Ein Schmelztiegel Der Menschen

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DIE Türkei besitzt ein äusserst reiches, kulturelles Erbe. Wohl kein anderes Land war in den letzten 11‘500 Jahren Zeuge so vieler unterschiedlicher Kulturen. Nach den grossen Reichen der Mesopotamier erblühten die Königreiche der Hethiter und der Urartäer.

In Westanatolien waren die ionischen und römischen Kulturen vorherrschend. İstanbul hatte die Ehre, die Hauptstadt gleich zweier riesiger Reiche zu sein – erst des byzantinischen, dann des osmanischen Reiches. Anatolien wurde zu einem Kreuzungspunkt für Menschen, Kulturen und Religionen.

Einst gedieh hier das Christentum, und die Seldschuken und Osmanen priesen den Islam. Die Türkei mit ihrer strategisch bedeutenden Lage auf der Weltkarte verbindet den Reichtum von Ost und West, bietet eine Synthese aus Tradition und Moderne, aus Alt und Neu.

Topkapi-Schloss

Menschen unterschiedlichster Herkunft kamen in Wellen ins Land und vermischten sich mit den bereits hier lebenden Bewohnern, und mit jeder neuen Welle entstand auch eine neue Synthese. Von 2000 vor Christus bis 1500 nach Christus war das Land das Zentrum der Weltkultur.

Die Vorstellung von der heutigen Welt basiert auf unserem Verständnis dafür, was in dieser Region einst vor sich ging und was sich heute in den Ruinen und Denkmälern im Land widerspiegelt.

Heute ist das Siedlungsmuster in Anatolien noch fast das gleiche wie zur Zeit der alten Kulturen. Mit höchster Wahrscheinlichkeit reisen Sie auf genau derselben Strasse, die einst grosse Krieger des Ostens und Westens nutzten, auf denen farbenfrohe Karawanen entlang zogen und Boten mit Briefen und geheimen Verträgen ritten. Vielleicht ist es sogar dieselbe Strasse, auf der der Heilige Paulus und seine Freunde reisten oder auf der die Sufis ihren Glauben verbreiteten.

Ahlat-Grabmale

Die anmutigen Aquädukte der Römer machten die Konzentration der Menschen in Städten erst möglich. Vom berühmten königlichen Architekten Sinan erbaute Brücken zieren die Landschaft und werden noch heute als sicherer Weg für Waren und Dienstleistungen genutzt. Karawansereien aus der Zeit der seldschukischen Herrschaft im 11. Jahrhundert bieten dem erschöpften Reisenden auch heute Schutz und Unterkunft, wurden doch viele von ihnen zu Hotels umgebaut.

Sehenswert sind nicht nur die historischen Artefakte, die stolz in den grossen Ausgrabungsstätten wie Troja, Pergamon, Ephesos, Milet, Prine, Didyma, Aphrodisias, Herakleia, Kaunos, Perge und Aspendos ausgestellt werden. Auch viele kleinere Ortschaften sowie Küstenstädte und -dörfer besitzen in ihrer Umgebung eigene anatolische Ruinen. Oftmals handelt es sich dabei um ein antikes Theater mit einer spektakulären Aussicht aufs Meer, angesichts dessen Ihnen die Einheimischen berichten, Kleopatra habe hier gerne ein Bad genommen.

Ephesus

Auch eine Agora ist jeweils nicht weit entfernt. Wahrscheinlich ist sie sogar heute noch genau das, was sie auch früher einmal war – der Marktplatz des Ortes! Gewisse Dörfer sind privilegiert und besitzen gar «versunkene Städte» oder Ruinen im Meer, die Sie sehen können, wenn Sie im kristallklaren, türkisfarbenen Wasser schwimmen.

Im anatolischen Hinterland können Sie einen Blick auf antike Kulturen erhaschen: diejenige der Hattier, Assyrer, Hethiter, Phryger, Urartäer und Lyder. Aus diesen Kulturen stammen zahlreiche bekannte Legenden: der Reichtum des lydischen Königs Krösus, König Midas mit den Händen, die alles zu Gold machten, und der gordische Knoten, den der junge Alexander mit einem Schwertstreich zu durchtrennen vermochte.

Die-dunkle-Kirche

Noch bis vor kurzem wurden die früher als Zufluchtsorte genutzten Höhlen in Kappadokien von den Dorfbewohnern als kühle Lagerräume oder Weinkeller verwendet. Zudem gibt es kleinere Sehenswürdigkeiten mit heiligem oder alltäglichem Charakter, die aber immer eine grosse Bedeutung haben: Klöster, Grabstätten von Heiligen, Helden, Künstlern oder Dichtern, Moscheen, Kirchen, Mauern, Festungsanlagen, Paläste, Brunnen und Friedhöfe.

Die Hügellandschaften sind übersät mit zerbrochenen Tonwaren der Antike, und auch in den modernen Siedlungen finden Sie wiederverarbeitete Steine, die eventuell aus jener Zeit stammen.

Interpretation der Weltbühne heute basiert auf unserem Verständnis von was auf dieser Landschaft geschehen war und was sich heute in den Ruinen und Denkmälern, die das Landschaftsbild zieren, widerspiegelt.