Speisen Wie Ein Sultan

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FÜR alle, die sich auf ihrer Reise für kulinarische Feinheiten interessieren, ist die türkische Küche auf jeden Fall einen Abstecher wert. Geprägt wird die Küche durch ihre Vielfalt, die Art, wie gemeinsam bei festlichen Gelegenheiten gespeist wird, und die offensichtliche Komplexität eines jeden Gangs.

All dies bietet ausreichend Material, um sich ein Leben lang mit der türkischen Küche zu befassen und diese zu geniessen. Aufgrund ihrer Vielfalt an Gerichten, der Verwendung natürlicher Zutaten, der breiten Palette an Aromen und Geschmacksrichtungen und der Einflüsse in Europa, Asien, dem Mittleren Osten und Afrika wird die türkische Küche als eine der drei Hauptküchen der Welt betrachtet.

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Die türkische Küche hat ihre Wurzeln in Zentralasien, der ursprünglichen Heimat der Türken. Unter dem Einfluss der einheimischen und der Mittelmeerkulturen, mit denen die Türken nach ihrer Ankunft in Anatolien in Kontakt kamen, entwickelte sie sich weiter. Über Jahrhunderte hinweg wurde sie im Palast des Sultans verfeinert und bereichert, bewahrte aber ihre Tendenz zur Einfachheit und zu natürlichen Geschmacksrichtungen.

Ebenso wie die Palastküche entwickelten auch die einzelnen Regionen in Anatolien ihre eigenen gastronomischen Spezialitäten. Aber Essen ist in der Türkei nicht einfach nur Essen. Das Abendessen mit Freunden und der Familie in einem guten Restaurant kann vier bis fünf Stunden dauern.

Die Beteiligten nippen an den Getränken und geniessen die schier endlos scheinende Zahl an heissen und kalten Gerichten, während sie Konversation betreiben, anfangs unbeschwert und lustig, später dann in poetischer Form und von der Vergangenheit schwärmend.

Die türkische Küche rangiert mit ihrer Vielfalt, ihrem Nährwert und ihrer Finesse zwischen der französischen und der chinesischen Küche. Wie in der chinesischen und französischen Küche variiert die türkische Küche je nach den verfügbaren Zutaten.

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Die ursprüngliche türkische Küche Zentralasiens bestand hauptsächlich aus Fleischgerichten und Milchprodukten wie Käse. Dank der umfangreichen Auswahl an Obst und Gemüse in Anatolien entwickelte sich die Küche entsprechend weiter.

Aufgrund ihrer zentralasiatischen Wurzeln und ihrer späteren Weiterentwicklung in Anatolien stellt die türkische Küche heute eine Art Brücke zwischen der fernöstlichen und der mediterranen Küche dar. Dabei liegt der Akzent immer auf dem natürlichen Geschmack und den Aromen der Zutaten. In der türkischen Küche gibt es kein dominierendes Element, wie beispielsweise die Saucen in der französischen und Pasta in der italienischen Küche.

Fleisch, Fisch, Gemüse und Pasta können in unzähligen Variationen zubereitet werden. So ist beispielsweise die Aubergine, eine Gemüsesorte, die in Europa nicht so weit verbreitet ist, ein Hauptgericht in der Türkei und kann auf nicht weniger als 40 verschiedene Arten zubereitet werden. Die Saucen und Gewürze in der türkischen Küche dürfen den ursprünglichen Geschmack der Hauptzutaten niemals verändern.

Meistens werden die Zutaten in ihrem eigenen Saft gekocht und das Aroma durch Butter, Olivenöl, Salz, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürze und Essig unterstrichen. Einige kulinarische Spezialitäten aus der Türkei sind weltweit bekannt. Eine davon ist Lokum. Es besteht aus Zuckersirup, der mit Stärke, Haselnüssen, Pistazien, Minze oder Rosenwasser gekocht wird. Baklava, ist natürlich, eine weitere berühmte Süßspeise der Türkei.

Weitere Spezialitäten an Süsswaren sind Mandel-, Pistazien- und Kokosnusspasten. Geröstete Pistazien gehören zu den wohl beliebtesten Snacks und werden auch für verschiedene Gerichte und Süssigkeiten verwendet. Auch der türkische Kaffee ist weltbekannt.

Kaffee wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach İstanbul importiert, als der Jemen erobert wurde. Die Zubereitung unterscheidet sich deutlich von derjenigen anderer Kaffees. Zuerst wird der gemahlene Kaffee in einem Kännchen mit Griff in kaltes Wasser eingerührt.

Dann wird er gekocht, bis er schäumt. Der Schaum wird daraufhin in die Tasse gegossen und der Kaffee noch einmal gekocht. Der Kaffeesatz am Boden der Tasse ist nicht trinkbar. Er wird oftmals von türkischen Frauen zum Vorhersagen der Zukunft genutzt.

Diese sind meistens sehr geübt darin, die Muster im Kaffeesatz auf eine versteckte Botschaft hin zu interpretieren. Eine weitere türkische Spezialität ist zweifellos das türkische Simit (Bagel). Simit ist ein mit Sesam bestreuter Brotkringel, der immer und überall, an jeder Häuserecke zu haben ist.

Die Türken beginnen ihren Tag gern mit einem frisch gebackenen Simit und einer Tasse türkischen Tee, für dessen Zubereitung zwei übereinander stehende Teekannen verwendet werden.

Die türkische Küche ist betrachtet als eine der drei Hauptküchen der Welt, aufgrund ihrer Vielfalt an Gerichten, der Verwendung natürlicher Zutaten, ihrer Aromen und Geschmacksrichtungen, die in allen Gaumen gefallen und Einflüsse durch Europa, Asien, dem Mittleren Osten und Afrika haben.