Istanbul Die Historische Palasthalbinsel

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Der zweifelsohne mit den schönsten Baudenkmälern versehene Stadtteil İstanbuls stellt das keilförmige Gebiet auf der historischen Halbinsel dar, die im Süden und Osten durch das Marmarameer, im Norden durch das Goldene Horn und im Westen durch die antiken Stadtmauern begrenzt wird.

Es ist bekannt, dass sich die Megarer, die ersten Siedler İstanbuls, hier niederliessen und dass Septimus Severus, dem ein bedeutender Teil der Bautätigkeiten aus vorbyzantinischer Zeit zuzuschreiben ist, ein besonderes Augenmerk auf diesen Ort richtete.

Die Stadtmauern, die Kaiser Konstantin bei der Gründung der nach ihm benannten Stadt mit der Speerspitze in den Boden malte, bilden die Spitze dieses keilförmigen Areals. Das Zentrum dieses Kerngebiets von İstanbul ist heute der Sultanahmet-Platz mit der gleichnamigen Moschee (auch „Blaue Moschee“ genannt). Hier können Sie überdies die schönsten Bauwerke İstanbuls aus byzantinischer und osmanischer Zeit bewundern. In der byzantinischen Zeit stellten das Hippodrom und seine Umgebung das Zentrum der Stadt dar.

Aus diesem Grund wurden folgende Gebäude hier errichtet: das Kaiserschloss, das prächtigste aller Gotteshäuser (die Hagia Sophia), das Hippodrom als Zentrum des gesellschaftlichen Lebens und des Vergnügens und die unterirdische Zisterne („Versunkener Palast“), die einst einen Grossteil des Trinkwasserbedarfs der Stadt deckte. Wie schon damals war der Platz des Hippodroms auch zur Zeit der Osmanen Schauplatz von Aufständen.

Hier wurden aber auch Beschneidungsfeste zu Ehren der Thronprinzen veranstaltet, die vierzig Tage und vierzig Nächte dauerten. Bei solchen Gelegenheiten gaben die Künstler und Gaukler der Stadt ihr Können zum Besten. Hier wurden ausserdem zahlreiche religiöse und administrative Gebäude errichtet, allen voran der Sultanspalastkomplex Topkapı.

Wenn man vom Stadtteil Sirkeci aus über die Hüdavendigar Strasse, also den Strassenbahnschienen folgend, in Richtung Blaue Moschee geht, sieht man zur Linken die Palastmauern des Topkapı Palastkomplexes. An dieser Mauer, die an einigen Stellen mit Toren versehen wurde, ist insbesondere der Eingang zum heute als Gouverneurssitz von İstanbul genutzten Gebäude, zur sogenannten „Hohen Pforte“ (Bab-ı Ali), interessant.

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Diese Pforte führte einst zur Residenz des Grosswesirs. Später wurde der Name des Tors auch für die Gebäude dahinter verwendet. Dieses Tor, das dank stetiger Reparaturen bis heute bestehen geblieben ist, war Schauplatz zahlreicher bedeutender Ereignisse in der Geschichte des Osmanischen Reiches. Wenn Sie den Palastmauern weiter entlanggehen, kommen Sie zu einem der bedeutendsten Bauwerke der Antike, das seine Besucher auch heute noch mit seiner Pracht und seiner Grösse in seinen Bann zieht: die Hagia Sophia.

Die Hagia Sophia – das prächtigste Bauwerk von Byzanz:

İstanbuls wichtigstes erhalten gebliebenes Bauwerk aus byzantinischer Zeit ist ohne Zweifel die Hagia Sophia, die einst zu den sieben Weltwundern gezählt wurde und heute ein Museum beherbergt. Errichtet wurde dieses Gotteshaus von Kaiser Justinian, der neben Kaiser Konstantin wohl am meisten zur Entwicklung Konstantinopels beitrug.

Es galt mit seinen kolossalen Dimensionen und seiner Pracht jahrhundertelang als monumentalstes Bauwerk der Antike und trotzte zahlreichen Katastrophen (von Feuersbrünsten bis hin zu Erdbeben), welche die Stadt heimsuchten. Die Hagia Sophia ist nicht nur wegen ihrer prächtigen Architektur, sondern auch wegen ihrer schönsten Beispiele byzantinischer Mosaikkunst ein unbedingt sehenswertes Bauwerk.

Kaiser Justinian, der das byzantinische Reich während dessen Blütezeit beherrschte, wollte ein Gotteshaus errichten lassen, das in seiner Monumentalität den sagenumwobenen Salomontempel überragen sollte – daraus wurde die Hagia Sophia. Sie wurde zu einer Zeit errichtet, in der die byzantinische Sakralarchitektur noch auf der Suche nach einem eigenen Architekturstil war. Deshalb ist die Hagia Sophia in der byzantinischen Architektur etwas Einmaliges – nicht nur wegen ihrer Pracht, sondern auch wegen ihres Grundrisses: Der traditionelle basilikale Baustil wurde hier mit einem zentralen Grundriss kombiniert.

Auch regionale Einflüsse spielten eine einflussreiche Rolle, waren es doch anatolische Baumeister, die diese Kirche errichteten. Zahlreiche Säulen, Kapitelle und Marmorblöcke stammen aus antiken Ruinenstätten Kleinasiens. Unter den antiken Bauten, die dem Gebäude als Säulenspender dienten, war auch eines der sieben Weltwunder der Antike, der Artemistempel von Ephesus.

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Nachdem İstanbul unter die Herrschaft der Osmanen geraten war, wurde die Hagia Sophia nicht zerstört, sondern so bedeutende Baumeister wie vor allem Meister Sinan setzten ihre ganzen Fähigkeiten dafür ein, das Gebäude zu erhalten. Sinan sicherte und stabilisierten das Gebäude, das unter der Last der Kuppel ständig einzustürzen drohte, mit seitlichen Stützmauern.

Dieses ursprünglich christliche Heiligtum wurde von den Osmanen zu einem islamischen umgewandelt. Die sagenhaften Geschichten, die über die Umstände dieser Veränderung erzählt werden, haben sicherlich einiges zur heiligen Bedeutung dieses Bauwerks beigetragen.

Zahlreiche osmanische Sultane liessen ihre Grabmäler im Hof dieses Gotteshauses errichten. Der Gebetsbrunnen im Garten der Hagia Sophia wurde erst im Jahre 1740 durch Sultan Mahmud I. errichtet. Da seine Errichtung in eine Epoche fiel, in der sich die Osmanen in ihrem Kunststil von Europa beeinflussen liessen, sind bei den Verzierungen und der Anordnung des Vordachs Elemente des europäischen Barocks zu entdecken.

Die Mosaiken, die in einem Zeitraum vom 9. bis zum 12. Jahrhundert entstanden und nach der Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum wieder ans Tageslicht gebracht wurden, zählen zu den schönsten Beispielen byzantinischer Kunst. Gleichermassen zu bestaunen sind in der Hagia Sophia auch die feinsten Beispiele osmanischer Fayencen- und Kalligraphiekunst.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.