Istanbul Und Umgebung

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İstanbul hauptstadt der weltreiche

Mit einem Arm in Asien und dem anderen in Europa ist İstanbul die einzige Stadt auf zwei Kontinenten. Der Bosporus führt das Wasser des Schwarzen Meeres, des Marmarameers und des Goldenen Horns durch das Herz der Stadt.

İstanbul ist die einzige Stadt der Welt, die auf zwei Kontinenten errichtet wurde, denn ein Teil der Stadt gehört zu Asien, der andere zu Europa. Der Bosporus trägt das Wasser des Schwarzen Meeres, des Marmarameeres und des Goldenen Horns durch das Herz der Stadt. Die Geschichte dieser Metropole ist eng mit ihrer strategischen Lage und der bezaubernden Schönheit verbunden.

Istanbul-Die-Historische-Halbinsel

Über 1‘500 Jahre lang war sie die Hauptstadt zweier Reiche, zunächst des Byzantinischen, dann des Osmanischen. Während dieser Zeit wurde sie zu einer entsprechend schön gestalteten Metropole, in der beeindruckende Bauwerke entstanden und verschiedene Kulturen, Völker und Religionen zusammenlebten. Diese Kulturen, Völker und Religionen sind die kleinen bunten Steine, aus denen sich das Mosaik İstanbul zusammensetzt. Ihre wichtigste Bauperiode begann im Byzantinischen Reich; im Osmanischen Reich wurde die Stadt weiter verschönert.

Modernes und Traditionelles zusammen

Es ist die endlose Vielfalt İstanbuls, die die Besucher fasziniert: ihre zahllosen Museen, Kirchen, Paläste, grossen Moscheen, Basare und Naturschauplätze. Wenn Sie an der Westküste des Bosporus den Sonnenuntergang geniessen, der die gegenüberliegende Seite in ein rotes Abendlicht taucht, werden Sie sofort verstehen, weshalb sich Siedler während Jahrhunderten an diesem bemerkenswerten Ort niederliessen. In solchen Augenblicken wird deutlich, dass İstanbul tatsächlich eine der glanzvollsten Städte der Welt ist.

Istanbul-Galata

İstanbul ist die grösste und die am weitesten entwickelte Stadt der Türkei, deren Geschichte, wie neueste Forschungen belegen, 400'000 Jahre zurückreicht. İstanbuls purpurfarbene Epoche begann im Jahre 330, als Kaiser Konstantin die Stadt zur Hauptstadt seines Reiches erklärte – Purpurrot ist die Farbe der byzantinischen Herrscherdynastie. Bis zu ihrer Eroberung durch die Osmanen im Jahre 1453 behielt İstanbul diesen Status und wurde mit zahlreichen Bauwerken geschmückt, damit sie die schönste Stadt der Welt werde. Dieses Bestreben hielt auch in den Jahren des Niedergangs des Byzantinischen Reiches an.

Hervorragende multireligiöse Identität

Die in der byzantinischen Zeit herausgebildete Identität İstanbuls wurde während des Osmanischen Reiches weiter geformt. Sultan Mehmet, der Eroberer, nahm die Stadt 1453 ein und erklärte sie zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches. In den folgenden 450 Jahren wurden in İstanbul hervorragende osmanische Bauwerke errichtet. Die Bautätigkeiten nach der Eroberung wurden während der Regentschaft von Sultan Bayezit II. intensiviert. Es begann die Zeit, in der der berühmte Baumeister Mimar Sinan als oberster Architekt des Sultans wirkte.

Istanbul-Basilika-Antonius

Eine grosse Zahl von Meisterwerken dieses weltberühmten Architekten prägen die Silhouette İstanbuls. Die Osmanen waren tolerant gegenüber anderen Religionen, und sie überliessen den christlichen und jüdischen Gemeinschaften viele Orte in der Stadt, wo diese ihre Religion ungestört praktizieren konnten. Moscheen, Kirchen und Synagogen standen und stehen hier nebeneinander und sind bis heute ein in Stein geformter Beweis dafür, dass İstanbul die Stadt der Toleranz und der friedlichen Koexistenz der Religionen ist.

Prächtige historische schätze

Die 1‘500 Jahre als Hauptstadt machten İstanbul reich an architektonischen Werken, die die glanzvolle Vergangenheit der Stadt wiederspiegeln. Wo man auch hinschaut, überall in der Stadt findet man Paläste, Moscheen, Kirchen, Klöster, Denkmäler, Befestigungsmauern und Ruinen sowohl aus der altrömischen als auch aus der byzantinischen und osmanischen Zeit. Im alten Stadtkern mit seinen für Sakral-, Regierungs-, Handels- und Unterhaltungszwecke errichteten Gebäuden konnten die Bürger die Sicherheit und Grosszügigkeit geniessen, welche ihnen die Herrschenden gewährten, und dabei ihre Kultur und Lebensweise bewahren.

Istanbul-Ayasofya

Die prächtigsten Bauten befinden sich auf der keilförmigen historischen Halbinsel, dem Dreieck mit dem Marmarameer im Süden und Osten, dem Goldenen Horn im Norden und der alten Stadtmauer im Westen. Im Herzen der Halbinsel liegt der Sultanahmet-Platz, in dessen unmittelbarer Nähe die markantesten Beispiele byzantinischer und osmanischer Baukunst zu finden sind.

