Istanbul Die Umgebung Des Hippodroms

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Da es sich bei der Stelle, an der einst das Hippodrom stand, sowie bei ihrer direkten Umgebung um İstanbuls früheste Siedlungsgebiete handelt, stehen hier auch die ältesten Baudenkmäler der Stadt. Der Umstand, dass sich hier zur osmanischen Zeit auch das Machtzentrum des Reiches befand, trug ausserdem dazu bei, dass hier bedeutende Bauten entstanden.

Im Osmanischen Reich richteten sich die dem Sultan untergestellten Wesire und Würdenträger ihre eigenen Residenzen meistens in der Nähe des Topkapıpalastes ein, wo alle Entscheidungen über die Staatsführung getroffen wurden. So entschied sich auch der Grosswesir des Sultans Süleyman des Prächtigen, İbrahim Pascha, der gleichzeitig sein Schwiegersohn war, seinen Palast in der Nähe des ehemaligen Hippodroms zu errichten. Dieser Palast wird heute als Museum für Türkische und Islamische Kunst genutzt.

Hier werden bis zu 1500 Jahre alte, edle Teppiche und zahlreiche Kunstgegenstände vorwiegend aus seldschukischer und osmanischer Zeit ausgestellt. Wenn Sie sich für Teppiche interessieren, die insbesondere in der muslimischen Welt wichtige Kunstobjekte waren, sollten Sie sich unbedingt Zeit für einen Besuch in diesem Museum nehmen.

Die Zisterne der tausend Säulen ist ein weiteres Bauwerk, das Sie hier bewundern können. Dabei handelt es sich um den nach dem Versunkenen Palast zweitgrössten unterirdischen Wasserspeicher İstanbuls. Da die Osmanen das strömende Wasser dem stehenden Wasser vorzogen, benutzten sie diese Zisterne wie auch den Versunkenen Palast nicht – mit der Zeit geriet sie in Vergessenheit.

Das ins 4. Jahrhundert datierte Bauwerk wird durch 264 Säulen getragen und dient heute gelegentlich als Veranstaltungsort für Ausstellungen.

Ein weiteres bedeutendes Bauwerk im Umkreis des einstigen Hippodroms ist der erste Kaiserpalast İstanbuls, der Grosse Kaiserpalast, dessen aufwendige Mosaiken unbedingt sehenswert sind. Der byzantinische Grosse Kaiserpalast hatte Ähnlichkeiten mit dem osmanischen Topkapıpalast. Beide Herrschaftsresidenzen wurden auf einem grossen, bis ans Meer reichenden Areal errichtet und über die Zeit mit weiteren Bauten erweitert.

Von seiner Einweihung im 4. Jahrhundert bis ins 10. Jahrhundert wurde der Grosse Kaiserpalast ständig erweitert, danach verlor er aber an Bedeutung. Damals avancierte der bis heute relativ gut erhaltene, direkt an den Stadtmauern im heutigen İstanbuler Stadtteil Fatih gelegene Porphyrogennetos-Palast (Tekfur-Palast) zum neuen Lieblingsbau der byzantinischen Kaiser.

Das riesige Grundstück des Grossen Palastes erstreckte sich auf einer vom Hippodrom bis an die Küste des Marmarameers reichenden Fläche. Von seinem einstigen Prunk büsste dieses Bauwerk das meiste ein. Die wichtigsten Spuren seiner einstigen Pracht stellen die Bodenmosaiken dar, von denen man annimmt, dass sie einst einen grossen Saal oder Innenhof zierten.

Die Mosaiken werden in die Jahre 450 - 550 datiert und gelten als die schönsten Beispiele frühbyzantinischer Kunst. Sie stellen Szenen aus dem täglichen Leben dar, die mit ihren überaus naturgetreuen Darstellungen von Menschen und Tierfiguren, mythologischen Helden, Jagdszenen, spielenden Kindern und Tieren in der freien Natur äusserst reichhaltig sind.

Diese unvergleichlichen Kunstwerke werden heute im Mosaikenmuseum des Grossen Palastes ausgestellt, der sich im Geschäftsviertel Arasta auf der Meerseite neben der Blauen Moschee befindet. Einen Teil der bis heute erhalten gebliebenen Reste des Grossen Palastes können Sie bei Çatladıkapı sehen, wo die Stadtmauern an der Küste enden.

Dabei handelt es sich um eine im Jahre 842 n. Chr. errichtete Sommerresidenz der byzantinischen Kaiser, das so genannte Bukoleon (auch als Hormistas-Palast bezeichnet). Sie können noch das Kellergewölbe, die Tür und die marmornen Türschwellen dieses Gebäudes besichtigen. Um die Kleine Hagia Sophia genannte Sergiosund Bakchos-Kirche zu besuchen, folgen Sie vom Mosaikenmuseum aus der Kleine-Hagia- Sophia-Strasse (Küçük Ayasofya Caddesi). In den Jahren 526 - 530 wurde diese Kirche vom byzantinischen Kaiser Justinian I. erbaut, dem die Verschönerung İstanbuls sehr am Herzen lag.

Er liess diese Kirche, die eine besondere Nähe zum Palast aufweist, zu Ehren der beiden christlichen Heiligen Sergios und Bakchos bauen, nachdem er im Traum eine Erscheinung gehabt hatte. Die Kapitelle und die darüber im gesamten Innenraum umlaufenden Inschriften stammen aus dem 6. Jahrhundert und zählen zu den schönsten Beispielen frühbyzantinischer Kunst.

Nachdem Sie diesen Ausflug mit der vom berühmten türkischen Baumeister Sinan errichteten Sokollu Mehmed Pascha Moschee, die wegen ihrer aufwendigen Fayencen unbedingt sehenswert ist, beendet haben, können Sie sich zurück zum Sultanahmet- Platz begeben, um dort die verzaubernde Atmosphäre in sich aufzunehmen.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.