestandteil der İstanbuler Silhouette.

Sie wurde vom Grosswesir und Schwiegersohn des Sultan Süleyman des Prächtigen erbaut. Obwohl Rüstem Pascha eigentlich für seinen Geiz bekannt war, scheute er für den Bau dieser Moschee keine Kosten. Er liess ihr Inneres mit den schönsten Fayencen aus Iznik ausschmücken. Daher erscheint die Moschee beinahe wie ein Fayencenmuseum. Auf dem Weg zu unserer nächsten Station, der Süleymaniye Moschee, weisen uns ihre Minarette den Weg. Nachdem Sie einen kleinen Anstieg bewältigt haben, erreichen Sie die Mauern, welche die zur Moschee gehörige Külliye umgeben.

Wenn Sie diesen Mauern weiter folgen, gelangen Sie zum Eingang zum Innenhof, auf dem sich die Moschee und einige Grabmäler befinden. Die Süleymaniye Moschee und die dazugehörige Külliye, die dem gesamten Stadtteil den Namen gaben, wurden in den Jahren 1550/1557 vom genialen osmanischen Baumeister Sinan für Sultan Süleyman den Prächtigen erbaut; in ihrem Stil macht sie diesem Beinamen alle Ehre. Die Moschee und Külliye wurden auf einem der sieben Hügel İstanbuls erbaut. Vermutlich führte Sinan dieses Bauwerk deshalb so monumental aus, weil er damit seinen Gönner verherrlichen wollte – dank dessen Grosszügigkeit konnte er zu einem der bedeutendsten Baumeister der Welt werden.

Trotz der monumentalen Ausmasse dieser Moschee, die Sinan bescheiden sein „Gesellenstück“ nannte, ist sie von einer Schlichtheit geprägt, die auf die Haltung des Sultans Süleyman zurückgeführt wird. Andere Stimmen äussern indes die Meinung, Sinan habe auf diese Weise die Grundlinien des Bauwerks hervorheben wollen. Bis auf die wenigen Fayencen in der Gebetsnische ist auch das Innere der Moschee äusserst schlicht gehalten. Weitere interessante Seiten dieser Moschee eröffnen sich Ihnen erst, wenn Sie sich näher mit einigen Fragen beschäftigen: Wie konnte ein solch monumentales Bauwerk in einer Stadt, die über Jahrhunderte immer wieder von verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde, diese ohne Schaden überstehen? Warum wurde der Innenraum der Moschee trotz Hunderter von Öllampen, die hier während 450 Jahre gebrannt haben, nicht vom Russ geschwärzt?

Oder wie wurde die unübertroffene Akustik der Moschee bewerkstelligt? Die Antworten auf all diese Fragen liegen im Genie des Baumeisters Sinan verborgen. Damit das Gebäude nicht bei den in İstanbul häufig auftretenden Erdbeben beschädigt wurde, verstärkte er das Fundament mit Wacholderstämmen, welche die seismischen Schwingungen aufnehmen können. Um zu verhindern, dass die Öllampen im Innenraum nicht zur Verrussung der Innenwände und der Unterseite der Kuppel führten, fand Sinan eine geniale Lösung: Die Moschee wurde derart konzipiert, dass der gesamte Luftstrom im Innenraum und damit der von den Öllampen stammende Russ in einer über dem Eingang gelegenen Russkammer gesammelt wurden.

Aus diesem Russ stellte man später die Tinte her, mit der die osmanischen Sultane ihre Dekrete und Erlasse schrieben. Ein weiterer Beweis von Sinans Genie ist die Kuppel der Moschee: Mit 255 Schalen aus Ton, die von unten an der Kuppel angebracht wurden, perfektionierte er die Akustik im Innenraum, gleichzeitig erreichte er so eine Wärmedämmung. Verfügt eine Moschee über mehrere Minarette, ist das ein sicheres Zeichen, dass sie entweder vom Sultan selbst oder von einem nahen Familienmitglied erbaut wurde.

