Meeresfrüchte

Meeresfrüchte

Die Einwohner der Küstenstädte sind Meister der Fischküche. Der beste Fang des Tages wird jedoch sofort nach Ankara transportiert, wo einige der besten Fischrestaurants ihre Gäste bewirten. Der Winter ist die beste Jahreszeit, um Fisch zu genießen.

Es ist die Zeit, in der viele Fischarten vom Schwarzen Meer in Richtung wärmerer Gewässer schwimmen und die meisten Fische ausgewachsen sind. Der Überfluss an Meeresbewohnern entschädigt die Gourmets sozusagen für den winterlichen Mangel an frischem Gemüse. Jeder Monat hat seinen bevorzugten Fang, passend zu den erhältlichen Gemüsen, die den Geschmack abrunden.

Meeresfrüchte

So schmeckt etwa der Bonito mit Knoblauch und roten Zwiebeln am besten, der Blaufisch mit Kopfsalat und der Steinbutt mit Lattich. Große Bonitos werden auch zusammen mit Sellerie pochiert. Makrelen füllt man mit gehackter Zwiebel und grillt sie, die kleineren und trockeneren Fische des Sommers brät man oder man pochiert sie mit Tomaten und grünen Paprikas. Sowohl zu pochiertem als auch zu gegrilltem Fisch dürfen die Lorbeerblätter niemals fehlen.

Den Fisch über Holzkohle zu grillen, während seine Säfte in die Glut tropfen und ihn in Rauch einhüllen, ist wohl eine der schmackhaftesten Arten, einen ausgewachsenen Fisch zuzubereiten und seine delikaten Aromen zum Vorschein zu bringen.

Deshalb ist auch der gegrillte Fisch, den die Fischer gleich auf ihren Booten zubereiten und verkaufen, so lecker. Der Hamsi ist der Prinz unter den Fischen der Türkei: Die Bewohner der Schwarzmeerküste kennen einundvierzig Methoden, den Hamsi zuzubereiten, darunter Hamsi-Börek, Hamsi-Pilaw und sogar Hamsi-Desserts!

Eine weitere verbreitete Frucht des Meeres ist die Muschel, die frittiert, pochiert oder als Muschel-Dolma und Muschel-Pilaw genossen wird. Entlang der Ägäis gehören auch Oktopus und Kalmar auf die Mezze-Platte.

Die Orte der Wahl für Fischliebhaber sind Fischrestaurants und Tavernen. Nicht alle Tavernen sind Fischrestaurants, aber die meisten Fischrestaurants sind Tavernen.

Meeresfrüchte

Man findet sie normalerweise in Hafennähe an Orten mit Aussicht auf das Meer. Der Bosporus ist für seine großen und kleinen Fischertavernen, die vom İstanbuler Distrikt Rumeli Kavağı bis ins Kumkapı-Quartier verteilt sind, berühmt. Die schlichteren sind klein, und man sitzt an Holztischen auf klapprigen Holzstühlen.

Nichtsdestotrotz bekommt man dort köstlichen gegrillten Fisch serviert. Daneben gibt es die edlen, eleganten Lokale in Tarabya und Bebek. Fischrestaurants verfügen immer über eine Terrasse direkt am Meer. Die Kellner rennen zwischen der Küche, die sich manchmal im Restaurant über die Straße befindet, und den Tischen am Strand hin und her.

Nachdem einem ein Platz zugewiesen wurde, ist es Brauch, der Küche einen Besuch abzustatten oder die Auslage in Augenschein zu nehmen, um seinen Fisch auszuwählen und die Art der Zubereitung zu diskutieren. Bei dieser Gelegenheit erfährt man auch den Preis des Fisches.

Danach macht man noch kurz Station bei der Mezze-Auslage und bestellt sich seine persönliche Auswahl. Der Abend beginnt mit einem Gläschen Raki, an dem man zwischen den Mezze nippt, während man den Sonnenuntergang bewundert und sich in den Rhythmus des Gesprächs einfühlt, das bis weit in die Nacht andauern wird.

Trinken ist in der Türkei niemals eine hastige, laute, übermütige oder einsame Angelegenheit. Vielmehr ist es eine gemeinschaftliche, leicht festliche und kultivierte Art der Unterhaltung. In den Fischrestaurants trifft man oft einige Familien, die ihren Abend zusammen verbringen.

Die Kinder rennen, nachdem sie satt sind, durchs Restaurant; die Teenager sitzen mit den Erwachsenen am Tisch und hören geduldig zu und beteiligen sich ab und zu an der Unterhaltung, wenn sie sich um Fußball oder Musik dreht.

Vier Meere–das Schwarze Meer, das Marmarameer, die Ägäis und das Mittelmeer–umgeben die Türkei.