İstanbul Auf Der Anderen Seite Des Halic

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Erdbeben und Feuersbrünste haben İstanbul Hunderte von Malen vernichtet, aber wie ein Phönix aus seiner eigenen Asche erblühte diese Stadt jedes Mal noch schöner und erwachte zu Leben. Die Stadtteile İstanbuls, die wahrscheinlich am häufigsten in ihrer Geschichte zerstört und wiederaufgebaut wurden, sind Galata und Beyoğlu.

Der historische Stadtteil Galata, der heute den Namen Karaköy trägt, hat die Form einer Halbinsel, die vom Goldenen Horn und der Meerenge zum Schwarzen Meer umgeben ist. Galata war über die Jahrhunderte stets der Handelshafen İstanbuls. Aufgrund dieser Eigenschaft in der osmanischen Zeit entwickelte sich dieser Stadtteil mit der Zeit zum wichtigsten Handelszentrum der Stadt.

Es waren die umtriebigen Genuesen, die in der byzantinischen Zeit die wichtigsten Handelsbeziehungen zu Europa unterhielten und im Stadtteil Galata eine Handelskolonie betrieben. Neben den italienischen Genuesen handelten hier auch persische, ägyptische, syrische, türkische und europäische Händler mit ihren Waren, die sie von weit her nach İstanbul brachten. Auch nach der Eroberung İstanbuls durch die Osmanen behielten Galata und seine Umgebung ihre wirtschaftliche Bedeutung; zahlreiche Gästehäuser für ausländische Händler wurden hier errichtet.

Auch die ersten diplomatischen Vertretungen in der osmanischen Zeit hatten ihren Sitz an diesem Ort, der mit seinen Tavernen auch das Vergnügungsviertel der Stadt war. Die ersten Banken, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts im osmanischen Reich eröffnet wurden, konzentrierten sich ebenfalls auf Galata, das sich so zu einem Finanzzentrum entwickelte.

Erst seit einigen Jahren verliert der Stadtteil als Bankenzentrum an Bedeutung, da die grossen Bankhäuser ihre Zentralen allmählich in die Stadtteile Levent und Maslak verlegen.

Das Schönste an Galata (Karaköy) ist, dass man İstanbul von hier aus von seiner eindrücklichsten Seite betrachten kann. Denn die historische Palasthalbinsel liegt direkt gegenüber. Vom Vorplatz der Blauen Moschee aus erregt das gegenüberliegende Ufer nicht sonderlich die Aufmerksamkeit des Betrachters. Von Galata aus hat man aber einen unvergleichlichen Ausblick auf die historische Halbinsel.

Insbesondere bei Sonnenuntergang tauchen der Reihe nach die Blaue Moschee, die Hagia Sophia und der Topkapı-Palast in blutrote Schattierungen ein. Die auf den sieben Hügeln der Stadt errichteten, prunkvollen Moscheen des Osmanischen Reiches bilden allmählich einen von Minaretten und Kuppeln dominierten Scherenschnitt und zeigen İstanbul von seiner schönsten und romantischsten Seite.

Die historische Palasthalbinsel und der Stadtteil Galata sind heute über zwei Brücken miteinander verbunden: die Galata-Brücke und die Atatürk- Brücke. Schon der geniale Künstler und Erfinder Leonardo Da Vinci hatte Pläne ausgearbeitet, um das Haliç mit einer Brücke zu überspannen.

In einem Brief an den damaligen Sultan Bayasid II. unterbreitete er dem osmanischen Herrscher seine Pläne, sie fanden aber offensichtlich kein Gehör. Erst vor kurzem wurde in der Zülfaris Synagoge in der Perçemli-Strasse in Beyoğlu, ganz in der Nähe der Galata-Brücke, das Museum 500 Jahre türkische Mosaischen eröffnet.

Es erzählt die nunmehr 500-jährige Geschichte der Mosaischen İstanbuls, die hier eigene Stadtteile gründeten und ihre Gotteshäuser errichteten. Im Inneren des Museums sind zahlreiche Dokumente, Kleidungsstücke und Alltagsgegenstände ausgestellt, die das Leben der Mosaischen Glauben angehörenden in der Türkei und insbesondere in İstanbul beschreiben. Ein vor dem Museum zu findendes Denkmal mit dem Namen „Aufsteigendes Feuer“ erinnert an die türkischen Mosaischen, die in Kriegen wie dem Befreiungskrieg und in der Schlacht von Gallipoli fielen.

