Istanbul Der Heiligste Ort İstanbuls Eyup

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Im ausserhalb der historischen Stadtmauern İstanbuls gelegenen Stadtteil Eyüp befinden sich zahlreiche Moscheen und Grabmäler von Persönlichkeiten, die aus islamischer Sicht wichtig sind. Wegen der vielen entsprechenden Pilgerstätten gilt dieser Stadtteil für die Muslime als in religiöser Hinsicht bedeutendster Stadtteil İstanbuls. Die religiöse Bedeutung Eyüps reicht aber sehr viel weiter zurück.

Schon in byzantinischer Zeit standen hier zahlreiche Klöster und Kirchen, von denen aber keine bis heute erhalten geblieben sind. Der Grund dafür liegt darin, dass sie sich ausserhalb der Stadtmauern befanden und bei jeder Belagerung der Stadt zerstört wurden. Der letzte Neuaufbau Eyüps fällt in die osmanische Zeit, dabei erhielt der Stadtteil weitgehend sein heutiges Erscheinungsbild.

Wenn Sie von den Stadtmauern aus zu einem Rundgang durch Eyüp aufbrechen, besichtigen Sie als allererstes die Defterdar Mehmed Efendi Moschee in der Defterdar- Strasse. Alle Sakralbauten, die für die jeweilige Religion einen symbolischen Charakter haben, sind mit den betreffenden religiösen Symbolen gekennzeichnet.

So befindet sich auf Kirchtürmen meistens ein Kreuz und auf den Spitzen von Minaretten und den Kuppeln von Moscheen für gewöhnlich eine Mondsichel, das Symbol des Islams. Bei der Defterdar Mehmed Efendi Moschee aber ist auf dem Minarett anstatt des Halbmonds ein Federkiel und ein Tintenfass als Zeichen für Aufklärung und Fortschritt zu sehen. Diese bei Erdbeben zerstörten Symbole wurden erst vor einigen Jahren wieder auf dem Minarett angebracht.

Wenn Sie der Derfterdar-Strasse weiterhin folgen, entdecken Sie auf der rechten Seite am Ufer des Haliç ein rotes Gebäude mit dem Namen Feshane. Bei diesem Gebäude handelte es sich um die 1835 zur Herstellung der Uniformen der osmanischen Armee gegründete Kleiderfabrik, sie zählt zu den ältesten Fabriken des osmanischen Reiches.

Heute wird das Gebäude als Ausstellungs- und Konferenzsaal genutzt. Im islamischen Fastenmonat Ramadan werden hier zur Unterhaltung verschiedene Veranstaltungen angeboten. Von hier aus können Sie auch die Sultansgondeln besteigen, mit denen die osmanischen Sultane die Meerenge zu überqueren pflegten.

Gegenüber der Kleiderfabrik, gleich neben der Gemeindeverwaltung befindet sich in einem 1884 als Militärakademie erbauten Gebäude das erste Museum von Eyüp, das Nezih Eldem Stadtmuseum, in dem Dokumente ausgestellt sind, welche die Geschichte von Eyüp dokumentieren. Gleich hinter dem Museum befindet sich die Cezeri Kasım Moschee. Eine Moschee gleichen Namens befindet sich übrigens auch an der Divanyolu-Strasse, gegenüber dem Cağaloğlu-Badehaus.

Auf der gleichen Route gelangen Sie als nächstes zur Zal Mahmut Pascha Külliye, einem weiteren Bauwerk aus der Feder des Baumeisters Sinan. In seinem Inneren können Sie Werkstätten besuchen, in denen Spielzeuge nach traditioneller Art von Hand hergestellt werden.

Die Spielzeughändler von Eyüp:

Noch heute ist Eyüp der Stadtteil, in den ABC-Schützen und Knaben im Beschneidungsalter gebracht werden. Denn man erhofft sich von einem Besuch in diesem als heilig geltenden Stadtteil Erfolg und Gesundheit für seine Kinder. Die mit ihren Eltern alljährlich hierher pilgernden Kinder führten bereits im 17. Jahrhundert zur Entstehung eines neuen Geschäftzweigs: Hier werden traditionelle Spielzeuge feilgeboten, wie sie vor Jahrhunderten für die Prinzen im Sultanspalast hergestellt wurden. Sie sollten unbedingt eines als Andenken erstehen.

Die Türbe Eyüp Sultans und die dazugehörige Moschee,

welcher der Stadtteil seinen Namen verdankt, zählt zu den bekanntesten der heiligen Stätten İstanbuls. Ein Weggefährte des Propheten Mohammed, Abu Ayyub Al-Ansari (auf türkisch Eyüp Ensari genannt), fiel hier bei der Belagerung Konstantinopels durch die muslimischen Araber in den Jahren 674 - 678, woraufhin sein Grab hier errichtet wurde.

Nach der Eroberung İstanbuls durch Sultan Mehmed II. liess dieser nach dem Grab suchen und dort zuallererst ein Grabmal errichten, daneben eine Moschee und die erste Külliye İstanbuls. Dank der von Mehmed II. errichteten Külliye nahm der Stadtteil Eyüp mit der Zeit Formen an. Auch die nachfolgenden Sultane liessen in Eyüp ständig neue Bauten errichten und trugen so zur Entwicklung des Stadtteils bei.

Daher können Sie hier zahlreiche Exemplare osmanischer Baukunst bewundern. Wegen seiner religiösen Bedeutung wählten zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Volke und vom Hof Eyüp als ihre letzte Ruhestätte. Die grosse Anzahl an Grabsteinen, von denen einige kunstvoll im osmanischen Stil verziert sind, verleiht dem Stadtteil neben den zahlreichen Sakralbauten eine mystische Atmosphäre. Weit im Inneren des Friedhofes von Eyüp befindet sich das Pierre Loti Café, das Sie mit dem Privatfahrzeug oder mit der Seilbahn erreichen können und von dem aus Sie einen wunderschönen Ausblick über Eyüp und das Goldene Horn geniessen können.

Der bekannte französische Schriftsteller Pierre Loti (1850 - 1923) liess sich, nachdem die Stadt ihn auf seinen Reisen stark beeindruckt hatte, in İstanbul nieder.

Dieses Café war beim Schriftsteller äusserst beliebt, er suchte es häufig auf. Wer weiss, vielleicht erdachte er hier beim Anblick İstanbuls seine fiktive Geliebte Aziyade, vielleicht schrie er sogar ihren Namen zum gegenüberliegenden Ufer hinaus. Der Name Pierre Loti und dieses Café haben sich mit der Zeit derart verbunden, dass das Café heute den Namen des Schriftstellers trägt. Den Rundgang durch Eyüp können Sie hier bei einem Blick auf das Goldene Horn und auf Eyüp mit einem Glas Tee beschliessen, im Café können Sie auch entsprechende Andenken erstehen.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.