Eine Einzigartige Geografie Verbindet Ost Und West

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DIE Türkei ist eine riesige Halbinsel mit einer Fläche von 780‘000 Quadratkilometern. Über das Marmarameer, den Bosporus und die Dardanellen verbindet sie Asien und Europa. Die Türkei besitzt ein zentrales Plateau mit einer durchschnittlichen Höhe von 1‘050 Metern, das im Norden, Westen und Süden von Bergketten und im Osten von einer zerklüfteten Bergregion umgeben ist.

Yedigöller

Das nördliche anatolische Gebirge und das Taurusgebirge im Süden erscheinen wie ein Bogen, der nach Osten hin immer enger wird. Im Westen dagegen gehen die Berge sachte ins Meer über. Die Türkei ist wie ein Mosaik aus vielen verschiedenen Reliefs und Formationen: parallel verlaufende Gebirge, erloschene Vulkane, von Tälern und Ebenen zerklüftete Plateaus.Da das Land auf drei Seiten von Meeren umgeben ist, liegt es in der gemässigten Klimazone.

Allerdings unterscheidet sich das Klima deutlich von Region zu Region: gemässigtes Klima am Schwarzen Meer, mediterranes Klima an der Südküste und der Ägäis, kontinentales und trockenes Klima auf dem Zentralplateau und raues Gebirgsklima im Osten der Türkei. Dank dieser vielen unterschiedlichen Klimazonen zählen Flora und Fauna zu den reichsten in Europa und im Mittleren Osten.

Es gibt mehr als 10‘000 Pflanzenarten in der Türkei, zwanzig Prozent davon sind nur hier zu finden. In der Türkei wächst eine Vielzahl an Zierpflanzen, die bekannteste ist die Tulpe. Im 16. Jahrhundert kamen Tulpenzwiebeln aus İstanbul nach Wien und lösten in England und den Niederlanden einen regelrechten Tulpen-Hype aus. Im Jahr 1634 war das Interesse an Tulpen so gross, dass man in Holland von der «Tulpomanie» sprach: Die Menschen investierten ihr Geld in Tulpen, so wie sie heute in High-Tech-Aktien investieren. Die Tulpe steht als ein Symbol für diese Epoche der Eleganz und des Vergnügens im 17. Jahrhundert.

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Heute wird diese Zeit als «Tulpenzeit» bezeichnet. Ausserdem bietet die Türkei mit seinen etwa 160 Säugetierarten eine grosse Vielfalt an Wildtieren. Im Waldgürtel im Norden leben Graubären und im Süden Wildziegen. Meeresschildkröten und Robben tummeln sich in den Gewässern des Mittelmeeres und der Ägäis. Wie in anderen Teilen der Welt auch sind einige Arten bereits ausgestorben oder stehen kurz davor. Es gibt 418 Arten einheimischer oder Zugvögel. Einige davon, wie der Rabengeier, sind in Europa bereits ausgestorben.

Die wichtigste Art für die Umweltschützer ist der «Glattnackenrapp», ein ungewöhnlicher Vogel mit kahlem, pinkfarbenem Kopf und herabhängenden Federn. Wenn Sie das Land von Ost nach West durchfahren, treffen Sie zuerst auf die rauen, schneebedeckten Berge, wo der Winter lang und kalt ist; das Hochland, wo der Frühling mit seinen zahlreichen Wildblumen und den plätschernden Bächen in den langen, kühlen Sommer übergeht; die trockene Steppe mit ihren sanften Hügeln, ihren endlos scheinenden Weizenfeldern und den unfruchtbaren Gesteinsböden, die in den unglaublichsten Gold- und Violett-, den kühlen und warmen Grautönen schimmern, wenn die Sonne über den Himmel zieht; das magische Land der Feenkamine und die von Höhlen durchzogene Hügellandschaft und schliesslich die warmen und fruchtbaren Täler zwischen den bebauten Berghängen an den zerklüfteten Küsten der Ägäis, wo die Natur freundlich und das Leben immer schon leicht war.

Kerpe-Kocaeli

Eine Reise von Norden nach Süden beginnt in der grünen, gemässigten Zone an der Schwarzmeerküste im Schutz der Hochgebirgsketten, wo Haselnüsse, Getreide und Tee angebaut werden. Tee wird während Ihres Aufenthalts zu einem täglichen Ritual werden. Die hohen Pass- und Serpentinenstrassen bieten eine atemberaubende Aussicht auf das Schwarze Meer und führen ins Hochland und die Steppe, wo sich Obstgärten an die Hänge der kleineren Berge schmiegen.