So hat eben auch die Süleymaniye Moschee mehrere Minarette. Die weiteren Gebäude der Külliye erstrecken sich über eine grosse Fläche, und jedes einzelne Gebäude weist ganz eigene wertvolle ästhetische Elemente auf. So erweckt die Kuppel des Grabmals Süleyman des Prächtigen, die mit Edelsteinen verziert ist, den Eindruck, man schaue in den mit Sternen geschmückten Nachthimmel. Die Mauern des Grabmals wurden mit den schönsten Fayencen aus Iznik verziert.

Ein weiteres Grabmal in diesem Komplex ist dasjenige von Hürrem, der einflussreichen Ehefrau von Sultan Süleyman. Die Külliye umfasst ausserdem vier Medressen – das waren damals Hochschulen, in denen auf unterschiedlichem Niveau verschiedene Wissenschaften gelehrt wurden. Das Krankenhaus des Komplexes wurde im Stil moderner Universitätskliniken bzw. medizinischer Fakultäten errichtet. Der eine Bereich des in zwei Teile unterteilten Krankenhauses war für die Lehre, der andere für die Patienten vorgesehen. Das Grabmal des Baumeisters Sinan befindet sich ebenfalls in einer Ecke dieser Külliye; es ist ein eher schlichtes Bauwerk.

Der Umstand, dass der Erbauer von Hunderten von prachtvollen Bauwerken, von denen eines schöner als das andere ist, sein eigenes Grabmal derart schlicht erbauen liess, lässt auf seinen bescheidenen Charakter schliessen. Der Botanische Garten der Universität İstanbul ist ein verstecktes Paradies, in dem Tausende von Pflanzenarten aus der ganzen Welt zu finden sind. Er befindet sich hinter der Süleymaniye Moschee und dem Sitz des Muftis von İstanbul.

Naturfreunde sollten ihn unbedingt besuchen – anzumerken ist allerdings, dass Sie für den Eintritt um eine Erlaubnis einholen müssen. Folgen Sie nun weiter dem Weg. Nachdem Sie auf eine weitere grosse Strasse İstanbuls, die Şehzadebaşı-Strasse im einstigen Vergnügungsviertel Direklerarası, gelangt sind, biegen Sie nach rechts in die Strasse ein und folgen dieser weiter. Auf der rechten Seite kommen Sie zunächst zur Külliye des Damat İbrahim Pascha, deren Bauwerke um einen Innenhof angeordnet sind. Ein weiteres Bauwerk Sinans ist die Şehzade Moschee, die einen wichtigen Platz in der türkischen Architekturgeschichte einnimmt und nach der die Strasse benannt wurde.

Sinan selbst nannte diese Moschee sein „Lehrlingsstück“ und man nimmt an, dass es als Grundlage für seine späteren Bauwerke diente. Die Moschee wurde zu Ehren eines der Lieblingssöhne Süleyman des Prächtigen, des im Alter von nur 22 Jahren verstorbenen Prinzen Mehmed, errichtet. Im Innenhof der Moschee stehen Grabmäler, die wegen ihrer Fayencen und Verzierungen unbedingt sehenswert sind.

Allerdings ist der Zutritt zu diesen, wie zu allen anderen Grabmälern İstanbuls nur mit Sondergenehmigung und nur an bestimmten Tagen möglich. Wenn Sie von hier aus weiterhin der gleichen Strasse folgen, gelangen Sie zu einem der ältesten Külliye-Komplexe İstanbuls, der Külliye Sultan Mehmed II. (nach dem Sultansbeinamen „der Eroberer» kurz „Fatih Külliyesi“ genannt). Hier befindet sich die erste der durch einen osmanischen Sultan oder seine Familie errichteten Sultansmoscheen.

Bei diesen Külliye genannten Ansammlungen von Gebäuden steht stets die Moschee im Zentrum, um diese herum gruppieren sich verschiedene Gebäude (Hochschulen, Krankenhäuser, Koranschulen, Armenküchen etc.). Die Külliye nahmen vielfältige soziale und gesellschaftliche Aufgaben wahr, wie Bildung, Gesundheitswesen und Wohlfahrt. Bei der Külliye Sultan Mehmed II. gibt es zusätzlich zu den üblichen Külliye-Gebäuden die Schwarzmeer- und die Mittelmeer-Medressen, die als İstanbuls ersten Universitäten gelten.

