Istanbul Gleichzeitig In Asien Und In Europa Sein

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Eine weitere Möglichkeit, sich in İstanbul zu vergnügen, ist eine Rundfahrt auf dem Boğaz, der sich bei Sonnenauf- und -untergang in sich immer wieder ändernden Farben zeigt. Die meisten der entlang des Ufers stehenden Villen und Herrenhäuser wurden von den osmanischen Sultanen und Würdenträgern erbaut oder genutzt. Einige der Paläste, welche die Sultane nach dem Auszug aus dem Topkapıpalast bewohnten, finden sich ebenfalls hier. Die bekanntesten sind der Dolmabahçe Palast und der Beylerbeyi Palast.

Wenn man von einer Bootsrundfahrt auf dem Boğaz erzählt, darf man natürlich den sagenumwobenen Leanderturm (Kız Kulesi), der sich auf einem kleinen, vor Salacak gelegenen Eiland befindet, nicht vergessen. Der Sage zufolge hatte der Kaiser Konstantin eine Tochter, die er über alles liebte. Ein Wahrsager prophezeite ihm dann, seine Tochter werde von einer Schlange getötet werden.

Um seine Tochter zu schützen, liess der Kaiser diesen Turm inmitten des Meeres errichten – keine Schlange würde sie je erreichen können. Diese Anstrengungen konnten allerdings nicht verhindern, dass die Prophezeiung wahr wurde: In den Korb, mit dem man der Prinzessin Lebensmittel brachte, schlich sich eine Schlange ein und tötete das junge Mädchen. Eine weitere Sage erzählt vom tragischen Schicksal des Liebespaares Hero und Leandros – von ihr stammt der Name des Turms.

In der Realität wurde der Turm nach seiner Erbauung im 12. Jahrhundert zunächst als Verlies verwendet; man geht aber davon aus, dass das Bauwerk ursprünglich ein Leuchtturm zur Orientierung der Seefahrer hätte werden sollen. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt der Turm in der osmanischen Zeit; erst Sultan Mehmed II. und später Mahmud II. brachten den Turm in seine endgültige Form. Die beste Saison für einen Bootsausflug auf dem Boğaz beginnt Ende April und dauert bis Ende September.

Der Grund für diese Zeit liegt vor allem in den besonders grünen Wäldern und in der bunten Flora am Ufer des Boğaz, die der Aussicht unvergessliche Farben verleihen. Dabei ist das kaiserliche Purpur der Judasbaum-Blüten geschichtlich von besonderer Bedeutung. Es ist bekannt, dass beide Ufer des Boğaz einst vollständig von Villen und Herrenhäusern gesäumt waren. Einige hielten der Zeit nicht stand, andere wurden von Menschenhand abgerissen. Dennoch gibt es immer noch diese wunderschönen Bauwerke, die das Ufer auf beiden Seiten zieren.

Auch wenn sie von Weitem einander ähnlich zu sein scheinen, so tragen sie alle die unterschiedlichen Merkmale Baumeister und Erbauer. Viele der Villen tragen heute noch die Namen ihrer ursprünglichen Besitzer. Dabei zeigen diese Namen, dass es sich bei den meisten um osmanische Würdenträger handelt. Auch im Stadtteil Kuzguncuk, der sich auf der asiatischen Seite des Boğaz befindet und sich parallel zur Küstenlinie erstreckt, können Sie die besagten Villen entdecken. Eine der am besten erhaltenen Villen ist die aus dem 18. Jahrhundert stammende Rosa Villa (Pembe Yalı). Wenn man von hier aus Richtung Norden unter der Boğaz-Brücke hindurch weiterfährt, gelangt man zu einem der schönsten direkt am Boğazufer gelegenen Sultanspaläste, dem Beylerbeyi Palast, der heute als Museum dient.

Es ist bekannt, dass in diesem 1865 errichteten Palast ausländische Staatsmänner und Kaiser untergebracht wurden. Auch der Stadtteil Çengelköy zieht mit seinen zahlreichen Villen in Ufernähe die Blicke auf sich. Zu den einst zahlreichen das gesamte Ufer umsäumenden Villen, die bis heute erhalten geblieben sind, gehören die Sadullah Pascha Villa, die Abdullah Pascha Villa, die Fenerli Villa und die Server Bey Villa. Bei dem hier auf einem Hügel errichteten Gebäude hingegen handelt es sich um einer der prächtigsten Bauten Kadettengymasium Kuleli.

DIE PRINZENINSELN:

Wie in allen Metropolen steht auch das Leben in İstanbul niemals still. Für all jene, die die Hektik und den Stress des städtischen Alltags hinter sich lassen wollen, bieten die im Marmarameer vor İstanbul gelegenen, dicht nebeneinander liegenden Inseln ein willkommenes Refugium. Alle diese Inseln werden regelmässig von Schiffen angefahren. Durch ein Erdbeben in grauer Vorzeit senkte sich einst eine Gebirgskette in das Marmarameer ab, deren Gipfel die Prinzeninseln hervorbrachten. Die meisten dieser Inseln sind von vielen Stellen İstanbuls aus zu sehen.

Wer sich für sie interessiert, sollte sich aber nicht mit dem Anblick aus der Ferne begnügen. Die regelmässig hierher verkehrenden Schiffe und Fähren sind eine bequeme Möglichkeit, die Inseln zu erkunden. Sind Sie erst einmal auf einer dieser Inseln angekommen, die ihre Besucher mit einer intakten Natur sowie mit den Ruhe und Ausgeglichenheit ausströmenden Strassen verzaubern, so fällt es einem schwer, sie wieder verlassen zu müssen. Die Prinzeninseln sind mehr oder weniger auf einer parallel zur Küste verlaufenden Linie angeordnet.

Ganz im Osten befindet sich die kleinste der fünf Inseln, die Sedef-Insel, dann folgen der Reihe nach die Inseln Büyükada, Heybeliada, Burgazada und Kınalıada. Die Beliebtheit dieser wunderschönen Inseln, die der Reihe nach angefahren werden, steht scheinbar in direkter Beziehung zu ihrer jeweiligen Grösse. Die Schiffe fahren erst Kınalıada, dann Burgazada, Heybeliada und zuletzt Büyükada an.

Die Inseln sind bequem mit Schiffen zu erreichen, die von den Anlegestellen in Sirkeci, Kadıköy, Kabataş, Bostancı und Kartal ablegen, desgleichen mit Schnellbooten („Meeresomnibusse“ genannt) von den Anlegestellen Kabataş, Sirkeci, Eminönü und Bostancı.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.