Lebendige Erde der Byzantiner

In der byzantinischen Periode bildeten das Hippodrom und seine Umgebung den Mittelpunkt der Stadt. Der Palast war das Zentrum der Macht, die Hagia Sophia (Ayasofya) der spektakulärste Sakralbau, das Hippodrom diente der öffentlichen Unterhaltung und die Cisterna Basilika (Yerebatan Sarnıcı) stellte die Wasserversorgung des Grossteils der Stadt sicher. Alle diese Bauten befinden sich im historischen Stadtkern. In der osmanischen Zeit wurde der Platz, auf dem das Hippodrom einst stand, zum Ort für die Beschneidungszeremonien der Söhne des Sultans.

Grosse mystische Symbole

Das prächtigste noch erhaltene Bauwerk aus der Byzantinischen Zeit ist die Hagia Sophia, die als achtes Weltwunder galt. Sie wurde vor über 1‘500 Jahren errichtet und ist heute eines der grossen Wahrzeichen İstanbuls. Die Mosaiken, die zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert entstanden und nach der Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum freigelegt wurden, zählen zu den schönsten Beispielen byzantinischer Kunst. Auch die Chora-Kirche (Kariye-Museum) ist ein byzantinisches Baudenkmal, das für seine beeindruckenden Mosaiken und Fresken berühmt ist. Die drei wichtigsten religiösen Bauten des Judentums in İstanbul sind die Neve- Schalom-, die Ahrida- und die Aşkenazi- Synagoge. Eine wichtige Sehenswürdigkeit innerhalb des Topkapı-Palasts ist die Kammer der Heiligen Reliquien (Mukaddes Emanetler Dairesi), in der in einem goldenen Schrein der Mantel (Hırka-i Saadet) und die Standarte (Sancak-ı Şerif) des Propheten Mohammed aufbewahrt werden. Die Sultan-Ahmed-Moschee, die auch Blaue Moschee genannt wird, wurde zwischen 1609 und 1616 erbaut und beherbergt das Grabmal ihres Gründers Sultan Ahmed I. sowie eine Medrese und ein Krankenhaus.

Das andere Ufer

Ein weiterer interessanter Stadtteil İstanbuls ist der historische Distrikt Pera. Er liegt auf der anderen Seite des Goldenen Horns (Pera bedeutet «auf der anderen Seite»). Im 12. Jahrhundert liessen sich hier Genuesen und Venezianer nieder; der Stadtteil wurde hauptsächlich von Europäern bewohnt und repräsentierte das westliche Gesicht der Stadt. Wie kosmopolitisch das historische İstanbul war, zeigen die folgenden Gebäude: der von Genuesen erbaute Galata-Turm, die Jugendstilbauten in der İstiklal-Strasse sowie die stattlichen Gebäude ausländischer Botschaften, die hier ansässig waren, bevor Ankara Hauptstadt wurde.

Istanbul-Cisterna-Basilica

Die Basilika St. Antonius, ein stiller und ruhiger Ort in der İstiklal-Strasse, wird von vielen Gläubigen aller Religionen besucht. Von den Osmanen errichtete Paläste, Sommerresidenzen, Schlösser und Herrschaftssitze schmücken İstanbul bis heute. Der Yıldız- und der Dolmabahçe-Palast waren einst, neben dem Topkapı-Palast, Residenzen osmanischer Sultane. İstanbul ist ausserdem berühmt für seine eleganten, Yalı genannten Holzvillen am Ufer des Bosporus.

Die historischen Bereiche von İstanbul - UNESCO

Das kulturelle Erbe İstanbuls ergibt sich aus seiner Situation als strategischer Zugang zu Anatolien, Zentralasien und dem Mittleren Osten einerseits und zu Europa andererseits. Die historischen Bereiche von İstanbul, die im Jahr 1985 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden, umfassen vier Gebiete: den archäologischen Park, die Süleymaniye-Moschee, die Zeyrek- Moschee und all die dazugehörigen Erhaltungsgebiete sowie die Stadtmauer von İstanbul. Im Evaluierungsbericht des Internationalen Rates zur Denkmalpflege ICOMOS heisst es, dass eine Liste des Weltkulturerbes ohne İstanbul mit seiner mehr als 2'000 Jahre alten Verbindung mit den weltweit bedeutendsten politischen, religiösen und künstlerischen Ereignissen nicht denkbar ist. Zu den kulturellen Besitztümern in dieser Umgebung gehören einzigartige Denkmäler und Meisterwerke der universellen Architektur. Zwei davon sind die Hagia Sophia (Ayasofya), die 532 bis 537 von Anthemios von Tralleis und Isidor von Milet erbaut wurde, und die Süleymaniye-Moschee, ein Meisterwerk des Architekten Sinan. Die 6'650 Meter lange Stadtmauer von Theodosius II. mit seiner zweiten, 447 errichteten Verteidigungslinie ist eines der herausragendsten Beispiele militärischer Architektur.

Als eine Imperial-Hauptstadt von 1500 Jahren ist İstanbul reich an Baudenkmälern, die ihre Vergangenheit wiederspiegelt.