Die Reise geht weiter in die weite Ebene von Konya und hoch hinauf ins Taurusgebirge mit seinen Nadelwäldern, von wo aus es schliesslich wieder hinunter geht und wo einem der Geruch von duftenden Kräutern und Oregano in die Nase steigt, je näher man an die Mittelmeerküste kommt.

Wenn man sich dann in Richtung Osten wendet, geht es vorbei an Bananenplantagen und Baumwollfeldern. Nun kommt der Teil der Türkei, der einer Wüste gleicht.

Im Norden der syrischen Grenze schimmert die Erde in allen nur möglichen Texturen und Brauntönen, die man sich vorstellen kann. Kurz und gut: Etwa alle zwei bis vier Fahrstunden gelangt man in eine andere geografische Zone mit all dem Wechsel der Landschaften, Temperaturen, Höhenlagen, Feuchtigkeitswerten, der Vegetation und des entsprechenden Wetters.

Die Landschaft der Türkei verbindet die typischen Merkmale der drei ältesten Kontinente der Welt: Europas, Afrikas und Asiens.

Kerpe-Kocaeli

Sie bietet eine ökologische Diversität, die diejenige aller anderen Regionen entlang des 40. nördlichen Breitengrades übertrifft.

Diese Diversität spiegelt sich im Miteinander all der Tierarten wider, wie sie einst vor der geologischen Teilung der Landmassen zusammengelebt haben und deren Lebensräume heute über die Kontinente hinweg verteilt sind. Heute ist es möglich, die jährlich Ebbe und Flut der Natur zu beobachten, denn die Vögel nutzen ihre Zugrouten weiterhin zweimal im Jahr.

Die Schwärme von Störchen und Raubvögeln bieten ein wundervolles Naturspektakel, das am besten im Herbst von den Hügeln von Çamlıca in İstanbul aus beobachtet werden kann. Flamingos brüten in den Flusstälern der Ägäis und des Mittelmeers und verbringen den Winter an den Salzseen im Landesinneren.

Bei einem Besuch in Dalyan (oder an einem anderen Strand am Mittelmeer) an einem warmen Frühlingsabend im Mai, teilt man sich die Sanddünen möglicherweise mit einer der entzückendsten und scheuesten Kreaturen der Welt, der Meeresschildkröte: Sie legt in dieser Jahreszeit ihre Eier im Sand ab. Zahlreiche bekannte Früchte wie Kirschen, Aprikosen, Mandeln und Feigen stammen ursprünglich aus der Türkei. Die gemeinsamen Vorfahren der Menschheit sollen ja aus unterschiedlichen Teilen der Welt stammen. Doch die Darstellung von Adam und Eva mit einem Feigenblatt bestätigt den bereits seit Langem bestehenden Eindruck der Türkei als eines unberührten Garten Eden – wegen der zahlreichen hier wachsenden Feigen.

Die idyllische, ländliche Kulisse verströmt Ehrlichkeit und Gesundheit und bereichert damit die Erfahrung des Reisenden. Zudem ist die Türkei das Mutterland des Weizens. Der Geschmack des einfachen türkischen Brotes übertrifft alles, wenn man es frisch gebacken probiert. In den Obstgärten, den Weinbergen und auf den Gemüsefeldern wachsen leckere und begehrte Früchte.

Papart-Hochebene-Artvin

Die Schafe und Kühe, die von Hirten gehütet werden, die auf ihrer Pfeife spielen und mit den Tieren in ihrer ganz eigenen Sprache sprechen, scheinen sich auf ihren Weideflächen pudelwohl zu fühlen. Neben dem Getreide werden auch Reis, Baumwolle, Zuckerrüben, Tabak und Kartoffeln geerntet. Die Vielfalt und die Menge an Nahrungsmitteln haben zum Reichtum der türkischen Küche beigetragen.

Überall im Land wird aufgeforstet. Auch wenn einige Hinweisschilder an der Autobahn eher wie Werbeschilder erscheinen, so beschreiben sie doch die Vorteile und Unversehrtheit des Waldes.

Es gibt mehr als 10'000 Pflanzenarten in der Türkei, zwanzig Prozent davon sind nur hier zu finden. Die Türkei ist die Heimat einer Reihe von dekorativen Blumen, die bemerkenswertesten sind die Tulpe.