Side Olymp Fur Die Gotter

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Mit seinen zahlreichen Statuen und Skulpturen von Göttern und Göttinnen wirkt das Museum von Side wie ein zu Ehren der Götter errichteter Olymp. Das Museum macht den Eindruck, als würden die Götter der Antike den Besuchern des Museums Geschichten aus der Mythologie zufl üstern, die von den Taten von Zeus, Aphrodite, Ares, Nike, Hygeia, Asklepios, Apollo, Hermes, Dionysos, Herkules, Tyche und Athene handeln. Dieses Gebäude mit seinen Exponaten von unschätzbarem Wert zeigt auf eindrucksvolle Weise die Stadt Side der römischen Zeit.

Im Hof des Museums, der einst Teil des Gymnasions war, sind heute Grabinschriften aus seldschukischer Zeit sowie Friese, Sarkophage, Säulensockel und Säulen, Mosaikfragmente, Büsten und Statuen aus römischer Zeit ausgestellt. Das prächtigste Ausstellungsstück im Freilichtbereich des Museums ist die Statue der Siegesgöttin Nike.

In den Ausstellungssälen treffen Sie als erstes auf einen nicht überdachten Raum mit dem Kapitell einer Basaltsäule in der Mitte und einem äusserst schönen, mit Reliefs von Kampfszenen verzierten Wasserbecken aus späthethitischer Zeit. Es wird angenommen, dass die Nischen des Beckens einst mit Herrscher- und Götterskulpturen geschmückt waren.

In der Mitte des Beckens befi ndet sich eine Sonnenuhr aus römischer Zeit. In den überdachten Räumen des Museums werden Glasobjekte, Münzen, Öllampen, Skulpturen, Schmuck, Dekorationsobjekte, Sarkophage und Statuen ausgestellt. Das Museum von Side ist vor allem für seine wunderschönen Götterstatuen berühmt. Doch auch Sarkophage mit Reliefdarstellungen von Eros, dem Gott der Liebe, mit Früchten oder berauschenden Getränken verleihen dem Museum eine besondere Note.

Auch Rosen- und Obstmotive, Darstellungen der Nike mit Kränzen und Datteln sowie Löwen und Stierköpfe machen diese Sarkophage besonders interessant Die Skulpturen der drei Schönheiten aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die die Tugenden Schönheit, Anmut und Fruchtbarkeit symbolisieren und die gemeinhin mit den Göttinnen Athene, Aphrodite und Hera identifi ziert werden, sind weitere besonders seltene Exponate des Museums. Mit ihrer Eleganz und Schönheit verzaubern sie noch heute die Besucher.

Der anmutige Vespasian-Brunnen und das prunkvolle Theater von Side

Folgt man der Hauptstrasse weiter, gelangt man an den Vespasian- Brunnen, der zu Ehren des Kaisers Vespasian errichtet wurde und einst mit wunderschönen Skulpturen geschmückt war. Ausserdem führt der Weg an einem monumentalen Tor vorbei, nach dem man zum Theater gelangt, das von seiner einstigen Pracht scheinbar nichts eingebüsst hat. Das antike Theater von Side hebt sich von den meistens an Berghängen angelegten Amphitheatern Kleinasiens durch seine besondere Bauweise ab. Weil das Gebiet um Side kaum Erhebungen bietet, wurde dieses Theaterbauwerk auf einer zweigeschossigen Galerie aus Bögen mit Gewölbedecken errichtet.

Das Theater weist Parallelen zum Kolosseum in Rom auf: Neben den architektonischen Gemeinsamkeiten sind auch Gladiatorenkämpfe zu nennen.

Ein sicherer Beleg für die Kämpfe mit Gladiatoren und mit Raubkatzen ist die rund um den Orchestergraben errichtete Mauer, die dem Schutz der Zuschauer vor den Gefahren diente, die von den Darbietungen auf der Bühne ausgingen. Es wird vermutet, dass die Raubtiere in den dunklen Kellern unterhalb der Bühne, die mit der Agora verbunden sind, untergebracht wurden.

Das aus dem 2. Jahrhundert stammende Theater verfügte über eine dreistöckige Bühne und bot ausreichend Platz für etwa 17 000 Zuschauer. Es war reichlich mit imposanten Säulen, Statuen und Reliefdarstellungen von Szenen aus der griechischen Mythologie geschmückt.

