Istanbul Kadikoy Die Stadt Der Blinden

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Den Gründungssagen İstanbuls zufolge gründeten die ersten Siedler, welche die Schönheiten der Palasthalbinsel verkannten, hier den Ort Chalkedon. Deshalb bezeichneten die Byzantiner den Ort Kadıköy abfällig als die Stadt der Blinden. Allerdings taten sie ihnen damit Unrecht.

Gewiss, dieser Ort hat nicht die geographischen Vorzüge der Palasthalbinsel vorzuweisen, aber dennoch diente Kadıköy, von dem stets behauptet wurde, hier herrsche eine besonders gesunde Luft, den Kaisern und Sultanen in der byzantinischen wie osmanischen Zeit als beliebtes Jagd- und Erholungsgebiet.

Bei Ausgrabungen in diesem ältesten Siedlungsgebiet İstanbuls wurden Funde gemacht, die eine Siedlungsgeschichte der Stadt belegen, die bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Obwohl Kadıköy heute Teil einer Metropole ist, hat es seinen aus der Kaiser- und Sultanszeit stammenden Ruf als Erholungsort nicht eingebüsst. Eine Fahrt mit der nostalgischen Strassenbahn auf der Strecke Bahariye- Moda-Mühürdar führt zu den Spazierwegen, Grünflächen und Teegärten der Viertel Moda, Kalamış und Fenerbahçe.

Sie sind ideale Orte, wenn man sich vom Trubel der Stadt erholen will. Es ist daher nicht erstaunlich, dass sowohl die byzantinischen Kaiser als auch die osmanischen Sultane diesen Ort für ihre Sommerresidenzen auswählten. Insbesondere die Spazierwege auf der Halbinsel von Fenerbahçe, die von jahrhundertealten Bäumen gesäumt sind, sowie die Cafés sind beliebte Ziele der Erholungsbedürftigen. In den Cafés können Sie sich bei einem Getränk erfrischen – umgeben von im Frühjahr bunt blühenden Blumen und mit Blick auf das Marmarameer und auf die wie Perlen auf einer Kette aufgereihten Prinzeninseln.

Hier können Sie ausserdem in einem angeseilten Heissluftballon kontrolliert bis auf 300 Meter Höhe aufsteigen und İstanbul aus der Vogelperspektive geniessen. Eines der wichtigsten Bauwerke Kadıköys ist der Kopfbahnhof Haydarpaşa. Mit seiner ästhetischen Architektur und seiner Lage direkt am Meer ist er das Wahrzeichen Kadıköys und die letzte bzw. erste Station einer Reise von und nach Anatolien.

Der Bahnhof Haydarpaşa wurde 1908 erbaut. Hier setzen Besucher aus Anatolien erstmals den Fuss auf den einer Redewendung zufolge „goldenen Boden“ İstanbuls. Das Gebäude diente im Ersten Weltkrieg als Munitionsdepot und wurde durch einen Sabotageakt stark beschädigt, später aber wieder instandgesetzt.

Der Bahnhof ist als eines der monumentalsten Bauwerke auf der asiatischen Seite İstanbuls bis heute erhalten geblieben. Ein weiteres Wahrzeichen Kadıköys ist das zwischen Haydarpaşa und Fenerbahçe gelegene Süreyya Opernhaus, das 1927 zunächst als Opernhaus erbaut, dann aber in ein Kino umgewandelt wurde. Erst später wurde es wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Die Architektur des Gebäudes ist deswegen interessant, weil hier zahlreiche Elemente europäischer Schauspiel- und Opernhäuser wiederzufinden sind. So wurden beispielsweise die Eingangshalle vom Elysée-Theater in Paris und der innere Bereich von unterschiedlichen Theatern in Deutschland inspiriert.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.