Istanbul Die Sultanahmet Moschee

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Die auch als „Blaue Moschee“ bezeichnete Sultanahmet Moschee gehört zu den Wahrzeichen İstanbuls. Bei der Innendekoration dieser weltweit einzigartigen Moschee wurden die schönsten zeitgenössischen Fayencen aus der Manufaktur von Iznik verwendet. Deren Anzahl ist ebenfalls bekannt: Mit insgesamt 21 043 Fayencen, von denen eine schöner als die andere ist, verdient die Moschee ihren Namen Blaue Moschee tatsächlich. Die Minarette sind mit 16 Balkonen ausgestattet.

Diese Zahl ist eine Anspielung darauf, dass ihr Erbauer, Sultan Ahmed, der 16. Sultan der Osmanen war. Baumeister der Moschee war ein Schüler Sinans mit dem Namen Sedefkar Mehmed Ağa. Das Grabmal (die Türbe) des Erbauers der Moschee, Sultan Ahmed I., wurde angrenzend an den Moscheehof errichtet. Gegenüber diesem Grabmal befindet sich ein Geschenk des Deutschen Kaisers an den osmanischen Sultan: der Deutsche Brunnen. Diesen Brunnen schenkte der deutsche Kaiser Wilhelm II., der İstanbul im Jahre 1901 besuchte.

Alle Teile des Brunnens wurden in Deutschland hergestellt; die Innenseite der Kuppel wurde vollständig mit Blattgold ausgekleidet. Hier befand sich einst auch der mit Statuen geschmückte Eingang zum Hippodrom, dessen Überreste sind von hier aus zu sehen.

Ort des Vergnügens, des Aufbegehrens, des Sieges und der Massaker das Hippodrom:

Mit dem Bau des Hippodroms auf dem der Sultanahmet Moschee gegenüber gelegenen Platz wurde bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. durch Septimus Severus begonnen. Seine Fertigstellung – er hatte eine Kapazität von 100 000 Besuchern – fällt allerdings erst in die Zeit Kaiser Konstantins, der zahlreiche Anstrengungen unternahm, um die damals grösste Stadt der Welt noch schöner als Rom werden zu lassen.

Im damaligen Byzanz gab es zwei sportliche Lager, die etwas an fanatische Fussballfans von heute erinnern: die Grünen und die Blauen, die sich im Hippodrom erbitterte Wettkämpfe lieferten. Im Archäologischen Museum von İstanbul können Sie heute eine Skulptur des bekanntesten unter den Wettkämpfern, des sagenumwobenen Porfirius, betrachten. Noch heute kann man drei Säulen bewundern, die einst jene Stellen markierten, an denen die Wettkämpfer bei ihren Läufen wendeten.

Bei diesen Säulen handelt es sich um den „Obelisken“, die „Schlangensäule“ und die „Mauersäule“. Wenn man von der Hagia Sophia kommt, trifft man zunächst auf den Obelisken, der unter grössten Anstrengungen aus Ägypten herangeschafft wurde. Die eingemeisselten Hieroglyphen konnten erst im 18. Jahrhundert entziffert werden; davor, d.h. in der byzantinischen und der osmanischen Zeit, ging man davon aus, dass die Schriftzeichen zur Abwehr von bösen Geistern oder von Flüchen dienten.

In Wirklichkeit besagen die Inschriften, dass der Obelisk zu Ehren des ägyptischen Pharaos Thutmosis hergestellt wurde und dass seine Geschichte bis ins Jahr 1550 v. Chr. zurückreicht. Die Säule war einst erheblich länger, musste aber für den Transport mit dem Schiff von Ägypten nach İstanbul auf die Hälfte gekürzt werden. Kaiser Theodosius liess den immer noch riesigen Monolith im Jahre 390 nach İstanbul bringen. Dessen Aufrichtung dauerte 32 Tage – so lange, dass Theodosius sie auf dem Sockel, auf dem der Obelisk heute steht, darstellen liess.

