Traditionelle Handwerkskunst

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ZUR traditionellen Handwerkskunst gehören das Teppichweben, die Keramik- und Töpferkunst, die Produktion von Stickereien, die Lederproduktion, die Herstellung von Musikinstrumenten, Maurerarbeiten, die Kupferkunst, die Korbmacherei, die Sattlerei, die Filzerei, die Weberei und die Holzverarbeitung.

Das Weben von Teppichen gehört zu den ältesten Kunsthandwerken der Türkei. Für türkische Teppiche und Kelime wird traditionell Wollgarn verwendet. Kräftige Zeichnungen und leuchtende Farben werden zu Mustern von grenzenloser Schönheit verwoben.

Die Teppichwebkunst begann mit den türkischen Nomadenvölkern Zentralasiens und wurde im 11. Jahrhundert von den Seldschuken in Anatolien eingeführt. Anatolische Frauen setzten die Tradition über Jahrhunderte hinweg fort. Sie verwendeten Wollgarn, das sie durch das Drehen der Wolle zwischen ihren Fingern herstellten.

Das so gewonnene Garn wurde mit den Wurzeln wild wachsender Pflanzen gefärbt. Die Seldschuken und Osmanen entwickelten einen höchst eigenen dekorativen und bildhaften Stil für Keramiken, indem sie die Technik der Mosaik-Fliesen nachahmten. Mit dem Aufstieg des Osmanischen Reichs entwickelte sich auch die Keramikkunst weiter.

İznik und Kütahya wurden zu bedeutenden Zentren der Keramikproduktion. Die Osmanen führten farbige Glasuren, vor allem in Saphirblau und Goldgelb, ein. Sie entwickelten eine neue Technik, bei der viele Keramikplatten in einer einzigen grossen Platte gebrannt werden konnten, wodurch der zeitraubende Prozess des Zusammensetzens der Mosaikteilchen wegfiel.

Eine weitere traditionelle Handwerkskunst sind Kupferund Messingarbeiten. Die Bewohner Anatoliens verwendeten seit Menschengedenken Küchenutensilien aus Kupfer.

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Das Kupferhandwerk erreichte während der osmanischen Zeit ihren Höhepunkt. Die Osmanen beuteten die Kupferminen Anatoliens und des Balkans aus und perfektionierten die Kunst der Kupferbearbeitung. Heute sind die traditionellen Töpfe und Pfannen durch bequemere Alternativen ersetzt, doch in Städten wie Gaziantep, Diyarbakır, Kahramanmaraş und Muğla, wo die Kupferkunst noch immer Bestand hat, werden Kupfer- und Messingwaren immer noch auf traditionelle Art und Weise hergestellt.

Ab dem 16. Jahrhundert gestalteten die Juwelierkünstler im Sultanspalast erfolgreich ihren eigenen, reichhaltigen Stil. Die Juwelierkunst ist noch heute in vielen Regionen Anatoliens lebendig.

Der Grosse Basar Kapalı Çarşı in İstanbul bewahrt sich seinen historischen Ruf als das Hauptzentrum der Juwelierkunst in der Türkei.

Die traditionelle türkische Handwerkskunst ist äußerst vielfältig und bündelt das Erbe der verschiedenen Kulturen, die sich über Tausende von Jahren hinweg in Anatolien niederließen.