Die Yeraltı Moschee (Unterirdische Moschee) in der Kemankeş-Strasse ist ein weiterer Sakralbau, der unbedingt einen Besuch wert ist. Mit einer riesigen Kette verhinderten die Byzantiner einst die Einfahrt von Schiffen in die Bucht des Haliç, das für sie von grosser strategischer Bedeutung war. Da die Stadtmauern an der Bucht besonders dünn waren, wäre eine Einnahme İstanbuls von hier aus ein Leichtes gewesen.

Die Kette reichte von Galata bis nach Sarayburnu und war in den Festungsanlagen hier verankert. Die Unterirdische Moschee stellt das einstige Kellergewölbe dieser Festung dar. Das Gebäude, das heute über eine hinabführende Treppe zu erreichen ist, wurde vor dem Bau der Moschee als Munitionslager verwendet. Weil man glaubte, dass die hier gelegenen Gräber wichtigen islamischen Persönlichkeiten gehörten, wurde im Jahre 1756 an dieser Stelle eine Moschee erbaut.

Beyoğlu und der Hafen von Galata sind seit jeher eng miteinander verbunden. Beyoğlu ist allerdings nur über einen steilen Anstieg zu erreichen, weshalb hier zunächst Treppen gebaut wurden, die in das höher gelegene Beyoğlu führten; später, im Jahre 1876, wurde zwischen Galata (Karaköy) und Beyoğlu ein Tunnel gegraben. Durch diesen Tunnel fährt eine der kürzesten und ältesten Untergrundbahnen der Welt.

Wer sich von Galata aus zu Fuss nach Beyoğlu begeben will, dem kommt an den steilen Hängen – gerade wenn ihm die Puste auszugehen droht – die Kamondo-Treppe zu Hilfe. Diese wurde im 19. Jahrhundert von einer der reichsten Familien İstanbuls, den Kamondos, errichtet; sie waren auch die Stifter zahlreicher anderer Bauwerke in der Stadt. Wegen ihrer eigentümlichen, mal enger werdenden, mal sich ausweitenden Spiralform wird diese Treppe von den Einheimischen auch Liebestreppe genannt. Eine weitere Besonderheit Karaköys sind die zahlreichen Bauwerke, die von den Genuesern errichtet wurden. Dieses eifrig Handel treibende Volk spielte in der Geschichte İstanbuls eine wichtige Rolle.

Das bedeutendste dieser genuesischen Bauwerke ist zweifellos der Galata-Turm, der die umgebenden Stadtteile überragt und daher von weither sichtbar ist. Er erinnert an die Genueser, die schon unter den Byzantinern den Handel mit Europa aufrechterhielten und von diesem Turm aus die Ankunft ihrer Handelsschiffe beobachteten. Der im Jahre 1348 als Hauptturm der Schutzmauern um das Gebiet von Galata erbaute Turm wurde auch unter den Osmanen weiter genutzt – mal als Lager, mal als Gefängnisturm. Er ist bis heute erhalten geblieben.

Weil Galata häufig von Bränden heimgesucht wurde, die manchmal ganze Viertel auslöschten, wurde der Turm zeitweise sogar als Feuerwehrturm verwendet. Ein Besuch dieses Turms gegen einen geringen Obolus eröffnet Ihnen einen unvergesslichen und atemberaubenden Ausblick über das Marmarameer, den Boğaz und die wichtigsten Baudenkmäler der Stadt.

Neben dem Mittelmeer-Urlaubsort Antalya ist İstanbul eine der beliebtesten Destinationen der Touristen aus aller Welt, die alljährlich die Türkei besuchen. Darüber hinaus zählt die Stadt mit ihren modernen Kongresszentren zu den bedeutendsten Kongressstädten Europas. In İstanbul haben Sie die Wahl zwischen luxuriösen Hotels, in geschichtsträchtigen Gebäuden eingerichteten Boutique-Hotels oder traditionsreichen Gästehäusern, deren Geschichte Jahrhunderte zurückreicht.