Istanbul Die İstiklal Strasse

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Die İstiklal-Strasse ist ohne Zweifel eine der lebendigsten und quirligsten Strassen İstanbuls. Tagtäglich flanieren Tausende von Besuchern über ihr Pflaster. Nur die nostalgischen Strassenbahnen, die hier verkehren, unterbrechen von Zeit zu Zeit den Menschenstrom. Auf beiden Seiten der Strasse befinden sich moderne Geschäfte internationaler Marken, Passagen mit gemütlichen Cafés, Bars und Lokalen, Geschäfte mit Schmuck und Modeaccessoires und zahlreiche Kunstgalerien.

Insbesondere die Geschäftspassagen, von denen die meisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurden, verleihen der Strasse wegen ihres Baustils, der Einflüsse der damals in Europa weit verbreiteten Art Nouveau aufweist, einen eigenen, unverwechselbaren Charakter.

Da Galata mit Beyoğlu der Ort İstanbuls ist, wo europäische Einflüsse stets als erstes Einzug hielten, werden auch neue Moden in der Türkei zuerst hier umgesetzt. Die teils vorgebauten, teils als fester Bestandteil des Bauwerks ausgeführten, kunstvoll verzierten Fassaden der Bauten dieser Epoche sowie die dekorativen Skulpturen haben die Aufmerksamkeit der Passanten verdient. Nähert man sich der Mitte der İstiklal-Strasse, so nimmt die Dichte der Menschenmassen noch einmal zu.

Heute ist dieser Ort, wo sich in der byzantinischen und der osmanischen Zeit die Seeleute vergnügten, einer der angesagtesten Orte der Stadt.

Wenn man mit der Tunnelbahn nach Beyoğlu gelangt und von hier aus den Stadtteil erkundet, kommt man zunächst zur ehemaligen Mevlevi- Derwischloge von Galata, die heute das Museum der Diwan-Literatur beherbergt. Diese Loge wurde von Mehmed Dede, einem Enkel des berühmten islamischen Mystikers und Philosophen Mevlana Dschalal ad-Din Rumi, im Jahre 1491 erbaut. Trotz Feuersbrünsten und anderen Katastrophen ist sie dank zahlreicher Reparaturen und Restaurationen bis heute erhalten geblieben.

Dieser Ordenskomplex besteht aus dem Semahane genannten Bereich, in dem an jedem ersten und letzten Samstag im Monat die Derwische in Trance ihre mystischen Tänze vollziehen. Heute wird er auch als Museum genutzt; er enthält Derwischkammern, eine Bibliothek und Grabmälern. Wer sich für das Mevlevitum interessiert, sollte unbedingt das erwähnte Museum besuchen, in dem Gegenstände aus dieser Kultur, türkische Musikinstrumente und zahlreiche Handschriften ausgestellt sind. Vor dem Ordensgebäude steht die Türbe des Mevlevi-Scheichs Galip Dede. Wie schon zur osmanischen Zeit reihen sich in Beyoğlu auch heute noch die Botschaften fremder Länder aneinander.

Die Botschaftsgebäude sind ausnahmslos in den letzten Jahren des osmanischen Reiches errichtete Bauten. Als İstanbul seinen Status als Hauptstadt an Ankara abgab, zogen die Botschaften zwar zum Teil um, aber die Gebäude blieben bestehen. Heute werden sie unterschiedlich genutzt.

Eine der bekanntesten Ecken rund um die İstiklal-Strasse ist die Asmalımescit-Gasse mit ihren Cafés und Bars. Daneben befindet sich das älteste Hotel İstanbuls, das Pera Palas.

Im Pera Museum, ganz in der Nähe des Hotels, sind Werke berühmter Maler aus osmanischer Zeit ausgestellt. Der bekannteste Ort an der İstiklal-Strasse ist die gleich gegenüber des Galatasaray-Gymnasiums zu findende Çiçek-Passage. Sie ist ein beliebter Treffpunkt der İstanbuler, und zwar jeden Alters.

In den Cafés dieser Passage unterhalten sie sich angeregt. Um in die Cezayir-Strasse zu gelangen, die ebenfalls für ihre Cafés bekannt ist, folgen Sie der neben dem Galatasaray- Gymnasiums nach unten führenden Strasse und biegen dann links ab.

Die zahlreichen Passagen verleihen der İstiklal- Strasse ihren unvergleichlichen Charakter. Diese meistens im 19. oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbauten Geschäftsgebäude verbergen so manche Überraschung. Die interessanteste unter den Passagen ist wohl die Aleppo-Passage, die an der Clown-Maske zu erkennen ist, die ihre Fassade ziert. Diese Maske liefert einen Hinweis auf einstige Funktion dieses Gebäudes: Hier befand sich einst ein Zirkus. Das berühmte Lichtspielhaus von Beyoğlu befindet sich ebenfalls in diesem Gebäude.

Die İstanbuler Christen gehören vorwiegend zur orthodoxen Kirche. Das grösste Gotteshaus der İstanbuler Katholiken ist gleichzeitig eine der grössten Kirchen der Stadt, die Hagia Triada. Man erreicht sie, wenn man in Richtung Taksim- Platz geht. Auf diesen Platz mündet auch die İstiklal-Strasse.

Der Name des Platzes (er bedeutet soviel wie „Verteilung“) verweist auf seine Funktion als Verteilplatz für das Wasser, das nach İstanbul gebracht wurde, als es noch kein Wassernetz gab. Der Platz ist einer der lebendigsten und umtriebigsten Orte İstanbuls. Wenn Sie auf der İstiklal-Strasse einmal von einem Ende bis zum anderen gehen, haben Sie noch lange nicht alles gesehen.

Kehren Sie um und lassen Sie die Eindrücke noch einmal auf sich wirken. Tauchen Sie in die Passagen ein, nehmen Sie in den Bars und Kneipen zu türkischer Meze (Vorspeise) einen Drink. Nach Einbruch der Dunkelheit sollten Sie die jetzt in bunten Lichtern erstrahlende Strasse noch einmal erkunden. Das Gewühl nimmt auch in den späteren Stunden nicht merklich ab.

Jetzt bietet die Strasse ein ganz neues Erlebnis, und die Klänge der türkischen Musik aus den Bars geben Ihnen das Gefühl, sich in einer anderen Welt zu befinden.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.