Kappadokien Die Ersten Christen

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Die ersten Christen zogen sich vor den Repressalien und Verfolgungen Roms hierher zurück und liessen sich in den unterirdischen Behausungen nieder, die Sie in den weichen Fels geschlagen vorfanden. Die unterirdischen Städte, deren ursprüngliche Errichtung in die Zeit vor der christlichen Zeitrechung datiert wird, boten diesen Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit waren, Wohnstatt und Örtlichkeiten, wo sie mit viel Herz und Fleiss Kirchen, Klöster und Behausungen erbauen konnten.

Diese weltweit einmalige Form menschlicher Wohnstatt ist das Resultat einer perfekt ausgeklügelten Baukunst.

Die Belüftungssysteme, Lüftungskanäle, Sicherheitsund Schutzvorrichtungen, Brunnen und Mechanismen für die Abfallentsorgung bringen die Besucher heute noch zum Erstaunen. Insgesamt gibt es in Kappadokien mehr als eintausend Kirchen.

Der architektonische Aufbau dieser Sakralbauten, deren Struktur, künstlerische Gestaltung und Dekoration sind überwältigend. Die Kirchen sind in der Form von Basiliken mit Kirchenschiffen oder im Kreuzgrundriss erbaut und mit Eingangshallen, Säulen, Bögen, Tonnengewölben und Kuppeln versehen. Die in den Kirchen zu sehenden Fresken sind das Resultat aufwendiger künstlerischer Arbeiten.

Die unterirdischen Städte und Kirchen, deren Pflege, Instandsetzung und Restauration ständig fortgeführt wird, sind heute Anziehungspunkt für grosse Besuchergruppen.

Das Gebiet Kappadokien wurde mit der Verbreitung des Islams in Anatolien auch zur Heimat zahlreicher muslimischer Gelehrter. So liess sich der türkische Sufi Hadschi Bektasch Veli im 13. Jahrhundert in Hacıbektaş (Nevşehir) nieder, wo heute noch sein Grab und ein angegliedertes Museum zu sehen sind.

Dieser grosse Denker, der federführend bei der Vereinigung der Türken Anatoliens war und dessen Philosophie auf Nächstenliebe, Toleranz, Opferbereitschaft und gesellschaftlicher Gleichheit basierte, vertrat schon zu seinen Lebzeiten die Grundlagen der 1948 ratifizierten Charta der Menschenrechte. Die jedes Jahr zu seinem Andenken ausgerichteten Veranstaltungen (16.-18. August) ziehen zahlreiche Gläubige von nah und fern an.

Der Philosoph Ahi Evran („Bruder Evran“) gründete den „Ahi-Orden“, der sich einem ausgeglichenen Verhältnis von Handwerk und Moral verpflichtet verstand. Er entwickelte sich in der Region um Kırşehir und säte die Saat der Toleranz und der Nächstenliebe in die Herzen der Menschen Anatoliens.

Die Ihlara-Schlucht entstand durch das Erkalten der stark basalt- und andesithaltigen Lavamassen des heute erloschenen Vulkans Hasandağı, in deren Folge Risse und Erdabsenkungen entstanden.

Der Fluss, der durch diese Risse hindurch floss und der Schlucht ihr heutiges Gesicht verlieh, heisst Melendiz und wurde in der Frühzeit „Potamus Kapadukus“ („Fluss Kappadokiens“) genannt. Er entspringt zu Beginn der 14 Kilometer langen Ihlara-Schlucht und endet bei Selime. Die Schlucht ist an manchen Stellen 100 - 150 Meter tief.

Die ganze Schlucht ist mit zahlreichen in die Felsen geschlagenen Wohnstätten, Gräbern und Kirchen übersät. Die Kirchen Eğritaş, Ağaçaltı, Kokar, Yılanlı, Pürenli, Kırkdamaltı, Ala Direkli, das Kale Kloster und die Kathedrale von Selime sind unbedingt sehenswert.

Lassen Sie uns das Geheimnis der weissen Wolken, die uns in dieser Region immer wieder umgeben, gemeinsam lösen: Es handelt sich dabei um aufgeregt mit den Flügeln schlagende, wunderschöne Tauben, die in den Wadis in der Umgebung von Uçhisar, in Kılıçlar und Güllüdere bei Göreme, in Üzengi bei Ürgüp, am Flüsschen Balkan- Deresi bei Ortahisar und im Kızılçukur-Tal, in der Çat- Schlucht bei Nevşehir und in der innerhalb der Provinzgrenzen von Kayseri gelegenen Soğanlı-Schlucht unsere ständigen Begleiter sind.

Die Taube ist im Islam das Symbol der Familienbande und des Friedens, im Christentum symbolisiert sie die göttliche Seele. Taubenschläge, die sich in östlicher oder südlicher Richtung ausrichten, sind in den Höhenlagen fast aller Schluchten und in den oberen Abschnitten der Feenkamine zu sehen.

Wenn Sie ihren Fotoapparat nicht vergessen haben, so warten in Kappadokien unvergessliche Motive darauf, von Ihnen für die Ewigkeit festgehalten zu werden. Die 7 Kilometer von Nevşehir entfernte Ortschaft Uçhisar ist mit ihrem malerischen Dorfidyll besonders attraktiv. Die Spitze der Festung von Uçhisar ist die Stelle mit der besten Aussicht über ganz Kappadokien.

Kommen wir zu den „Zentren der Religionen“, wo uns eine mystische Atmosphäre umgibt. Das ca. 10 Kilometer von Nevşehir entfernte Freilichtmuseum Göreme ist jener Ort, wo die Idee der „ökumenischen Kirchenlehre“ des Heiligen Basil des Grossen (und seinen Brüdern) entstand.

Die ersten Christen zogen sich vor den Repressalien und Verfolgungen Roms hierher zurück und liessen sich in den unterirdischen Behausungen nieder, die Sie in den weichen Fels geschlagen vorfanden. Die unterirdischen Städte, deren ursprüngliche Errichtung in die Zeit vor der christlichen Zeitrechung datiert wird, boten diesen Menschen, die auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit waren, Wohnstatt und Örtlichkeiten, wo sie mit viel Herz und Fleiss Kirchen,