Ausserdem erzählt eine Inschrift auf dem Sockel aus der Sicht der Säule, wie sie sich trotz jahrelangem Widerstand letztlich Kaiser Theodosius geschlagen geben musste, so dass sie schliesslich an ihrem neuen Standort aufgerichtet wurde. Weitere Reliefs stellen spannende, im Hippodrom ausgetragene Pferderennen, die Schlachten von Kaiser Theodosius und weitere Szenen aus seinem Leben dar. Dem Obelisken gegenüber steht die Mauersäule. Die zwischen diesen beiden Säulen stehende, kleinere Bronzeskulptur wird hingegen Schlangensäule genannt.

Sie war ursprünglich im 5. Jahrhundert v. Chr. zum Gedenken an den Sieg über die Perser und an die in dieser Schlacht erbeuteten Waffen und Rüstungen im Apollotempel von Delphi aufgestellt worden. Auf der Spitze der Skulptur, die aus drei ineinander verschlungenen Schlangen besteht, befand sich einst ein Kessel, in dem ein ewiges Feuer brannte.

Interessant ist der Grund, warum Konstantin – neben seinen eigenen Bauwerken zur Verschönerung der Stadt – zahlreiche Denkmäler aus der ganzen Welt und auch diese Säule nach İstanbul bringen liess: Man glaubte, die aus Schlangen bestehende Säule verfüge über mystische Kräfte und werde die Stadt vor Schlangen und Ungeziefer schützen. Nur einer der Schlangenköpfe wurde bei Ausgrabungen entdeckt, heute ist er im Archäologischen Museum von İstanbul zu sehen.

Die Mauersäule ist das dritte Überbleibsel des Hippodroms, das bis heute erhalten geblieben ist. Dieses im Jahre 944 von Kaiser Konstantin VII. errichtete Denkmal wurde aus Steinen gemauert. Ursprünglich befand sich auf der Säule eine Bronzekugel. Anhand der Spuren eingeschlagener Nägel und anderer Quellen kann man erkennen, dass die Säule einst mit Bronzeplatten verkleidet war, auf denen Schlachtszenen des Basileus I. dargestellt waren. Diese Platten wurden zwischen 1204 und 1261 während der lateinischen Herrschaft über Konstantinopel entfernt und eingeschmolzen, man stellte daraus Waffen, Gebrauchsgegenstände und Münzen her.

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Das Hippodrom war nicht immer ein Ort des Vergnügens. Hier fanden die blutigsten Aufstände, die Bestrafungen von Aufständischen und die Ermordung von Tausenden von Menschen statt. Der Nika-Aufstand zur Zeit Kaiser Justinian I. im Jahre 532, bei dem neben zahlreichen Bauten auch die Hagia Sophia in Brand geriet, wurde hier auf blutige Weise niedergeschlagen, indem die Aufständischen von den Soldaten auf dem Wettkampfplatz und den Stufen des Hippodroms niedergemetzelt wurden.

Der Platz des Hippodroms wurde zur osmanischen Zeit erneut zum Schauplatz von Hinrichtungen, als hier die Janitscharenaufstände gesühnt wurden. Die südliche Spitze des Hippodroms ist der einzige Teil, der bis heute erhalten geblieben ist. Anhand dieser Überreste kann man erahnen, wie gross und prächtig das Bauwerk einst gewesen sein muss. Obwohl das Bauwerk noch in der byzantinischen Zeit völlig zerstört wurde, konnte der Platz auch unter den Osmanen seine Bedeutung als Veranstaltungsort für Palastfeiern und als Vergnügungsstätte des Volkes bewahren.

Zahlreiche Vorstellungen und Darbietungen wurden auf diesem Platz gezeigt, und die Stelen des Hippodroms wurden in osmanischen Miniaturmalereien verewigt.

Diese stellen Seiltänzer dar, die auf einem zwischen der Mauersäule und dem Obelisken gespannten Seil balancieren – überdies Reiterspiele, die vor der Schlangensäule veranstaltet wurden, sowie Händler und Handwerker, die in der Strasse vor dem Platz ihr Können unter Beweis stellten. Die gleichen Miniaturdarstellungen belegen auch, dass unter den Osmanen der Sport Cirit, ein mit einem Speer gespieltes Reiterspiel, an die Stelle der byzantinischen Wagenrennen trat.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.