Istanbul Die Stadtteile Balat Und Fener Am Goldenen Horn

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Der Name Goldenes Horn stammt aus der byzantinischen Zeit. Heute nennt es der İstanbuler einfach „Haliç“, was schlicht „Bucht“ bedeutet. Der Mythologie zufolge verwandelte die eifersüchtige Zeus Io, in eine Kuh, die durch Schlagen ihrer Hörner diese Bucht erschuf. Als weiterer Grund für diese Namensgebung werden auch die grossen Vorkommen der Bonito-Fische im Goldenen Horn genannt, denn sie bringen mit ihren leuchtenden Schuppen das Meer zum Schimmern.

Damit sich das Meer hier golden verfärbt, bedarf es aber gar keiner Fische: Die Strahlen der auf- und untergehenden Sonne reichen völlig aus, um dem Wasser einen goldenen Glanz zu verleihen.

Das Haliç ist auch der Ort, an dem eine der umstrittensten Epochen des Osmanischen Reiches, die Tulpenära, am intensivsten erlebt wurde. Zu dieser Zeit waren in der Bucht die Gondeln seiner Majestät unterwegs und am Ufer wurden prunkvolle Villen und Herrenhäuser errichtet; die Blumen, die der Epoche ihren Namen gaben, waren überall in allen Farben präsent.

Leider sind weder die Tulpengärten, noch die Villen bis heute erhalten geblieben. Es sei noch angemerkt, dass Gotteshäuser der drei abrahamitischen Religionen aus byzantinischer und osmanischer Zeit die Hügel dieses Stadtteils zieren.

Die beiden Stadtteile, deren Alltag heutzutage am stärksten mit dem Haliç verbunden ist, sind Balat und Fener. Sultan Mehmed II. gewährte nach seiner Eroberung İstanbuls den christlichen und mosaischen Einwohnern der Stadt bestimmte Freiheiten zur uneingeschränkten Ausübung ihrer religiösen Pflichten.

Dank dieser für das Osmanische Reich beispielhaft toleranten Vorgehensweise konnten die hier lebenden Christen auch nach der Eroberung der Stadt ihr Leben fortführen. Zu diesen Christen kamen nach einigen Jahren aus Spanien vertriebene Mosaischen Glauben angehörenden hinzu, die ausserhalb des Osmanischen Reiches in keinem Land der Welt Zuflucht fanden.

So entwickelten sich die Stadtteile Balat und Fener zu Zentren der İstanbuler Minderheiten. Hier kann man Moscheen, Kirchen und Synagogen sehen, die eng beieinander stehen und zusammen ein wunderschönes Bild zwischenreligiöser Brüderlichkeit darbieten.

Die Synagogen von Balat:

Der Stadtteil Balat ist der Ort, wo sich in der osmanischen Zeit die meisten Mosaischen niederliessen. Hier befinden sich auch heute noch zahlreiche Synagogen, die nach wie vor genutzt werden. Die während der Herrschaft von Sultan Mehmed II. aus Spanien vertriebenen und zu den Osmanen geflüchteten Mosaischen wurden für gewöhnlich in Balat und Umgebung angesiedelt. Mosaischen, die später wegen dieser toleranten Haltung der osmanischen Sultane nach İstanbul zogen, liessen sich ebenfalls meistens hier nieder.

Auch wenn der grosse Teil der hier lebenden Mosaischen ab 1940 nach Israel ausgewandert sind, leben hier immer noch Angehörige dieser Religion. Zwei der Synagogen sind in der Vodina- Strasse zu finden: die Çana Synagoge und die Ahrida Synagoge. Obwohl die Erbauer der Ahrida Synagoge keine mit Galeeren aus Spanien geflüchteten Mosaischen, sondern aus dem nahen Mazedonien hierher übergesiedelte Religionsangehörige waren, erbauten sie die Synagoge in einer einem Schiff ähnlichen Form. Man geht davon aus, dass damit das Andenken an jene Flucht aus Spanien lebendig gehalten werden sollte.

Eine weitere Synagoge ist die nur eine Querstrasse entfernte Yanbol Synagoge, die von Mosaischen erbaut wurde, die aus Bulgarien nach İstanbul übergesiedelt waren. Die Spuren mosaischen Lebens in Balat beschränken sich nicht auf ihre Synagogen. Das gleich neben dem Haliç errichtete und mit seiner besonderen Architektur Aufmerksamkeit erregende Or-Ahayim Krankenhaus wurde im Jahre 1896 als mosaisches Krankenhaus errichtet.

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