Ein Wasserkanal rund um den Orchestergraben lässt ausserdem darauf schliessen, dass hier in der Antike auch Wasserspiele vorgeführt wurden. Im 5. und 6. Jahrhundert wurde das Theater auch für Freilichtgottesdienste genutzt, bei denen die Gebete der Einwohner von Side von den Mauern des Gebäudes widerhallt haben dürften.

Die Theater der Antike entstanden einst als Ort für den Ausdruck von Erfahrungen, die die Menschen in ihrem Kampf mit der Natur erworben hatten, und als Symbol für die Beziehung zwischen Mensch, Tier und Natur. Sie wurden schnell zu einem Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens. Es wird auch behauptet, die Entstehung des Theaters hänge mit dem Kult des Gottes Dionysos zusammen.

Vielleicht ist in Side die örtliche Nähe des Dionysostempels zum Theater auch als besondere Huldigung an den Gott der Freude zu verstehen. Dieser Tempel, dessen Säulen aus Ägypten stammen, wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet.

Folgt man der Säulenstrasse in Richtung Küste, kommt man auf der rechten Seite an den Überresten einer byzantinischen Basilika vorbei, auf der linken Seite, direkt beim Eingang zum Hafen, befi ndet sich ein Badehaus, das eigens für die Seeleute erbaut wurde. Zu erkennen sind hier auch die Überreste von Wohnhäusern sowie die Wellenbrecher des Hafens.

Vom Haupttor nach links abbiegen...

Auf der linken Seite der heute überwachsenen Strasse, die vom Haupttor nach links wegführt, sind die Überreste einer byzantinischen Basilika aus dem 5. Jahrhundert und gleich gegenüber diejenigen einer kleinen Kirche aus dem 8. Jahrhundert zu sehen.

Diese Strasse führt über einen kleinen Pfad zur Staatsagora. Die Staatsagora (das Parlament) befand sich an der Küste und bestand aus ionischen Säulen, Galerien und einem grossen, von drei weiträumigen Sälen umgebenen Innenhof. Einst sollen in den mit Muschelschalen verzierten Nischen der Agora die überaus wertvollen Statuen von Apollo, Ares, Asklepios, Hygia, Hermes und der Nike gestanden haben.

Heute können Sie diese im Museum von Side bewundern. Das ursprünglich zweistöckige Bauwerk bestand aus einem in der Mitte gelegenen Kaisersaal, wo dem Kaiser gehuldigt wurde. Es wird angenommen, dass die an diesen Saal anschliessenden Säle als Bibliothek oder Archiv genutzt wurden.

Obwohl es sich bei dieser Agora um die Staatsagora handelte, wurde der Innenhof auch als Marktplatz verwendet.

Auf dem Sockel in der Mitte der Agora – so nimmt man an – wurde in der byzantinischer Zeit ein Kreuz errichtet. Neben den Überresten, die Sie entlang dieser beiden Strassen fi nden, gibt es ausserdem im Westen und im Osten der Stadt Überreste von den zwei Nekropolen (Friedhöfe), die jenseits der Stadtmauern angelegt wurden. Unter diesen Ruinen sind heute noch Säulensockel, Sarkophage aus Marmor und mit Bögen überspannte Grabkammern zu erkennen.

Die Beispiele bürgerlicher Baukunst in Side sind ebenfalls bemerkenswert. Die zweistöckigen Wohnhäuser, die meistens aus Holz, Bruchgestein und Ziegeln erbaut wurden, beherbergen heute überwiegend komfortable Pensionen, Restaurants, die schmackhafte Speisen anbieten, sowie Geschäfte, in denen Sie für die Türkei und die Region typische Produkte wie Teppiche, Kelims, Schmuck, Dekorationsobjekte und Textilien erwerben können.

Was Sie unbedingt tun sollten.
Bevor Sie nicht...
* die Pracht der Säulen des Apollotempels im Farbenspiel der untergehenden Sonne bewundert,
* das Museum von Side mit einer der reichsten Sammlung archäologischer Exponate der Türkei besucht,
* den Wasserfall von Manavgat und den Nationalpark Köprülü Kanyon besucht und in den reissenden Fluten Rafting gemacht,
* im Taurusgebirge inmitten einer von bunten Blüten geprägten Landschaft eine Trekking-Tour, eine Bergwanderung oder eine Jeepsafari unternommen,
* im türkisfarbenen Mittelmeer gebadet, getaucht oder an einer Bootstour teilgenommen,
* in einem der Restaurants mit Meerblick von den Köstlichkeiten der Region probiert haben,
...sollten Sie Side auf keinen Fall den Rücken kehren.