Kappadokien Feenkamine Wie Aus Einer Traumwelt Entsprungen

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Die vulkanischen Eruptionen waren so heftig, dass die Lavaschicht mancherorts bis zu 150 meter dick war. Über viele Millionen Jahre hinweg formten Vulkane, Regen und Eis die Gegend so, wie man Kappadokien heute kennt. Als die Landschaft erodierte, blieben konische Formationen aus Basaltstein zurück, die zum Teil eine Höhe von bis zu 45 Meter erreichen.

Kappadokien-Uchisar

Die Einheimischen nannten diese einzigartigen Gesteinsformationen «Feenkamine», eine Bezeichnung, die Jahrhunderte überdauert hat.

Auch wenn die Natur der erste Künstler war, der die Gegend gestaltete, so waren es doch die anatolischen Menschen, die über Jahrhunderte hinweg das Gestein bearbeiteten und Häuser, Kirchen und mehr als 250 unterirdische Städte erbauten.

Ein einzigartiges

Erbe der Natur und Menschheit Kappadokien bietet seinen Besuchern vielfältige und aussergewöhnliche Naturwunder, die die wildeste Vorstellungskraft übersteigen. Erweitert werden sie von den von Menschen gestalteten Werken. Dank seiner einzigartigen Form, die eine harmonische Kombination aus natürlichen und kulturellen Landschaftselementen zeigt, ist Kappadokien ein bezauberndes Freilichtmuseum und ein einmaliges Beispiel für das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit.

Kappadokien-Urgup

Gleichzeitig steht Kappadokien auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und umfasst die Provinzen Aksaray, Nevşehir, Niğde, Kayseri und Kırşehir. Die meisten Menschen bringen Kappadokien jedoch mit den Städten Uçhisar, Göreme, Avanos, Ürgüp, Derinkuyu, Kaymaklı und Ihlara in Verbindung, wo die Landschaft über Jahrmillionen hinweg fantastische Formen ausbildete.

Die scheinbar verzauberten Feenkamine und die Städte und Gotteshäuser, die mehrere Meter tief in die Erde reichen, erzeugen eine ätherische und unwirkliche Atmosphäre. Machen Sie einen Abstecher in die Region Kappadokien, wo Mutter Natur mit grosser Sorgfalt Wunder erschaffen hat, die über Ihre Vorstellungskraft hinausgehen, und wo lebendige Elemente aus Geschichte, Kultur, Kunst und Gesellschaft unauflösbar miteinander verbunden sind.

Besuchen Sie Kappadokien und erleben Sie die Atmosphäre, die Farben und die Strahlkraft einer besonderen Region!

Kreuzweg der Zivilisationen

Wie die Ausgrabungen am Köşk Höyük in Niğde, am Aşıklı Höyük in Aksaray und in der Höhle Civelek in Nevşehir zeigen, lebten bereits in prähistorischer Zeit Menschen in der Region Kappadokien.

Kappadokien-Göreme-und-Berg-Erciyes

In der mittleren Bronzezeit geriet Kappadokien, vor allem wegen des ausgedehnten Handels, unter den Einfluss der assyrischen Kultur. In dieser Zeit entstanden hier auch die ersten Schriften, die Forscher durch zahlreiche, sogenannte «Kappadokische Tafeln» – Tontafeln mit Keilschrift –, auf denen Steuervorschriften, Zinsen, Hochzeitsverträge, Handelsstreitigkeiten und vieles mehr vermerkt sind, belegen können.

Die Hattier, Hethiter, Phryger, Perser, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen wurden alle von der Schönheit Kappadokiens verzaubert und hinterliessen in der Region ihre Spuren.

Aufgrund seiner Lage war Kappadokien über all die Jahre hinweg eine strategisch wichtige Region. Bedeutende Handelsrouten, unter anderen die berühmte Seidenstrabe, durchquerten die Gegend von Ost nach West und von Nord nach Süd.

Wegen des dichten Verkehrsnetzes wirkte ein Komplex aus zahlreichen historischen und kulturellen Einflüssen auf die Region ein, durch das sich unterschiedliche Glaubensrichtungen und Philosophien treffen konnten und sich auch gegenseitig beeinflussten. Der stattfindende Handel und die zahlreichen Ressourcen Kappadokiens waren sehr begehrt, und so wurde die Region oft überfallen und verwüstet.

Kappadokien-Karanlık-Kirche

Um sich vor solchen Plünderungen zu schützen, begannen die Bewohner der Region in Höhlen und Grotten zu leben, deren Eingänge so verschlossen werden konnten, dass sie von Fremden, die dort ihr Unwesen trieben, nicht wahrgenommen wurden. Da sich die Bewohner möglicherweise auch über längere Zeiträume hinweg verstecken mussten, wurden diese höhlenartigen Behausungen schliesslich zu unterirdischen Städten mit Wasserquellen, der Möglichkeit, Lebensmittel und Wein zu lagern, und sogar mit Tempeln, ausgebaut.

Kappadokien-Uchisar

Die Erschaffung einiger dieser unterirdischen Städte reicht zurück bis in die Epochen vor unserer Zeitrechnung.

Heiligtümer der Christen

In den frühen Jahren des ersten Jahrtausends kamen die ersten Christen auf ihrer Flucht vor den Römern in die unzugängliche Wildnis Kappadokiens und suchten hier Schutz. Eine dieser Gruppen kam im 2. Jahrhundert aus Jerusalem über Antiochia (Antakya) und Caesarea (Kayseri) und siedelte in der Gegend des heutigen Derinkuyu.

Da sich der weiche Vulkantuff leicht bearbeiten liess, begannen sie damit, die natürlichen Höhlen auszubauen und miteinander zu verbinden. Zu den Behausungen fügten sie dann Kapellen, Kirchen und ganze Klöster hinzu, durch welche sie den spirituellen Frieden, den sie so lange suchten, finden konnten. Angeblich gibt es in Kappadokien etwa 500 Kirchen und Kapellen. Die Vielfalt und Kunstfertigkeit in Architektur, Struktur und Dekoration sind faszinierend und atemberaubend.

Kappadokien-St-Theodore-Tyron-Kirche

In diesen Kirchen ist eine ganze Palette religiöser Architektur zu finden: Basiliken mit einem, zwei oder drei Kirchenschiffen, kreuzförmige Grundrissen, Vestibülen, Seitenschiffen, Apsiden, Kuppeln, Pfeilern und Säulen kann man hier bestaunen – alles direkt aus dem Gestein gehauen. Viele Kirchen sind zudem mit aufwendig bemalten Farbfresken verziert.

Diese unterirdischen Kirchen und Städte zu restaurieren, zu reparieren und zu erhalten, ist eine enorme Aufgabe, die fortwährend geleistet werden muss, während gleichzeitig Tausende von Besuchern die Orte besichtigen.

Die Vielfalt und das Künstlertum der Kirchen und Kapellen sind faszinierend und beeindruckend