Der Bau dieses Komplexes war eines der wichtigsten Projekte des Sultans Mehmed II.; nach der Eroberung der Stadt unternahm er grosse Anstrengungen, İstanbul wieder zur schönsten Stadt der Welt und zu einer dem osmanischen Reich würdigen Hauptstadt zu machen. In den letzten Jahren vor ihrem Fall hatte Byzanz viel von ihrem alten Glanz verloren. Der Standort der Külliye, die auf einem der sieben Hügel der Stadt errichtet wurde, war schon in der byzantinischen Zeit von Bedeutung. Es handelte sich dabei um einen geheiligten Bereich, in dem sich zur byzantinischen Zeit die Apostelkirche und Gräber der byzantinischen Kaiser befanden.

Die auf den Überresten dieser Kirche errichtete Moschee wurde wie auch andere Gebäude nach den Beschädigungen durch Erdbeben wieder restauriert. Deshalb sind sie bis heute erhalten geblieben. Eines der schönsten Bauwerke der Külliye ist das in seinem Inneren mit Gold- und Silberverzierungen geschmückte Grabmal. Wenn Sie, statt die Strasse bis zu dieser Külliye weiterzugehen, an der Şehzade Moschee rechts abbiegen, gelangen Sie zum Bozdoğan Aquädukt, mit dem İstanbul jahrelang mit Wasser versorgt wurde.

Wie schon in der byzantinischen Zeit musste dieses Bauwerk, mit dem aus mehreren Kilometern Entfernung Wasser in die Stadt geleitet wurde, auch von den osmanischen Herrschern vielfach instand gesetzt und erweitert werden. Folgen Sie weiter dieser Strasse, gelangen Sie in den Stadtteil Vefa, in dem sich die bekannte Bozaschenke befindet. Boza ist ein für İstanbul berühmtes, leicht gegorenes Getreidegetränk.

Die historische Bozaschenke von Vefa findet sich in der Nähe des Bozdoğan Aquädukts und des Lyzeums von Vefa. Obwohl es mit Vorliebe in den Wintermonaten konsumiert wird, sollten Sie von diesem berühmten Getränk auch dann kosten, wenn Sie İstanbul im Sommer besuchen.

Auf der gleichen Route gelangen Sie zu einem weiteren bedeutenden Bauwerk aus der byzantinischen Zeit, der heute als Zeyrek Moschee bekannten Pantokrator Klosterkirche. Wegen ihrer Grösse und leicht erhöhten Lage sollte sie leicht zu finden sein. Sie ist nach der Hagia Sophia das zweitgrösste byzantinische Bauwerk, das bis heute erhalten geblieben ist. In diesem Gebiet finden sich vorwiegend byzantinische Bauwerke aus der späten byzantinischen Zeit.

Auch diese ehemalige Kirche wird in diese Epoche datiert. Eine weitere Besonderheit des Gebäudes besteht darin, dass sie aus unterschiedlichen Teilen besteht, die von verschiedenen Kaisern und Kaiserinnen zu unterschiedlichen Zeiten erbaut wurden.

Sollte Ihr Besuch des Stadtteils Vefa zufällig auf den Ersten eines Monats fallen, so sollten Sie einen Schlüssel mitnehmen und zur Quelle der heiligen Mutter Maria gehen. Schlüssel sind bei einem Besuch der Quelle von besonderer Bedeutung. Es herrscht der Glaube, dass hier ausgesprochene Wünsche in Erfüllung gehen, sofern man es schafft, den mitgebrachten Schlüssel einen Monat lang aufzubewahren.

Am Ende dieser Route gelangt man wieder zum Goldenen Horn. An der Atatürk-Brücke vorbei können Sie dem Ufer entlang zu Ihrem Ausgangspunkt zurückkehren und sich in einem der zahlreichen Restaurants rund um den Ägyptischen Basar mit Gaumenfreuden aus verschiedenen Regionen der Türkei stärken.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.